BaföG reicht nicht für München: Studierende zahlen Rekordmieten
In wenigen Tagen, am 1. Oktober, beginnt das Wintersemester. Für Studentinnen und Studenten in München bedeutet das oft, dass sie sich mit dem hiesigen Mietmarkt auseinandersetzen müssen. Und das ist keine Freude. Wer das Glück hat, überhaupt eine Wohnung oder ein WG-Zimmer zu finden, ist mit den deutschlandweit höchsten Mietpreisen konfrontiert.
Mietmisere für Studierende: So teuer ist München
Eine aktuelle Studie von "immowelt" zeigt, wie die aktuelle Lage aussieht, kurz bevor es losgeht an LMU, TUM und Co.
Dafür hat "immowelt" die 138 deutschen Hochschulstädte verglichen und als Vergleichsobjekt die Mietangebote für eine Bestandswohnung mit 40 Quadratmetern (gebaut in den 90er-Jahren) hergenommen. Stichtag war der 1. September 2026.
Die Mieten hat "immowelt" mit der BAföG-Wohnpauschale von 380 Euro und dem BAföG-Höchstsatz von 992 Euro verglichen.
Das Resultat: In München ist die Belastung für Studentinnen und Studenten mit Abstand deutschlandweit am höchsten. Durchschnittlich werden für eine 40-Quadratmeter-Wohnung hier 862 Euro Kaltmiete aufgerufen. Das ist mehr als das Doppelte der Wohnpauschale (227 Prozent, um genau zu sein). Der Anteil am BAföG-Höchstsatz läge in München bei 87 Prozent.
"Lücke ist inzwischen enorm"
"Die Lücke zwischen der BAföG-Wohnpauschale und den Mieten für Studentenwohnungen ist in vielen Hochschulstädten inzwischen enorm", so Theo Mseka, der Geschäftsführer von "immowelt". Selbst der Höchstsatz reiche kaum aus, um neben der Miete noch den Lebensunterhalt zu bestreiten. "Hinzu kommt, dass längst nicht alle Studierenden den vollen Höchstsatz erhalten. Viele sind deshalb auf einen Nebenjob oder finanzielle Unterstützung ihrer Familie angewiesen", sagt Mseka.
Nach München folgen mit großem Abstand die Hochschulstädte Frankfurt am Main (681 Euro Kaltmiete) und Stuttgart (608 Euro Kaltmiete). Da sind es also 69 Prozent (Frankfurt am Main) oder 61 Prozent (Stuttgart) des Gesamt-BAföG, die nur für die Kaltmiete draufgehen.
Tiefe Mieten in Ostdeutschland
Insbesondere in Hochschulstädten in Ostdeutschland sind die Mieten erschwinglicher: Eine der günstigsten Städte ist Chemnitz mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von 234 Euro für eine Wohnung mit 40 Quadratmetern. Die Miete beansprucht so ein Viertel des BAföG-Höchstsatzes. In Halle an der Saale sind es im Schnitt 349 Euro Wohnkosten, also rund ein Drittel des BAföG-Höchstsatzes.
So viele Menschen in München bekommen BAföG
In München ist das Studierendenwerk München Oberbayern für das BAföG zuständig. Im vergangenen Jahr haben laut dem Geschäftsbericht des Studierendenwerks 12.771 Studentinnen und Studenten die Gelder beantragt, 9.216 haben sie auch bekommen. Insgesamt hat das Studierendenwerk so 70,5 Millionen Euro ausgezahlt – im Schnitt waren es pro Person 653 Euro im Monat.
Auch das Studierendenwerk schreibt, dass dieser Betrag "angesichts der massiv gestiegenen Lebenshaltungskosten – insbesondere der Mieten im Raum München und Oberbayern – weiterhin zu niedrig bemessen ist".
