Am helllichten Tag: Polizei stoppt gesuchten Gewalttäter bei Einbruch mit Akkuschrauber

Mit einem Akkuschrauber soll ein polizeibekannter Gewalttäter in Moosach versucht haben, die Balkontür einer früheren Wohnung aufzubrechen. Eine Anwohnerin alarmierte die Polizei – die Beamten stellten nicht nur einen versuchten Einbruch fest, sondern auch einen offenen Haftbefehl.
von  Hüseyin Ince
Mit einem Akkubohrer versuchte ein türkischer Münchner in seine Ex-Wohnung zu gelangen.
Mit einem Akkubohrer versuchte ein türkischer Münchner in seine Ex-Wohnung zu gelangen. © Klaus W. Schmidt via www.imago-images.de

Am vergangenen Donnerstag hat die Polizei einen Einbrecher gestellt. Gegen 14 Uhr meldete sich eine Anwohnerin aus Moosach bei der Polizei. Die Frau lebt in einem Mehrfamilienhaus. Offenbar konnte sie beobachten, wie ein Mann auf einem Balkon des Hochparterres mit einem Akkuschrauber versuchte, die Balkontüre gewaltsam zu öffnen.

Wie sich später herausstellte, war der Mann kein gewöhnlicher Einbrecher. Als die Polizei mit mehreren Streifen ankam, konnte sie den Mann fassen. Es handelte sich demnach um einen 46-jährigen Münchner. Offenbar wollte der Mann eine Schraube in die Balkontüre bohren, um so das Schloss zu umgehen und sich Zutritt zur Wohnung zu verschaffen. Die Beamten stellten zudem fest, dass ein 43-jähriger Bekannter des Münchners Schmiere stand.

Einbruch in Moosach: Warum die Polizei den Mann schon gesucht hat

Dass er etwas Unrechtmäßiges tat, muss der 46-Jährige genau gewusst haben. Die Beamten zeigten den Mann an, der mit der Bohrmaschine hantierte, wegen versuchten Einbruchs und wegen Sachbeschädigung. Der 43-Jährige wurde ebenfalls angezeigt. Doch so ein banaler Einbruch, wie das anfangs wirkte, war es eben nicht. Denn er wohnte bis vor Kurzem in dem Apartment.

Wie sich herausstellte, lag gegen den 46-Jährigen zudem bereits ein Untersuchungshaftbefehl vor. Der Grund: Er war vor einigen Monaten seiner Frau gegenüber gewalttätig geworden. Offenbar hatte er sie laut Polizei zu Boden gedrückt, ihr den Mund zugehalten und auch gewürgt.

Auch wegen Drogenverstößen polizeibekannt

Die Wohnung, in die er einbrechen wollte, hatte das frühere Paar gemeinsam als Zweitwohnsitz angemietet. Seit einigen Monaten lief bereits eine Räumungsklage, weshalb die Schlösser ausgetauscht worden waren. Mutmaßlich hatte der 46-Jährige noch persönliche Gegenstände in dem Apartment, die er sich gewaltsam holen wollte.

Der Mann ist also bereits polizeibekannt, nicht nur wegen der gewaltsamen Übergriffe auf seine Ex-Partnerin, die sich laut Polizei über Jahre hinweg gesteigert haben sollen. Auch wegen illegalem Drogenkonsum war er bereits polizeilich aufgefallen. Da der Mann derzeit keinen festen Wohnsitz hat und er ohnehin schon gesucht wurde, wird er wohl weiter in Untersuchungshaft bleiben.

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