Münchner Wiesn-Heldin ausgezeichnet: Bedienung reanimiert bewusstlosen Mann 15 Minuten lang

Für Daria Aigner war es ein Wiesn-Dienstag wie jeder andere – bis plötzlich ein Mann in seinem Rollstuhl zusammenklappte. Die 25-jährige Augustiner-Bedienung reagierte sofort und bewies dabei besonderen Einsatz.
Sophia Willibald |
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Oberbürgermeister Dominik Krause mit der Wiesn-Bedienung Daria Aigner. Sie erhält den diesjährigen Wiesn-Courage-Preis des Vereins Condrobs. Links im Bild: Vereinsvorstand Frederik Kronthaler.
Oberbürgermeister Dominik Krause mit der Wiesn-Bedienung Daria Aigner. Sie erhält den diesjährigen Wiesn-Courage-Preis des Vereins Condrobs. Links im Bild: Vereinsvorstand Frederik Kronthaler. © Condrobs

Auf dem Balkon der Käfer Wiesn-Schänke stehen einige Besucher beim Rauchen und blicken neugierig auf die Menschenansammlung. Mittendrin steht Dominik Krause mit einer jungen Frau, umringt von der Presse mit ihren Mikrofonen und Kameras, etlichen Vertretern der Stadt und des Vereins Condrobs.

Die Frau neben dem Oberbürgermeister heißt Daria Aigner. Sie ist 25 Jahre alt und arbeitet als Bedienung in der Augustiner-Festhalle. Und genau dort hat sie in diesem Jahr Außergewöhnliches geleistet. Dafür will ihr Krause an diesem Freitagmittag den Wiesn-Courage-Preis 2026 überreichen.

Augustiner-Bedienung reagiert sofort und leistet Außergewöhnliches

Seit 2017 vergibt der Verein Condrobs, der sich besonders für Suchtkranke einsetzt, den Wiesn-Courage-Preis. Er würdigt Menschen, die auf dem Oktoberfest hin- statt wegsehen und anderen Menschen helfen. Heuer geht die Auszeichnung an Daria Aigner. Doch was ist eigentlich passiert?

Die Wiesn-Bedienung Daria Aigner.
Die Wiesn-Bedienung Daria Aigner. © Condrobs

Es war ein Dienstagnachmittag am Haupteingang der Augustiner-Festhalle, als eine 78-jährige Frau bemerkte, dass ihr Mann im Rollstuhl plötzlich bewusstlos wurde. Sein Puls war nicht mehr zu spüren. Die Bedienung und gelernte medizinische Fachangestellte Daria Aigner erkannte den Ernst der Lage sofort.

Das Medien-Interesse ist groß, als OB Dominik Krause am Freitagmittag den Wiesn-Courage-Preis einer jungen Frau überreicht.
Das Medien-Interesse ist groß, als OB Dominik Krause am Freitagmittag den Wiesn-Courage-Preis einer jungen Frau überreicht. © Sophia Willibald

Zusammen mit einer Kollegin hob sie den Mann aus dem Rollstuhl und begann mit der Herzdruckmassage. Unfassbare 15 Minuten hielt die junge Frau die Reanimation durch, bis der Notarzt eintraf. Daria Aigner erinnert sich an die Minuten des Wartens so: "Das klingt nicht lang. Aber wenn man da kniet und drückt, fühlt es sich endlos an. Man wartet nur darauf, dass endlich der Notarzt kommt." Aufzuhören sei für sie nicht infrage gekommen.

"Eine Herzdruckmassage kann jede*r lernen"

Den Preis nehme sie nicht nur für sich selbst an, sondern für alle, die in dieser Situation geholfen hätten. "Alleine", sagt sie, "hätte ich das nicht geschafft." Ihre Zwillingsschwester betreute während des Notfalls die Ehefrau, Schankkellner und Bedienungen hielten Tücher nach oben und schirmten den Mann vor den Blicken der anderen Gäste ab, während Daria Aigner auf den Brustkorb des Mannes drückte.

Aigner will auch andere ermutigen, einen Erste-Hilfe-Kurs zu machen. "Eine Herzdruckmassage kann jede*r lernen."

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