Am Langwieder See: Altbekannte Plage macht sich wieder in München breit
Alle Jahre wieder: Die für Menschen giftigen Raupen des Eichenprozessionsspinners haben erneut zahlreiche Bäume in Bayern befallen. Auch in München melden sich die Nachtfalter zurück, derzeit vorwiegend am Langwieder See und am Lußsee. Worauf zu achten ist, was die Stadtratsfraktion der CSU jetzt fordert.
Der Eichenprozessionsspinner konnte sich wegen des warmen Wetters in den vergangenen Monaten stark ausbreiten. In Nürnberg etwa läuft die Bekämpfung nach Angaben der Stadt auf Hochtouren. Trotzdem kommen die Fachleute kaum hinterher. In den nächsten Wochen sind die Mitarbeiter von Fachfirmen unterwegs, um die haarigen, schwarz-weißen Raupen und ihre Gespinste von Eichen zu entfernen.
Auch die verlassenen Gespinste sind eine Gefahr
Denn die winzigen Brennhaare der Tiere können schwere allergische Reaktionen, Hautreizungen und Atembeschwerden auslösen. Mit bloßem Auge sind diese aber nicht zu erkennen.
Ein weiteres Problem: Man muss nicht einmal direkt mit den bis zu vier Zentimeter langen Raupen in Kontakt kommen. Die Haare können laut dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit dem Wind meterweit durch die Luft getragen werden. Auch die verlassenen Gespinste stellen eine Gefahr dar, da die darin eingewobenen Brennhaare mehrere Jahre überdauern können.
Eichenprozessionsspinner: Wie werden Badegäste geschützt und informiert?
Die CSU-Fraktion im Münchner Rathaus stellt dazu am Mittwoch (24. Juni) eine Anfrage an den Oberbürgermeister, um den Schutz und die Information der Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen.
"Zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners werden bayernweit verschiedene Maßnahmen durchgeführt, auch am Langwieder See hat die Stadt offenbar reagiert und Teile des Gebiets abgesperrt", heißt es in einer Mitteilung. Auch "München TV" hat dazu bereits berichtet.
"Hier lauert nun eine Gefahr für die Erholungssuchenden"
Die CSU-Fraktion möchte wissen, welche Maßnahmen geplant sind, wie eine Ausbreitung verhindert werden kann und wie die Bevölkerung bestmöglich über die Situation informiert werden kann.
"Es sind hochsommerliche Temperaturen, die Menschen zieht es nach draußen in die Parks, Wälder und Badeseen", sagt Sebastian Kriesel, CSU-Stadtrat und planungspolitischer Fraktionssprecher: "Doch hier lauert nun eine Gefahr für die Erholungssuchenden. Der Eichenprozessionsspinner hat sich am Langwieder See eingenistet. "
Der Nachtfalter ist vor allem in den Monaten Mai bis Juli gefährlich, wenn die Raupen ab dem dritten Larvenstadium ihre giftigen Brennhaare entwickeln. Aufgrund der hartnäckigen Haare können befallene Bereiche, alte Nester und der Waldboden jedoch bis zu mehrere Jahre lang ein Gesundheitsrisiko darstellen.
Eichenprozessionsspinner wird oft mit anderen Schmetterlingsarten verwechselt
Einen verstärkten Befall in den bayerischen Wäldern hat auch die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in diesem Jahr festgestellt. "Das ist selten", sagte ein Sprecher. Die LWF weist zudem auf die Verwechslungsgefahr hin: Der Eichenprozessionsspinner werde oft mit anderen Schmetterlingsarten verwechselt, die sich ebenfalls in großen Gespinstnestern verpuppen.
"Einzeln stehende und gut besonnte Eichen" werden bevorzugt
Laut Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) lassen sich zum Beispiel vielerorts die gespenstigen Gebilde einiger Gespinstmottenarten in Bayern beobachten, die sich im Zuge der Klimaerwärmung ebenfalls verstärkt ausbreiten.

Die Raupen hüllen demnach bestimmte Bäume und Sträucher wie Weißdorn, Pflaume oder Traubenkirsche in silbrige Schleier, unter denen sie die Blätter vollständig abfressen und sich dann verpuppen. Vom Eichenprozessionsspinner sind die Gespinstmotten der LWF zufolge gut zu unterscheiden: "Die Raupen sind klein, unbehaart und harmlos." Der Eichenprozessionsspinner befällt – wie der Name schon sagt – zudem ausschließlich Eichen.
Das ist bei Hautkontakt zu beachten
Bei Hautkontakt könne es der Behörde zufolge zu Ausschlägen und Brennen kommen. Beim Einatmen der Haare können schmerzhafter Husten oder Asthma entstehen. Da der Eichenprozessionsspinner bevorzugt einzeln stehende und gut besonnte Eichen besiedelt, kommt er häufig an Stadt- und Parkbäumen, Straßenalleen, in Gärten und Anlagen sowie an Waldrändern vor.
Kein Einsatz von Insektengiften
Zu den Kerngebieten des Befalls zählen laut LWF Unter- und Mittelfranken, Teile Oberfrankens, die westliche Oberpfalz, Schwaben und das nördliche Oberbayern. Seit 2019 hätten sich zudem Hotspots im südlichen Oberbayern und im Ostallgäu entwickelt.
Im Fokus der Bekämpfung stehen Flächen wie Spielplätze, Kindergärten, Sportstätten, Liegewiesen und Parks. Nach dpa-Informationen arbeiten die Fachfirmen an ihrer Kapazitätsgrenze. Dadurch könne es bis zu zwei Wochen dauern, bis die Eichenprozessionsspinner an betroffenen Bäumen bekämpft werden könnten.
Zum Einsatz kommen dabei keine Insektengifte, wie die Städte und die Autobahn GmbH des Bundes betonen. Fachleute in Schutzkleidung saugen stattdessen die Raupen und ihre Gespinste mit Spezialgeräten von den Bäumen.
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