Bande klaut Wohnwagen, in dem der Besitzer schläft: Der ruft noch während der Fahrt die Polizei

Mitten in der Nacht wird ein Wohnwagen in Unterhaching gestohlen – doch im Inneren schläft der Besitzer. Während die Diebe mit zwei frisch geklauten Campingfahrzeugen flüchten, ruft der Mann aus dem rollenden Anhänger die Polizei und löst eine spektakuläre Festnahme aus.
von  Hüseyin Ince
Eine Diebesbande wurde beim Wohnwagen-Klau erwischt.
Eine Diebesbande wurde beim Wohnwagen-Klau erwischt. © Bundespolizei

Eine Dreier-Bande ist offenbar auf Beutezug gewesen, als sie auch in Unterhaching zuschlug. Am Straßenrand parkte ein Wohnwagen der Marke Bürstner, der sich wohl gut hätte weiterverkaufen lassen. Kurzerhand hielten sie am Donnerstag gegen Mitternacht an und schlossen den Wohnwagen an ihr Fahrzeug.

Was sie nicht offenbar bedachten: In dem Anhänger schlief ein 43-Jähriger, auf dessen Familie der Wohnwagen zugelassen ist. Der Mann suchte in dieser Nacht wohl die Einsamkeit. Als es rumpelte und ratterte, wachte er auf. Der Mann sah sich um und kam zum richtigen Schluss: Der Anhänger wurde gerade geklaut. Die Diebe schlossen ihn gerade an einen Geländewagen der Marke Mitsubishi an.

Der Mann rief aus dem fahrenden Wohnwagen bei der Polizei an

Doch was tun? Anscheinend wollte der 43-Jährige das Risiko so gering wie möglich halten. Er entschloss sich dazu, aus dem fahrenden Wohnwagen die Polizei zu rufen. Er gab durch, wo er sich in etwa befand. Einige Streifen machten sich nun auf den Weg.

In der Hachinger Albert-Schweitzer-Straße konnten die Beamten drei Männer (45, 43 und 28 Jahre alt) festsetzen. Zwei der Männer haben ungarische Wurzeln. Alle drei wurden festgenommen und dürften ziemlich verwundert geschaut haben, als der 43-Jährige aus dem Wohnwagen der Marke Bürstner stieg, der dort zuvor geschlafen hatte.

Einer aus der Bande hatte zudem keine passende Fahrerlaubnis

Die Beamten stellten fest, dass direkt an dem frisch gestohlenen Wohnwagen ein weiterer Wagen samt Wohnwagen stand, eines der Marke Eriba Hymer. Dieses war an dem Zugfahrzeug der Marke Nissan angehängt. Nach kurzer Abfrage wurde klar, dass auch dieses Modell frisch gestohlen gewesen ist.

Die Dreier-Bande wurde festgenommen und in die Hafträume des Polizeipräsidiums München gebracht. Die Polizei beschlagnahmte die Zugfahrzeuge. Im Rahmen der Ermittlungen stellten die Beamten fest, dass der 45-Jährige aus dem Trio keine passende Fahrerlaubnis für die Kombination aus Wohnwagen und Zugfahrzeug hatte.

Das heißt, der 45-Jährige bekommt mutmaßlich zwei Anzeigen, wegen Diebstahls und auch wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis. Die gestohlenen Fahrzeuge haben nach einer ersten Schätzung einen gemeinsamen Wert von etwa 15.000 Euro.

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