Alfons Schuhbeck: „Sich mehr Gutes gönnen“
AZ: Klasse statt Masse, Herr Schuhbeck, wie halten Sie es persönlich damit?
ALFONS SCHUHBECK: Ich vertraue vor allem meinen Lieferanten, die ich alle seit vielen Jahren persönlich kenne. Ich weiß, wo mein Lamm, mein Rind und mein Fisch herkommt.
Diese Lebensmittelpreise kann sich nicht jeder leisten.
Gute, frische Qualität muss nicht immer teuer sein. Ein kleiner Familien-Metzger bietet Huhn oft günstiger an als ein Supermarkt – zu besserer Qualität. Gut, wenn ich im tiefsten Winter Bio-Erdbeeren kaufe, darf ich mich nicht wundern, wenn sie überteuert sind und nach nichts schmecken. Die Menschen müssen ihrem Körper wieder mehr Gutes gönnen.
Behandeln wir unseren Körper denn so schlecht?
Ja! Der Deutsche gibt 11 Prozent seines Geldes für Essen aus. 11 Prozent! Früher waren es 40 bis 60 Prozent. Nur England und Irland toppen uns noch. Das ist ein unfassbar trauriges Armutszeugnis! Aber die Leute interessiert das erst, wenn sie krank sind – und sich wundern.
Wie kann man den Arzt-Besuch umgehen?
Die Leute tanken ihre Autos mit dem besten Super-Super-Benzin voll. Aber mit was tanken sie ihren Körper? Mit Olivenöl, das nicht mehr als zwei Euro kosten darf. Ohne gute Nahrung hat niemand Power. Wir müssen uns von innen fit machen. Aber Hauptsache, im Wohnzimmer steht ein schicker Flachbildschirm...
...auf dem derzeit Ihre Werbung für McDonald’s läuft. Wie passt das zu Ihrem Verständnis von Qualität?
Wer über McDonald’s meckert, hat keine Ahnung von der dortigen Qualitäts-Kontrolle. Die bestellen in solchen Riesen-Dimensionen – wenn da ein Produkt mal nicht stimmt, geht alles sofort zurück und der Vertrag mit dem Lieferanten wird gekündigt. So ein Imperium kann sich keine Schlampereien leisten.
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