Alexandra Achenbach: In München hat sich schon viel getan

Wie ökologisch kann man in München unterwegs sein? Alexandra Achenbach zeigt in ihrem neuen Führer die grünen Seiten der Stadt.
| Interview: Jasmin Menrad
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Alexandra Achenbach schreibt in ihrem Blog über die Möglichkeit das nachhaltigen Lebens in München.
Helena Heilig, Sigi Müller, AZ-Montage Alexandra Achenbach schreibt in ihrem Blog über die Möglichkeit das nachhaltigen Lebens in München.

München - Alexandra Achenbach (42) ist Mutter, promovierte Biologin und seit einigen Jahren Bloggerin. Dabei dreht sich in ihrem Blog www.livelifegreen.de alles um Nachhaltigkeit. Jetzt hat die Münchnerin ein Buch herausgebracht: "Unser grünes München – Der nachhaltige Cityguide" (Oekom Verlag, 15 Euro), für das sie nicht nur klimafreundliche Restaurants, verpackungsfreie Läden und nachhaltige Modegeschäfte besucht hat, sondern auch mit Menschen gesprochen hat, die in sozialen und kulturellen Projekten aktiv sind.

AZ: Frau Achenbach, ist München eine grüne Stadt?
ALEXANDRA ACHENBACH: Wenn man grün im Sinne von Natur versteht, definitiv. Wir haben mit der Isar und dem Englischen Garten große, grüne Erholungsflächen – das haben andere Städte nicht.

Und Grün im Sinne von nachhaltig?
Bei der Infrastruktur, wenn es um Essen und Einkaufen geht, hat sich viel getan. Wenn man vor zehn Jahren ein Café gesucht hat, das versucht hat, ohne Plastik auszukommen, war das schwierig. Vorbild bleibt aber weiter Skandinavien, dort sind sie schon viel weiter.

Gibt’s mittlerweile ein plastikfreies Café?
Ja, das Delistar hat nicht nur eine Filiale in der Amalienstraße, sondern auch in der Kaulbachstraße. Da gibt’s Suppen, Müslis und Salate in Weckgläsern zum Mitnehmen.

Achenbach: In den Außenbezirken werden die Angebote weniger

Sie bloggen über nachhaltiges Leben in München. Können Sie davon leben?
Nein, das ist ein engagiertes Hobby und Ehrenamt. Bei uns hat sich der Blick durch die Kinder verändert, weil die das ausbaden müssen, wenn wir uns nicht jetzt verändern. Wir haben angefangen, Plastik zu reduzieren und unsere Ernährung umzustellen und auch einen anderen Blick auf die Stadt bekommen. Durch den Mama-Blog einer Freundin bin ich auf die Idee gekommen, das aufzuschreiben.

Wo gehen Ihre Kinder gerne hin?
Zum Milchhäusl – da ist sogar der Strom bio – für die Kinder ist aber wichtig, dass es da Eis und einen Spielplatz gibt. Kinder sitzen ja nicht annähernd so gerne herum wie wir Erwachsene. Wir liegen beim Milchhäusl in den Hängematten und lassen es uns gutgehen.

Und ohne Kinder?
Das Tushita Teehaus in der Klenzestraße ist toll zum Frühstücken und Kaffeetrinken und im Deli Kitchen in Obergiesing kann man sehr schön was essen.

Liege ich mit dem Gefühl richtig, dass nachhaltiges Leben für die Menschen in der Innenstadt leichter ist?
Ja, die Angebote werden immer weniger, je mehr man in die Außenbezirke kommt. Wir leben in Untergiesing, schön in Isarnähe, aber die ökologische Infrastruktur ist schon da verschlafen. Allerdings haben wir einen inhabergeführten Biomarkt ums Eck, bei dem wir uns richtig daheim fühlen und den Wochenmarkt. Für Kleidung, Möbel und Spielsachen schwinge ich mich aufs Radl.

Achenbach: Andere Städte beneiden uns um das Tollwood

Gibt’s denn was, wo München eine Vorreiterrolle hat?
Ja, beim Tollwood. Darum beneiden uns andere Städte, dass wir eine Großveranstaltung haben, die fast durchgängig bio ist.

Und wo muss noch viel passieren?
Bei der Radlinfrastruktur. Mir graust es schon davor, wenn die Kinder nicht mehr auf dem Gehweg fahren dürfen. Von Giesing aus ist alles Richtung Hauptbahnhof, Goetheplatz kein großer Spaß, da hören die Radwege einfach auf oder sind zugeparkt.

Ist Ihr nachhaltiger Cityguide denn vollständig?
Bei manchen war klar, dass sie rein müssen: ein toller Ort wie das Bellevue di Monaco, der Menschen verbindet, oder das Kartoffelkombinat, eine solidarische Genossenschaft in Stadtnähe. Aber ich hätte locker noch 50 Seiten füllen können.


Grüne Adressen - Empfehlungen der Autorin

Alexandra Achenbachs Tipps für Schwabing und die Maxvorstadt:

  • Ümis Café, Georgenstraße 62, veganer Frühstücksbrunch
  • Alter Nordfriedhof, Arcisstraße 45, Verdauungsspaziergang
  • iki M., Adalbertstraße 45, feminine faire Mode mit Siebdruck und einer kleinen Auswahl an Vintage-Stücken
  • A Kind of Guise, Adalbertstraße 41b, Mode für Männer und Frauen
  • Oxfam, Türkenstraße 81, Secondhand Kleidung, Haushaltswaren, Bücher
  • Mutter Erde, Amalienstraße 89, Naturkostladen und Imbiss
  • Elisabethmarkt, auf dem Elisabethplatz, Snacks und Einkaufen
  • Dear Goods, Friedrichstraße 28 und Hohenzollernstraße 31, Faire Mode und Accessoires
  • Bartu, Wilhelmstraße 23, im Winter Pizza, im Sommer Eis
  • Milchhäusl, Königinstraße 6, Biergarten und Spielplatz

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