"Amerell wollte Theo Zwanziger verklagen"

TV-Fußball-Reporter Uli Köhler war einer der Letzten, die mit dem verstorbenen Ex-Schiri Manfred Amerell sprachen - im AZ-Interview spricht er über die Pläne des 65-Jährigen
| Thomas Gautier
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Die Polizei hat die Tür von Amerells Wohnung im dritten Stock mit einem Siegel versehen.
dapd 6 Die Polizei hat die Tür von Amerells Wohnung im dritten Stock mit einem Siegel versehen.
In dieser Wohnung im Münchner Stadtteil Neuhausen wurde die Leiche von Manfred Amerell gefunden. Die Bilder
dpa 6 In dieser Wohnung im Münchner Stadtteil Neuhausen wurde die Leiche von Manfred Amerell gefunden. Die Bilder
In dieser Wohnung im Münchner Stadtteil Neuhausen wurde die Leiche von Manfred Amerell gefunden. Die Bilder
dpa 6 In dieser Wohnung im Münchner Stadtteil Neuhausen wurde die Leiche von Manfred Amerell gefunden. Die Bilder
Ein Klingelschild mit der Aufschrfit "B. Amerell" hängt an der Eingangstür.
dpa 6 Ein Klingelschild mit der Aufschrfit "B. Amerell" hängt an der Eingangstür.
In diesem Wohnhaus im Münchner Stadtteil Neuhausen wurde die Leiche von Manfred Amerell gefunden.
dapd 6 In diesem Wohnhaus im Münchner Stadtteil Neuhausen wurde die Leiche von Manfred Amerell gefunden.
Das Wohnhaus in Neuhausen: Hier wurde Manfred Amerell tot aufgefunden.
dapd 6 Das Wohnhaus in Neuhausen: Hier wurde Manfred Amerell tot aufgefunden.

AZ: Herr Köhler, Sie kennen Manfred Amerell seit Jahren – wie sehr hat Sie sein Tod getroffen?
ULI KÖHLER: Das war ein Hammer-Schock. Ich kenne Manfred Amerell seit fast 40 Jahren. Am 1. Januar 1974 habe ich bei der Abendzeitung im Sport angefangen – da war er Geschäftsführer von 1860.

War er nach all dieser Zeit ein Freund?
Wir waren nicht befreundet, wir kannten uns gut und mochten uns.

Sie sind einer der letzten, die mit ihm geredet haben.
Er rief mich am 29. November an. Es ging um den Kempter-Prozess, er wollte von mir ein Zitat eines Schiedsrichters erfahren – ob ich ihm den genauen Wortlaut beschaffen kann.

Wie wirkte Amerell während des Gesprächs?
Bayerisch-kämpferisch. Er sagte, dass er sich nichts gefallen lasse, und dass er voll rehabilitiert werden will.

Manfred Amerell wollte den Kempter-Prozess „neu aufrollen“, haben Sie gesagt – hat er Genaueres dazu gesagt?
Er wollte im Zuge eines Zivilverfahrens Michael Kempter, Franz-Xaver Wack und Theo Zwanziger
(Ex-DFB-Präsident, d. Red.) verklagen.

Haben Sie danach nochmal mit ihm gesprochen?
Ich habe ihn erst am Montag angerufen. Ich wollte über Stark (Schiedsrichter Wolfgang Stark, der am Wochenende eine krasse Fehlentscheidung im Spiel Dortmund-Wolfsburg zu verantworten und dies auch zugegeben hatte, d. Red.) mit ihm reden. Er ging nicht ran. Und rief auch nicht zurück – was ihm unähnlich sah. Aber gedacht habe ich mir nichts.

Ein Selbstmord steht im Raum.
Das wäre ganz bitter. Er war ein Kämpfer. Ein Selbstmord wäre eine Katastrophe. Aber: Es gibt viele Zitate aus der Vergangenheit von ihm...

Etwa: „Seit dem 1. Februar 2010 lebe ich nicht mehr, ich existiere nur noch“...

...die zeigen, dass er psychisch schwer gebeutelt war.
 

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