Amateur-Derby 1860-FCB: Polizei verhielt sich fehlerlos

Dezember 2007: Beim Amateurspiel 1860 gegen den FC Bayern München geht's hoch her in den Fanlagern - viele Löwen-Fans klagen später gegen die Polizei: Sie habe zu hart durchgegriffen. Der Staatsanwalt ist anderer Meinung.
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Löwenfans in der Kurve - nach einem Spiel gegen Bayern II Ende 2007 bekamen es einige mit der Polizei zu tun
AP Löwenfans in der Kurve - nach einem Spiel gegen Bayern II Ende 2007 bekamen es einige mit der Polizei zu tun

MÜNCHEN - Dezember 2007: Beim Amateurspiel 1860 gegen den FC Bayern München geht's hoch her in den Fanlagern - viele Löwen-Fans klagen später gegen die Polizei: Sie habe zu hart durchgegriffen. Der Staatsanwalt ist anderer Meinung.

Das Regionalliga-Fußballspiel zwischen den Amateurmannschaften des TSV 1860 München und des FC Bayern München im Dezember 2007 im Grünwalder Stadion endete 1 zu 0 für Bayern II - doch das war nicht das Wichtige an diesem Spiel: Vor dem Derby hatten sich 84 Löwen-Fans vorm Wienerwald an der Tegernseer Landstrasse versammelt, um die Bayern-Fans an deren Treffpunkt aufzumischen. Doch die Aktion floppte: Noch ehe die Schlägerei in Gang kam, kesselte die Polizei die blauen Krawallmacher ein: Die komplette Truppe ab ins Präsidium! Und zwar bis nach Abpfiff. Zelle statt Stadion.

Viele Löwen-Fans warfen der Polizei später vor, unverhältnismäßig hart vorgegangen zu sein. Sie hätte Fans nach dem Spiel rechtswidrig im Block festgehalten, Gewalt angewendet und Pfefferspray und Schlagstöcke auch gegen Unbeteiligte benutzt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelte - und stellte das Verfahren am 10. September 2008 ein - es gab keinen konkreten Tatverdacht. Dann aber flatterte wieder eine Beschwerde ins Haus - die Staatsanwälte rollten den Fall neu auf, befragte Zeugen und führte neue Ermittlungen durch. Dabei sahen sie sich auch Videos und Fotos an.

Pfefferspray, Schlagstock? Korrekt und verhältnismäßig

Dabei kam raus: Die zweifach angekündigte Blocksperre von etwa 30 Minuten war in Ordnung: Sie sollte die Fangruppen trennen, da Gewalt zu erwarten war. "Die damit einhergehende kurzfristige Freiheitsbeschränkung von Fans des TSV 1860 München war erforderlich und verhältnismäßig. Sie ist daher strafrechtlich nicht zu beanstanden", meldet die Staatsanwaltschaft.

Die Ermittlungen machten auch klar, dass Teile aggressiver Fangruppen massiv Polizeibeamte attackierten, "mit Gegenständen bewarfen, bespuckten, vereinzelt durch Schläge oder Tritte attackierten, ansprangen, mit Gebärden und Worten konkret bedrohten, einen Beamten die Treppen hinunterstießen und einzelnen Beamten verletzten" - das harte Durchgreifen mit Pfeffersprays und Schlagstöcken sieht der Staatsanwalt als "nicht von vornherein rechtswidrig".

Auch der Stockeinsatz vor dem Stadion, "um andrängende und aggressive Fans vor Übergriffen auf Polizeibeamte abzuhalten und Richtung Stadionausgang zu leiten, sowie der Einsatz zum Abdrängen und Wegdrücken einzelner Fans stellte sich in dieser Situation als grundsätzlich rechtmäßig dar", meldet die Justiz.

Mann oder Frau? Das hatten manche Zeugen vergessen

Schläge gegen unbeteiligte Besucher wurden auch geprüft. "Konkrete, verfolgbare Straftaten konnten hierbei jedoch auch im Rahmen der umfangreichen Nachermittlungen nicht erwiesen werden. Ein Anzeigeerstatter, der einen unmotivierten Pfeffersprayeinsatz eines Polizeibeamten beschrieb, konnte trotz Wahllichtbildvorlage mit allen aufgrund seiner Beschreibung in Betracht kommenden Polizeibeamten diesen nicht identifizieren."

Auch andere Zeugen konnten Beamten, "die angeblich rechtswidrig den Einsatzmehrzweckstock eingesetzt hatten, nicht einmal ansatzweise so beschreiben, dass eine Individualisierung hätte erfolgen können." Manche wussten nicht einmal, ob die Beamten Frauen oder Männer waren.

Fazit: Ad Acta - der Fall ist abgeschlossen. Für die Staatsanwaltschaft steht fest: Die Polizei hat sich korrekt verhalten.

tg

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