Antisemitische Parolen und scharfe Patrone: Münchner Hauptsynagoge erhält Drohbrief 

Ein unbekannter Absender hat einen Brief mit antisemitischen Parolen und einer scharfen Patrone an die Hauptsynagoge am Sankt-Jakobs-Platz in der Altstadt geschickt. Der Brief wurde vom Sicherheitsdienst abgefangen. Der Staatsschutz der Polizei ermittelt. 
von  Ralph Hub
Die Synagoge am Sankt-Jakobs-Platz:Der Sicherheitsdienst hat den Drohbrief abgefangen und der Polizei übergeben. Der Staatsschutz ermittelt.
Die Synagoge am Sankt-Jakobs-Platz:Der Sicherheitsdienst hat den Drohbrief abgefangen und der Polizei übergeben. Der Staatsschutz ermittelt. © Peter Kneffel

Der Sicherheitsdienst der Hauptsynagoge hat einen antisemitischen Drohbrief abgefangen. In dem Kuvert lag neben einem Zettel mit antiisraelischen und antisemitischen Parolen auch eine scharfe Patrone. Beides wird inzwischen im Kriminallabor untersucht. Der Staatsschutz im Präsidium hat umfangreiche Ermittlungen eingeleitet.

Sicherheitsdienst fängt Drohbrief ab

Der Brief lag am Donnerstag in der Post. Der Sicherheitsdienst in der Hauptsynagoge überprüft routinemäßig alle eingehenden Postsendungen, dabei fiel gegen Mittag ein bestimmter Brief auf. Die Polizei wurde alarmiert. Beamte stellten das Kuvert samt Inhalt sicher.

In dem Brief standen antisemitische Parolen, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Nähere Angaben zum Inhalt machte eine Polizeisprecherin aus ermittlungstechnischen Gründen nicht. Unbekannt ist auch, ob der Absender seine Identität genannt hat, oder den Brief anonym verschickte.

Keine Hinweise auf konkrete Bedrohung

Laut aktuellem Ermittlungsstand bestehe keine konkrete Gefahr für die Synagoge, sagte eine Polizeisprecherin. Man habe umfangreiche Ermittlungen eingeleitet, um den Absender des Briefes zu identifizieren.

Patrone für eine scharfe Schusswaffe

Untersuchungen der Munition ergaben inzwischen: Die Patrone in dem Brief war tatsächlich scharf und könnte vom Kaliber her zu einer Pistole oder einem Revolver passen, wie das Präsidium mitteilte. Die weiteren Ermittlungen werden vom Kriminalfachdezernat 4 im Polizeipräsidium geführt, zu dem beim Staatsschutz das Kommissariat K 44, zuständig für Straftaten aus dem rechten Spektrum, gehört.

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