Arbeitgeber verlängert Frist: Vorerst wohl kein Nahverkehr-Streik in München

Beim Tarifkonflikt im öffentlichen Nahverkehr haben die Arbeitgeber den Gewerkschaften eine zweiwöchige Fristverlängerung eingeräumt. Warnstreiks, wie zuletzt in München, sollen damit vorerst vom Tisch sein.
| Michael Schleicher
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Ein Bild von vergangener Woche: Der menschenleere U-Bahnsteig am Hauptbahnhof.
Tobias Hase/dpa Ein Bild von vergangener Woche: Der menschenleere U-Bahnsteig am Hauptbahnhof.

München - Eigentlich hätte es bei den Tarifverhandlungen im öffentlichen Nahverkehr bis Dienstag um Mitternacht eine Entscheidung geben müssen. Zu der kam es jedoch nicht – der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern (KAV) hat die Erklärungsfrist für die Gewerkschaften um zwei Wochen verlängert, das bestätigte MVG-Sprecher Matthias Korte auf AZ-Nachfrage. Korte geht jedoch nicht davon aus, dass die Verhandlungen nochmal zwei Wochen andauern werden, vielmehr könnte es früher zu einer Einigung kommen.

Korte betonte, dass die Fristverlängerung ein "Signal der Arbeitgeber" sei und man sich "dialogbereit" gebe. "Wenn man spricht, muss man nicht unbedingt streiken", so der Sprecher. Für ihn ist die Gefahr vor einem möglichen Streik im öffentlichen Nahverkehr vorerst gebannt, jedoch stellt er auch klar, dass die Gewerkschaften in diesem Fall das letzte Wort haben.

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MVG: Keine großen Veränderungen im Angebot

In den kommenden Tagen warten die Arbeitgeber jetzt also auf konkrete Vorschläge der Gewerkschaften. Letzten Freitag gab es ein Angebot, welches Gehaltssteigerungen und verschiedene Zuschläge beinhaltete. Jedoch zu wenig für die Gewerkschaften, für die es vor allem um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen geht. Große Veränderungen im Angebot wird es laut Korte jedoch nicht mehr geben, da der finanzielle Rahmen gleich bleiben müsse, der finanzielle Bogen nicht überspannt werden dürfe. Jedoch könne man "natürlich über verschiedene Bausteine sprechen", die geändert werden könnten.

Am Ende entscheiden jedoch die Gewerkschaften, ob die Streikgefahr wirklich gebannt ist. Auf Nachfrage teilte Norbert Flach, Bayerns Verdi-Vize und Verhandlungsführer bei den Gesprächen, mit, dass es zumindest in dieser Woche zu keinen weiteren Streiks im Öffentlichen Nahverkehr kommen soll. Über die Zeit darüber hinaus konnte er noch nichts sagen. Laut Flach werde aktuell ein neuer Sondierungstermin gesucht – und zwar "möglichst zeitnah". Bei diesem soll dann eine Einigung zwischen beiden Seiten erfolgen. Gleichzeitig werde man jedoch auch die Planungen für einen weiteren möglichen Warnstreik vornehmen – dennoch seien Streiks bis zum Sondierungsgespräch "eher unwahrscheinlich".

Warum keine Einigung zwischen beiden Seiten erfolgt ist? "Wir haben die Verhandlungen abgebrochen, weil die Arbeitgeber auf unsere Forderungen nach Entlastung der Beschäftigten völlig unzureichend eingegangen sind. Eine Tarifeinigung ohne Entlastung der Beschäftigten wird es mit Verdi nicht geben“, so Flach.

Vergangene Woche gab es einen ersten Nahverkehrs-Streik in München – von 4 Uhr bis etwa 8 Uhr fuhren keine U-Bahnen, auch der Bus- und Tramverkehr war stark eingeschränkt. Zuletzt gab es sogar Gerüchte, dass es möglicherweise einen 24-Stunden-Streik in München geben würde.

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