Aufnahmestopp für Wildtiere im Münchner Tierheim

Das Münchner Tierheim hat seine Kapazitätsgrenze erreicht. Im Moment können keine wild lebenden Tiere mehr angenommen werden.
von  Ruth Frömmer
Wer ein verletztes Tier wie diese Blaumeise findet, kann es derzeit nicht ins Münchner Tierheim bringen. Derzeit müssen die Münchner sich entweder an lokale Tierärzte oder die Tierrettung wenden.
Wer ein verletztes Tier wie diese Blaumeise findet, kann es derzeit nicht ins Münchner Tierheim bringen. Derzeit müssen die Münchner sich entweder an lokale Tierärzte oder die Tierrettung wenden. © IMAGO (www.imago-images.de)

Der Klimawandel sorgt nicht nur für Wasserknappheit, sondern bringt auch das Münchner Tierheim an seine Grenzen. Etwa 800 Tiere beherbergt es aktuell, davon sind rund 400 Wildtiere wie Wildvögel und Wasservögel, auch Igel, ab und an Marder, Füchse und weitere.
"Allein im Juni 2026 haben wir 50 Igel und Marder, 335 Wild- und Wasservögel und 40 Tauben aufgenommen", teilt Tierheim-Sprecherin Kristina Berchtold der AZ mit. Davon seien einige bereits wieder ausgewildert.

"Am 23. Juni haben wir einen Aufnahmestopp verhängt." Die Dauer hänge davon ab, wie viele Tiere schnell wieder in die Freiheit entlassen werden können. Dabei spielen nicht nur der Gesundheitszustand der Tiere eine Rolle, sondern auch die Quarantänebedingungen.
Aktuell hat das Tierheim zusätzliche Quarantäneauflagen bezüglich der potenziellen Aufnahme von AI-gefährdeten Arten. Gemeint ist die Aviäre Influenza, die Geflügelpest. Aufgrund der Raum- und Pflegerkapazitäten könne das Tierheim weniger Tiere aufnehmen als ohne Quarantäneauflagen.

Plätze werden ohne öffentliche Mittel finanziert

Zusätzlich gibt Berchtold zu bedenken, dass alle Plätze im Tierheim ohne öffentliche Mittel ausschließlich auf Spendenbasis finanziert werden. Aktuell rechnet das Tierheim damit, in ein bis zwei Wochen wieder Tiere aufnehmen zu können.

Dass im Moment so viele Wildtiere ins Tierheim gebracht werden, hängt auch mit dem Wetter zusammen. Auch Tiere vertragen die große Hitze nicht gut. Durch übermäßige Bebauung, intensive Landwirtschaft und naturfeindliche Gartengestaltung gebe es immer weniger Lebensraum für viele Tierarten, erklärt Berchtold. Das Insektensterben sorgt außerdem für Nahrungsknappheit.

Was also tun? "Grundsätzlich empfehlen wir, sich zuerst gut zu informieren, bevor Wildtiere einfach eingepackt und hierher gebracht werden", sagt Berchtold. Auf diversen Websites (siehe unten) gibt es Hilfe bei der Unterscheidung zwischen wirklich hilfsbedürftigen Tieren und nicht hilfsbedürftigen Tieren. "Leider bekommen wir auch öfter Tiere gebracht, die eigentlich keine Hilfe benötigen."

Verletzte Tiere sollten natürlich immer versorgt werden. In München gibt es die Tierrettung und viele Tierärzte. Einige behandeln Wildtiere kostenlos, andere nicht. Deshalb immer vorher anrufen.

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