Auch in München: Schüler gehen gegen Wehrpflicht auf die Straße

Schon im Dezember waren bundesweit zahlreiche junge Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die neue Wehrpflicht zu demonstrieren. Jetzt gibt es eine Neuauflage – in Bayerns Landeshauptstadt wird auch demonstriert.
AZ/dpa |
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Bundesweit wollen junge Menschen gegen die Wehrpflicht auf die Straße gehen. (Archivbild)
Bundesweit wollen junge Menschen gegen die Wehrpflicht auf die Straße gehen. (Archivbild) © Bernd Wüstneck/dpa

In rund einem Dutzend bayerischer Städte wollen Schülerinnen und Schüler heute gegen die Wehrpflicht auf die Straße gehen. Unter dem Motto "Schulstreik gegen Wehrpflicht" wollen sie in München, Nürnberg, Augsburg und Ingolstadt ebenso gegen die neuen Regelungen protestieren wie in Bamberg, Bayreuth, Erlangen, Hof, Ingolstadt, Kempten und Landshut. In München haben die Initiatoren rund 1.500 Teilnehmer erwartet. Laut Angaben der Polizei wurden kurz vor Beginn der Veranstaltung etwa 600 Teilnehmer gezählt. 

Die Aktion findet auch bundesweit in zahlreichen Städten statt. "Wir werden zeigen, dass die Jugend keine Fragebögen, keine Wehrpflicht, keinen Krieg will!", kündigten die Initiatoren an. Schon im Dezember waren zahlreiche junge Menschen deshalb auf die Straße statt in die Schule gegangen. Dabei kann ihnen das durchaus Probleme einbrocken.

Denn Schülerinnen und Schüler können sich für solche Aktionen nicht vom Unterricht befreien lassen. Es gelte die Schulpflicht, betonte ein Sprecher des bayerischen Kultusministeriums. "Zudem gilt: Politische Kundgebungen sind im schulischen Bereich unabhängig vom verfolgten politischen Ziel nicht erlaubt. Deshalb ist eine Teilnahme an einer politischen Kundgebung im Rahmen eines Schulgangs oder auch eine Befreiung vom Unterricht dafür nicht möglich." 

Streiken gilt als unentschuldigtes Fehlen

In der Folge werde ein Fernbleiben vom Unterricht am Streiktag genauso gehandhabt wie unentschuldigtes Fehlen. Was genau die Konsequenzen sind, entscheiden die jeweiligen Schulleitungen nach pädagogischem Ermessen. In einigen bayerischen Städten können Interessierte dieses Dilemma geschickt umgehen: In Ingolstadt und Kempten etwa beginnen die Veranstaltungen erst um 13.30 Uhr. Viele Jugendliche haben dann schon keinen Unterricht mehr.

Hintergrund des Schulstreiks ist die Neuregelung des Wehrdienstes in Deutschland. Seit Anfang des Jahres bekommen junge Menschen, die volljährig werden, Fragebögen zugeschickt. Abgefragt werden Angaben zur Person, der Gesundheit sowie die Bereitschaft zum Wehrdienst. Männer müssen den Fragenbogen zurückschicken, Frauen können es. Für Männer ist auch die Musterung verpflichtend, allerdings befinden sich die Kapazitäten dafür noch im Aufbau. Der Wehrdienst an sich ist aber zunächst freiwillig. Sollte das nicht ausreichen, behält sich die schwarz-rote Koalition die Einführung einer sogenannten Bedarfswehrpflicht vor.

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  • Therapeut vor 57 Minuten / Bewertung:

    Im Verteidigungsfall (Kriegsfall) können in Deutschland grundsätzlich alle männlichen deutschen Staatsbürger im Alter von 18 bis 60 Jahren zum Wehrdienst eingezogen werden.
    Frauen können zwar nicht zum Dienst an der Waffe verpflichtet werden, aber in zivilen Bereichen. Die Grundrechte, insbesondere das Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen, bleiben jedoch bestehen. D.h. jeder 18 bis 60-jährige deutsche Staatsbürger kann zumindest in zivilen Bereichen verpflichtet werden.
    Ich finde es menschlich und gesellschaftlich richtig, etwas für sein Land und seine Mitmenschen zu tun.
    Werden die Leute dazu verpflichtet, werden diejenigen, die dagegen sind, weniger engagiert sein, sich vielleicht sogar gegen das System stellen.
    Doch im Verteidigungsfall stellt sich die Frage nach einer Wehrpflicht eben erst gar nicht. Da sollte ein Land bestmöglich vorbereitet sein und jeder der kann, etwas dazu beitragen, unabhängig vom Alter.

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  • Witwe Bolte vor einer Stunde / Bewertung:

    Herr Puh-tin wird sich sehr freuen, wenn er über die Begeisterungsfähigkeit unserer jungen Männer zum Thema Wehrpflicht informiert wird. 😁

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  • Himbeer-Toni vor 3 Stunden / Bewertung:

    Jaja, unsere ach so tolle Jugend. Zu Hunderttausenden auf die Theresienwiese marschieren, Demokratie und Freiheit plärren, aber wenn es ernst wird sollen bitteschön andere den Kopf hinhalten.

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