Amtsgericht München: So trickste Johanna R. (79) zwei Trickbetrüger aus

Eine Neuhauserin geht zum Schein auf einen Betrug ein und informiert die Polizei. Die Täter gehen jetzt in den Knast.
| John Schneider
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Zum Schein auf den Betrug eingegangen: Johanna R. (79) hat den Abzockern eine Falle gestellt. Die gelinkten Betrüger sind beide geständig.
jot Zum Schein auf den Betrug eingegangen: Johanna R. (79) hat den Abzockern eine Falle gestellt. Die gelinkten Betrüger sind beide geständig.

Als ich die Haustür aufgemacht habe, ging mein Herz schon schneller." Johanna R. erinnert sich noch gut an den 21. November des vergangenen Jahres. Den Tag, als zwei Männer versucht haben, sie um ihre gesamten Ersparnisse zu bringen.

Der eine Trickbetrüger gab sich am Telefon als Bankmitarbeiter aus, der andere sollte den falschen Polizisten und Abholer geben. Der Versuch scheiterte, weil die clevere 79-Jährige die Polizei informierte.

Am Dienstag sitzen die beiden ausgetricksten Trickser auf der Anklagebank des Amtsgerichts. Wegen versuchten Betruges. Die beiden Angeklagten (34, 36) gestehen die Tat und bekommen im Rahmen einer Einigung zwischen den Prozessbeteiligten eine Strafe von jeweils einem Jahr Haft ohne Bewährung aufgebrummt.

Johanna R.: "Schon beim dritten Satz wurde ich misstrauisch"

Johanna R. aber schildert noch einmal, wie sie die Männer in die Falle tappen ließ. Der erste Anruf erreichte sie beim Mittagessen. "Schon beim dritten Satz wurde ich misstrauisch", erinnert sich die Neuhauserin. Der Anrufer gab sich als Mitarbeiter ihrer Hausbank aus, wollte mit ihrem Mann sprechen. Doch der ist bereits einige Jahre tot.

Dann tischte der "Bankmitarbeiter" der pensionierten Oberstudienrätin die Geschichte von angeblichen Falschgeldfällen auf. Bei welcher Bank sie denn ihr Konto habe, wollte er wissen. Von Sparkasse bis Hypo-Vereinsbank – Der Fremde riet einfach drauflos. Johanna R.: "Da war ich mir endgültig sicher, dass ich es mit einem Betrüger zu tun habe."

Er sagte schließlich, dass sie ihre Kreditkarte mitsamt PIN in einen Umschlag stecken solle. Ein Polizist würde diesen dann bei ihr abholen, um das Geld auf Blüten zu überprüfen.

Wer’s glaubt! Johanna R. jedenfalls nicht. Sie rief bei der Polizei an. Die schickte Verstärkung, um die Betrüger auf frischer Tat zu ertappen. Richtig clever: Um die echten von den falschen Polizisten zu unterscheiden, machte die 79-Jährige ein Codewort mit der Polizei aus. "Das lautete ,Weihnachten’, erinnert sie sich und lächelt.

Denn der Plan ging voll auf. Einer der beiden Betrüger klingelte wenig später an der Tür. Da Johanna R. beim Aufmachen aber keinen Umschlag in der Hand hielt, witterte der Mann Ungemach und wollte schnell wieder gehen.

Zu spät. Die Beamten kamen aus ihrem Versteck und nahmen ihn fest. Auch sein Komplize, der ihm Auto gewartet hatte, wurde an Ort und Stelle erwischt.

Lesen Sie hier: Rundfunkbeitrag-Zoff: Spaghettimonster contra Religion

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