Am Hauptbahnhof: Italienischer Mafia-Boss in München festgenommen

Die Polizei hat in München einen italienischen Mafia-Boss festgenommen, der seit Monaten auf der Flucht war. Der 44-Jährige gilt als mächtiger Mafioso in der Organisation "Sacra Corona Unita", wie das Landeskriminalamt am Montag mitteilte.  
| az/dpa
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Polizei am Hauptbahnhof in München (Symbolbild)
dpa Polizei am Hauptbahnhof in München (Symbolbild)

Die Polizei hat in München einen italienischen Mafia-Boss festgenommen, der seit Monaten auf der Flucht war. Der 44-Jährige gilt als mächtiger Mafioso in der Organisation "Sacra Corona Unita", wie das Landeskriminalamt am Montag mitteilte.

München - Der "Pate" aus Apulien, wie das LKA ihn in seiner Mitteilung nennt, sei nach Razzien und Festnahmen von Clan-Mitgliedern in Italien 2014 nach Deutschland geflohen, wo er sich mit falschen Dokumenten unter anderem in Mainz aufgehalten habe. Am Freitag wurde er am Münchner Hauptbahnhof festgenommen. Die italienischen Behörden haben seine Auslieferung beantragt.

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Dem Bayerischen Landeskriminalamt ist damit ein wichtiger Schlag gegen die im süditalienischen Apulien ansässige Mafiaorganisation „Sacra Corona Unita“ gelungen.

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Der 44-jährige „Mafia-Boss“  gilt als einer der mächtigsten Mafiosi des in Apulien Clans „Pellegrino“ aus der Stadt Squinzano. Illegales Glücksspiel, internationaler Rauschgifthandel, Wucher und Erpressung waren, zumindest von August 2008 bis Dezember 2012, sein kriminelles Betätigungsfeld, wodurch ihm letztlich der Aufstieg bis in die Position des „Paten“ gelang.

Als Oberhaupt des Clans „Pellegrino“, einem mächtigen Zweig der „Sacra Corona Unita“, beeinflusste er maßgeblich Entscheidungen der öffentlichen italienischen Verwaltung, um sich seine örtliche Vorherrschaft zu sichern und illegale finanzielle Gewinne zu erwirtschaften.

Das europaweit agierende und funktionierende Netzwerk der „Sacra Corona Unita“ ermöglichte dem Mafia-Boss die Flucht ins rheinland-pfälzische Mainz. Allerdings blieb bislang die genutzte Fluchtroute im Verborgenen.

Trotz bestehenden internationalen Haftbefehls gelang es dem Flüchtigen, seine wahre Identität zu verbergen, sich in die Anonymität zu flüchten und sich mittels gefälschter Dokumente den Kontrollen deutscher Polizeibehörden zu entziehen.

Im Rahmen einer bereits langjährigen bestehenden internationalen Zusammenarbeit deutscher und italienischer Polizeibehörden wurden die Ermittler beim Bayerischen Landeskriminalamt im Oktober 2015 um Festnahme des 44-jährigen italienischen Staatsangehörigen zum Zweck der Strafverfolgung in Italien gebeten. Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz betreibt dieses Auslieferungsverfahren.

Der 44-jährige italienische Staatsangehörige Patrizio P. leistete bei seiner Festnahame keine Widerstand. Er führte ein gefälschtes rumänisches Reisedokument mit sich. Jetzt wartet er in einer bayrischen Justizvollzugsanstalt auf seine bereits beantragte Auslieferung nach Italien.

 

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