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Attacke auf Israelisches Generalkonsulat: Steinewerfer löst Großeinsatz der Polizei aus

Ein 24-Jähriger hat am Samstag Steine in Richtung des Israelischen Generalkonsulats am Karolinenplatz in München geworfen. Ein verdächtiger Rucksack stellte sich als harmlos heraus. Zudem rief er "Allahu Akbar". Der Mann wurde in ein Krankenhaus eingewiesen. 
Ralph Hub
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Polizisten sperren nach einem Vorfall den Karolinenplatz ab. (Archivbild)
Polizisten sperren nach einem Vorfall den Karolinenplatz ab. (Archivbild) © Peter Kneffel

Ein 24 Jahre alter Mann aus dem Jemen, der in einer Unterkunft im Landkreis Fürstenfeldbruck lebt, hat am Samstagmittag zunächst Steine gegen das Israelische Generalkonsulat am Karolinenplatz geworfen. Der Sicherheitsdienst beobachtete den Angriff über Monitore und verständigte die Polizei. Zudem soll er dabei "Allahu Akbar!" (Allah ist groß) gerufen haben. In der Nähe wurde außerdem ein verdächtiger Rucksack gefunden. Umgehend wurde im Polizeipräsidium Großalarm ausgelöst.

Starke Polizeikräfte riegeln die Umgebung ab

Ein Großaufgebot der Polizei wurde zum Karolinenplatz geschickt, das die Umgebung weiträumig abriegelte. Straßenabsperrungen wurden errichtet, die Anwohner rund um den Platz wurden aufgefordert, die Balkone nicht zu betreten. Spezialkräfte der Polizei rückten an. Ein speziell ausgerüsteter Roboter kam zum Einsatz. Die Maschine hatte allerdings Probleme, den Ablageort zu erreichen, Poller versperrten den Weg. Das ferngesteuerte Kettenfahrzeug konnte den verdächtigen Rucksack daher nicht untersuchen. Bombenexperten der Polizei in spezieller Schutzkleidung röntgten den Rucksack. Der Inhalt stellte sich später als harmlos heraus, wie ein Polizeisprecher der AZ am Sonntag bestätigte.

Tatverdächtiger in psychiatrische Klinik eingewiesen

Der 24-Jährige, der die Steine geworfen und Parolen gerufen hat, wurde von der Polizei festgenommen. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, handelt es sich bei dem Tatverdächtigen, nicht wie zuerst berichtet, um einen Syrer, sondern um einen 24-Jährigen jemenitischer Staatsangehörigkeit mit Wohnsitz in Fürstenfeldbruck. Da der Mann vor dem Gebäude einen Rucksack mit unbekanntem Inhalt abgelegt hatte und durch seine Äußerungen nicht auszuschließen war, dass es sich um einen sprengstoffverdächtigen Gegenstand handelte, wurde der Bereich um den Karolinenplatz großräumig abgesperrt. Der Verdächtige wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. In der Unterkunft, in der der Mann wohnt, wurden nach Polizeiangaben Medikamente gefunden, die auf eine psychische Erkrankung schließen lassen. Der 24-Jährige war in den vergangenen Monaten in der Unterkunft mehrmals wegen seines Verhaltens aufgefallen. Dreimal rückte die Polizei an, weil er mit anderen Personen in Streit geraten war. Der 24-Jährige wurde auch schon wegen Körperverletzung angezeigt.

Generalkonsulin zeigt sich tief betroffen

Talya Lador-Fresher, die israelische Generalkonsulin, schrieb als Reaktion auf den Vorfall auf Instagram und bei X (früher Twitter): "Wieder einmal ein Versuch, unser Generalkonsulat anzugreifen." "Terror und tödliche Ideologie kennt keine Grenzen, und es ist unser gemeinsames Ziel, ohne Bedrohungen zu leben." Die Diplomatin dankte der Münchner Polizei für deren Einsatz.

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Mehrere Anschläge innerhalb der letzten zwei Jahre

In den vergangenen Jahren war das Generalkonsulat mehrmals Ziel von Angriffen: Im Mai 2024 hatten Unbekannte die Attrappe eines Molotow-Cocktails über den Sicherheitszaun des Generalkonsulates geworfen: Es handelte sich um eine Plastikflasche, in der sich eine Kugel befand.

Im September 2024 verübte ein islamistisch motivierter 18-Jähriger aus dem Salzburger Land mit einem alten Armeekarabiner aus der Schweiz einen Anschlag auf das israelische Generalkonsulat. Er feuerte mehrmals mit der Waffe, bevor Polizisten ihn stellten. Der 18-Jährige wurde niedergeschossen und erlag seinen Verletzungen noch am Tatort.

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