Bandido tritt zu: 30 Monate Haft

Der Angeklagte prügelte mit einem Spezl auf eine Prostituierte und deren Freund ein. Auch im Gerichtssaal bekommt der 27-Jährige Unterstützung von seinem Motorrad-Club.
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Verurteilt: Bandido Andy N. muss ins Gefängnis.
jot Verurteilt: Bandido Andy N. muss ins Gefängnis.

MÜNCHEN - Der Angeklagte prügelte mit einem Spezl auf eine Prostituierte und deren Freund ein. Auch im Gerichtssaal bekommt der 27-Jährige Unterstützung von seinem Motorrad-Club.

Große, breitschultrige Männer mit Tätowierungen bis ans Kinn: Die Bandidos wollen Angst einflößen und das schaffen sie auch. Mehr als ein Dutzend Mitglieder des „Motorrad Clubs“ waren am Mittwoch ins Amtsgericht gekommen, um ihrem Spezl Andy N. (27) auf der Anklagebank den Rücken zu stärken. Die Prügel-Opfer und Nebenkläger trauten sich nicht einmal in die Nähe des Gerichtssaals, wurden von ihren Anwälten in der Zeugenbetreuungsstelle vom Fortgang des Prozesses informiert.

Ihr Erscheinen wurde dann auch überflüssig, weil sich die Verfahrensbeteiligten darauf einigten, zwei der drei Anklagepunkte fallen zu lassen, falls der Bandido ein Teilgeständnis ablegt. Was der denn auch prompt tat und sich sogar ein „Es tut mir leid“ abrang. Wegen gefährlicher und vorsätzlicher Körperverletzung wurde der einschlägig vorbestrafte Mann zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

„Ein sehr, sehr mildes Urteil“, stellte Richter Robert Grain klar. Andreas N. hatte zugegeben, dass er seine beiden Opfer – eine Prostituierte und deren Freund – am 22. Mai wegen eines Streits um Geld auf einen Parkplatz am Frankfurter Ring gelockt und dort gemeinsam mit seinen Spezln verprügelt hatte.

„Eine brutale Tat, noch dazu in aller Öffentlichkeit“, sagte der Richter. Von einer McDonald’s-Filiale aus hätten Kinder zusehen können wie die Männer ihr Opfer zu Boden schlugen und dann ins Gesicht traten. Christian M. (41) erlitt einen Nasenbeinbruch und Prellungen im Gesicht. Er wird nun 3000 Euro Schmerzensgeld vom Täter bekommen. Seine Freundin erhält 500 Euro.

Die Vorwürfe der Zuhälterei ließ das Gericht dafür fallen. Die Verteidigung stellte die Glaubwürdigkeit der Zeugen in Frage und betonte, dass ihr Mandant dem Gericht eine aufwändige Beweisaufnahme erspart habe. jot

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