Miet-Rekordpreise in den Stadtvierteln: Das sind die neusten Zahlen
Bezahlbaren Wohnraum zu finden in München, ist bekanntlich fast ein Sechser im Lotto. Und so schnell wird sich an der Situation auch nichts ändern. Am Freitag hat das Marktforschungsinstitut IVD seinen Frühjahrsbericht "Wohnimmobilien Mietobjekte Bayern und Landeshauptstadt München" vorgestellt.
Die Neubauzahlen sind zu niedrig, es gibt weniger Wohnungsangebote auf dem freien Markt als 2021/22 und die Mieten steigen und steigen. Allein seit Herbst hat der Preis für eine Bestandswohnung in München um 1,4 Prozent angezogen. Aktuell muss man rund 21,90 Euro pro Quadratmeter hinblättern. Vor zehn Jahren waren es noch 14,90 Euro.

Wohnungen in neu gebauten Immobilien sind freilich noch teurer: 25,40 Euro mussten Mieter jetzt pro Quadratmeter zahlen, das sind noch mal 2,8 Prozent mehr als noch vor einem halben Jahr.
Richtig teuer geworden sind neu gebaute Doppelhaushälften: Aktuell müssen Mieter 4120 Euro pro Monat zahlen. Vor einem halben Jahr waren es noch drei Prozent weniger.
"Die Stadt müsste eigentlich einen roten Teppich auslegen"
"Jedem, der eine Wohnung baut", so Stephan Kippes, "müsste die Stadt eigentlich einen roten Teppich auslegen. Stattdessen werden die Leute blockiert und mürbe gemacht." Der Grund für seinen Ärger: Auf der Internetseite der Stadt München gibt es zwar ein Portal, auf dem man theoretisch Termine vereinbaren kann, um Einsicht in Bauakten in der Zentralregistratur in der Blumenstraße zu nehmen. Doch klickt man das an, erscheint zurzeit immer: "Aktuell ist kein Termin verfügbar."
Der neue OB könne dafür freilich nichts, sagt der Immobilienexperte, aber geändert werden müsse das schnell: "Wenn man nicht an Bauakten rankommt, ist das Sabotage."

Noch stärker kritisiert der Professor für Immobilienmarketing die Staatsregierung. Die Mittel für die einkommensorientierte Förderung (EOF) sind in München 2025 drastisch gesunken – auf nur noch rund 29 Millionen Euro. Die Folge: Im vergangenen Jahr wurden gerade mal 83 neue Sozialwohnungen gefördert. Stephan Kippes: "Das ist gar nichts. Ich kann nur sagen, mir wäre das peinlich."
Mittelfranken dagegen werde viermal so stark gefördert "wie der absolute Hotspot München". Kippes weiter: "Das Löschwasser muss dahin, wo es brennt."
Die Viertel mit den höchsten Mieten der Stadt sind laut neuem IVD-Bericht der Herzogpark (28,80 Euro pro Quadratmeter), Alt-Bogenhausen (28,50 Euro), Altstadt-Lehel (28 Euro) sowie die Maxvorstadt und Schwabing (beide 25,10 Euro).
"Löschwasser muss dahin, wo es brennt"
In der Ludwigvorstadt-Isarvorstadt ist es inzwischen genauso teuer wie in Nymphenburg (24 Euro), in Haidhausen kostet der Quadratmeter im Schnitt 24,60 Euro Miete. Dagegen ist Alt-Solln mit 20,90 Euro fast schon günstig.
In einer Liga spielen Mitter- und Obersendling (20,10 Euro), Obergiesing und der Arabellapark (20,20 Euro). Im mittleren Segment liegen Sendling, Denning, Hadern, Laim oder Pasing (19,10 bis 19,60 Euro).
Am günstigsten sind Wohnungen nach wie vor im Hasenbergl sowie in Riem. Aber billig ist was anderes: 17 Euro im Schnitt wollten die Eigentümer dort auch bei Neuvermietungen, hat das IVD-Institut ermittelt.
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