Alkoholisierte "Freizeitkapitäne" und Ballermann auf der Isar: Wie die Polizei dagegen vorgeht
Feuchtfröhlich mit dem Schlauchboot auf der Isar feiern? Kombiniert mit Alkohol keine gute Idee, warnt die Polizei, die am Samstag den Bootsverkehr kontrolliert hat. "Das Problem ist tatsächlich das ungezügelte Partyverhalten, der viel zu hohe Alkoholkonsum, der dann diese Gefahren entstehen lässt, dann zu Notsituationen und Unfällen führt", sagte Jörg Greiner, Leiter der Grünwalder Polizeidienststelle. Bei Anwohnern und Sportpaddlern hat das Vergnügen keinen guten Ruf. "Die sprechen von Ballermann auf der Isar."
Allein bis zum Nachmittag stellten die Einsatzkräfte bei ihrer Kontrolle acht Verstöße gegen das Alkohollimit von 0,5 Promille fest. In einem Boot saß laut Polizei ein fünfjähriges Kind, das statt einer Schwimmweste nur Schwimmflügel trug. In zwei Fällen seien Glasflaschen an Bord gewesen – auch das laut Isarverordnung verboten.
Fast jedes Wochenende ein Bootsunfall
"Die meiste Arbeit macht uns tatsächlich der Alkoholkonsum während der Bootsfahrt", resümierte Greiner, der von den vielen Schlauchbooten berichtet, die hier bei schönem Wetter unterwegs sind. "Der Durchlauf ist enorm mit Musikboxen, mit Alkohol." Das sei im Sommer echt ein Problem. "Und wir haben fast jede Woche oder fast jedes Wochenende irgendwo im Verlauf einen Bootsunfall."

Angefeuert durch den Alkohol unterschätzen die Leute nach den Erfahrungen der Polizei die Gefahren und sind bereit, ein höheres Risiko einzugehen - die Folge: "Gefahren, die sie nüchtern wahrscheinlich nicht eingehen würden".
Polizei: Isar ist ein Wildfluss
Denn die Isar sei ein Wildfluss, warnt Greiner. Kiesbänke, ins Wasser gefallene Bäume, Treibgut, Strömungen und Strudel - all das sind Gefahren für die Menschen in den Schlauchbooten.
Besonders tückisch: Das Isarwehr in Großhesselohe, wo die Durchfahrt für Boote verboten ist. "Sie müssten eigentlich ans Ufer paddeln, das Boot kurz raustragen und umsetzen und dann weiterfahren." Eine Aufforderung, die Freizeit-Bootsnutzer immer wieder ignorieren. "Sie fahren da trotzdem drüber, landen dann im Wehr, in der Wasserwalze, können sich nicht mehr selber befreien", beklagt der Beamte. Die Folge sei oft ein riesengroßer Rettungseinsatz mit Feuerwehr, Wasserwacht, Rettungsdienst, teilweise Rettungshubschrauber, dazu das Risiko für die Retterinnen und Retter.
Alkoholisierte "Freizeitkapitäne" in Gefahr
Doch in die Wasserwalze steigt auch das Rettungspersonal nicht rein. Das sei viel zu gefährlich. "Und dann haben Sie hier den alkoholisierten Bootsfahrer, den Freizeitkapitän, der meint, er kommt da durch", beklagt Greiner. Als Spaßverderber will die Polizei aber auch nicht gelten: "Wenn man sich an die Regeln hält, dann sind die Risiken einfach kalkulierbar".
