Maxvorstadt: Radweg kommt weg, dafür gilt Tempo 20

Mehr Platz für die Fußgänger und Bäume, weniger Platz für Autos. Was genau geplant ist an dieser wichtigen Straße in der Maxvorstadt.
von  Christina Hertel
In der Mitte der Augustenstraße wird ein Baum gepflanzt. Und auch sonst soll sich in der Straße viel ändern.
In der Mitte der Augustenstraße wird ein Baum gepflanzt. Und auch sonst soll sich in der Straße viel ändern. © Baureferat LHM/ formstadt architekten

Zwei Bäume hat das Baureferat in der Augustenstraße schon gepflanzt. Der große Umbau der Straße geht aber erst am 9. März 2026 los.

Und das ist geplant: Zwischen Gabelsbergerstraße und Theresienstraße bekommt die Augustenstraße mehr Platz für Fußgänger. Auch mehr Grün, mehr Freischankflächen und Sitzmöbel soll es geben. Dafür müssen die Radfahrer, für die es heute einen schmalen Radweg neben dem Fußweg gibt, zukünftig auf der Straße fahren.

Augustenstraße in der Maxvorstadt: Radweg kommt weg

Dass der Radweg abgebaut, aber kein neuer geschaffen wird, sieht Andreas Schön vom Radclub ADFC nicht kritisch. Denn insgesamt seien die Pläne gut, meint er. Damit es für die Radfahrer nicht zu gefährlich wird, wird der Bereich durch Tempo 20 verkehrsberuhigt.

Für Autofahrer wird es offensichtlich, wo das neue Tempolimit beginnt: In der Mitte der Straße wird nämlich ein Baum gepflanzt. Der Umbau der Straße werde bis 2028 dauern, schildert Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer (Grüne) der AZ. Dafür wird die Baustelle in fünf verschiedene Abschnitte unterteilt. "Die ersten großen Veränderungen werden auf jeden Fall 2026 sichtbar", sagt sie.

Doch auch in den Jahren darauf wird gewerkelt. Es dauere auch deshalb so lange, weil die Straße nicht für den Verkehr gesperrt werden kann, sondern die Geschäfte und Wohnungen auch weiterhin beliefert und angefahren werden sollen. "Es ist eine komplexe Baustelle", sagt Ehbauer.

In der gesamten Straße sollen 17 neue Bäume gepflanzt werden. Es entstehen außerdem 192 zusätzliche Fahrradabstellplätze sowie 10 Lastenradstellplätze. Heute gibt es in der Augustenstraße 254 Parkplätze. Nach dem Umbau werden es 197 sein. Allerdings sind davon zwei für Carsharing und 26 für Lieferzonen gebunden.

"Dreist, dafür Geld auszugeben": CSU-OB-Kandidat kritisiert Umbaupläne

Die Grünen freuen sich auf den Umbau. Stadtrat Florian Schönemann, der auch Sprecher des Grünen Ortsverbands in der Maxvorstadt ist, hofft, dass die Menschen hinterher mehr Zeit in der Augustenstraße verbringen: Entlangschlendern, sich ein Eis holen, in einer der neuen Freischankflächen sitzen. Jetzt, sagt er, sei es in der Augustenstraße so stressig, so eng, dass sich dort niemand gerne lange aufhalten will.

Der CSU-OB-Kandidat Clemens Baumgärtner hat freilich eine ganz andere Meinung. "In Zeiten einer Haushaltskrise ist es dreist, dafür Geld auszugeben. Wäre ich OB, hätte ich dieses Experiment gestoppt." Der Umbau sei nur eines von vielen „ideologischen Experimenten“ der Grünen.

Sieben Millionen Euro soll der Umbau der Augustenstraße kosten. Dieses Geld zu investieren, lohne sich auf jeden Fall, sagt Schönemann. "Wir bekommen dafür sehr viel."

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.