Autonomer ÖPNV: An welchen Städten sich München ein Beispiel nehmen sollte
Die Münchner legen 76 Prozent ihrer Wege zu Fuß, mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. "Das gehört zu den Spitzenwerten in ganz Deutschland“, sagt Oliver May-Beckmann. Er ist Geschäftsführer von "MCube“, das ist ein Netzwerk von Wissenschaftlern, die Mobilität erforschen.
Weil München wächst, hält es May-Beckmann für wichtig, den ÖPNV auszubauen. "Denn je später München handelt, desto teurer wird es“, sagt er. "Und man kann auch mit vergleichsweise weniger Geld Erfolge erzielen.“
Hamburg: 300 Millionen für Digitalisierung der S-Bahn
Konkret denkt er da an die komplette Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in der ÖPNV-Steuerung. Damit sei es möglich, in Echtzeit Fahrgastströme, aber auch Stau vorherzusagen. "Wenn man genau weiß, wann man die Tram oder die U-Bahn enger takten muss, hilft das, den Betrieb zu optimieren.“ Hamburg steckt zum Beispiel fast 300 Millionen in die Digitalisierung der S-Bahn.

Auch im autonomen Fahren sieht May-Beckmann ein großes Potenzial. Er geht davon aus, dass es keine zehn Jahre mehr dauern wird, bis in München autonom fahrende Busse unterwegs sind. Der große Vorteil für die Stadt: Sie bräuchte dann nicht mehr so viel Personal. Und schließlich tue sie sich gerade schwer damit, genug Fahrer zu finden.
Woran München sich laut Experte ein Beispiel nehmen sollte
An Städten wie Paris, Kopenhagen und London sollte sich München ein Beispiel nehmen, fordert May-Beckmann. "Die sind alle mit uns auf Augenhöhe.“
Erst vor zwei Jahren wurde in London eine komplett neue U-Bahn-Linie eröffnet, die Elizabeth Line mit 41 Stationen und einer Länge von 117 Kilometern. 22,5 Milliarden Euro hat das Projekt gekostet. Das ist mehr als doppelt so viel, wie für die Zweite Stammstrecke eingeplant ist.
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