Bahnmitarbeiter stirbt bei Güterzug-Unglück in München - Polizei nennt weitere Details

Update 17.55 Uhr: Die Polizei gab weitere Details zum Zugunglück in Milbertshofen bekannt. Aktuellen Ermittlungen zufolge waren zwei Güterzüge während Rangierfahrten auf zwei parallel zueinander verlaufenden Gleisen in entgegengesetzter Fahrtrichtung unterwegs. Ein Zug, aus der Richtung Freimann kommend, in der Lok war ein 28-Jähriger mit Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen, war in Richtung Westen unterwegs, der andere, aus Richtung Moosach kommend, in Fahrtrichtung Osten. Hier war ein 30-Jähriger aus Schwaben Lokführer.
Laut Polizei bestanden beide Güterzügen neben der Lok aus etwas 25 Waggons, die Gesamtlänge der Züge betrug jeweils knapp 700 Meter.
Im Bereich der Unfallstelle führten die Gleise über eine Weichenverbindung zusammen. Wie die Polizei mitteilte, wurde der in östliche Richtung fahrende Güterzug im Unfallbereich auf das Gleis des anderen Güterzugs geleitet, wobei er frontal gegen den mittigen Teil des anderen Zuges prallte.
In der Folge entgleisten mehrere Waggons beider Züge. Hierbei wurden zwei des Zuges des 30-Jährigen soweit aus dem Gleis gehoben, dass sie über das angrenzende Brückengeländer hinunter auf die Fahrbahn der Schleißheimer Straße geschoben wurden.
46-jähriger Rangierbegleiter wird tödlich verletzt
Ein 46-jähriger deutscher Rangierbegleiter, der sich auf dem dafür vorgesehenen Trittbrett am vorderen Wagen des aus Richtung Moosach kommenden Zuges befand, wurde bei dem Zusammenstoß tödlich verletzt.
Die Staatsanwaltschaft hat zur Aufklärung der Hintergründe dieses Unfalls einen Gutachter hinzugezogen. Beide Triebwagenfahrer wurden noch vor Ort durch ein Kriseninterventionsteam betreut.
Die Schleißheimer Straße ist im Bereich der Unfallstelle bis auf Weiteres in beide Fahrtrichtungen gesperrt.
Ursprungsmeldung: In Milbertshofen hat sich am frühen Samstagmorgen ein schweres Zugunglück ereignet. Wie die Polizei berichtet, sind gegen 1.40 Uhr zwei Güterzüge beim Rangieren kollidiert, dabei wurden von einem der beiden Züge zwei Waggons von der Eisenbahnbrücke gedrückt. Diese stürzten etwa fünf Meter tief auf die Schleißheimer Straße im Bereich zwischen Frankfurter Ring und Max-Diamand-Straße. Bei dem Unfall kam nach Angaben der Polizei eine männliche Person ums Leben.
Laut dem Polizeisprecher sind Kräfte der Bundespolizei, der Landespolizei, der Feuerwehr und des Rettungsdienstes vor Ort, zudem kam auch eine Drohne zum Einsatz
Unfall beim Rangieren: Güterzugwaggons stürzen von Brücke auf Straße
Warum es zu dem Unglück kam und wie hoch der Schaden ist, ist derzeit nicht bekannt. Auch was die Ladung der beiden abgestürzten Waggons betrifft. Laut Polizeisprecher soll es sich aber nicht um Gefahrengut gehandelt haben. Ein Gutachter soll nun ermitteln. Die Schleißheimer Straße wurde in beide Richtungen gesperrt.

MVV-Linienbus von herunterfallendem Gegenstand getroffen - sieben parkende Pkw beschädigt
Zum Zeitpunkt der Kollision befuhr ein Linienbus der Münchner Verkehrsgesellschaft die Schleißheimer Straße stadtauswärts. Der Linienbus war zu diesem Zeitpunkt lediglich mit dem Fahrzeugführer besetzt. Durch einen herunterfallenden Gegenstand wurde der Linienbus getroffen und leicht beschädigt, der Fahrer des Busses blieb unverletzt.
Zudem wurden insgesamt sieben weitere ordnungsgemäß am Fahrbahnrand geparkte Fahrzeuge durch herabfallende Gegenstände leicht beschädigt.
Bergungarbeiten können bis Sonntag andauern
Nach dem Absturz bereiten Fachleute die Bergung vor. Zwei Schwerlastkräne sind dafür an der Unglücksstelle eingetroffen. Einer der Waggons soll voraussichtlich auf die Straße gestellt, der andere zurück auf die Brücke gehievt werden, sagte eine Polizeisprecherin. Ob sich der Plan so umsetzen lasse, sei aber noch unklar. Die aufwendigen Arbeiten könnten bis Sonntag dauern. "Die Bergungsarbeiten werden bis weit in den Samstag, vielleicht sogar bis in den Sonntag hinein andauern", so der Polizeisprecher. Auch die Brücke wurde bei dem Unglück beschädigt.

Auf Bahnreisende im Regional- und Fernverkehr hat der Unfall keine Auswirkungen, da das betroffene Gleis laut einer Sprecherin der Deutschen Bahn nur von Güterzügen genutzt wird.