Wegen Wassermangels: München erlässt jetzt Verbote
Die Stadt München hat auf die anhaltende Trockenheit und den hohen Wasserverbrauch in den vergangenen Wochen reagiert und eine Allgemeinverfügung erlassen, die die Nutzung von Trinkwasser für bestimmte Zwecke mit sofortiger Wirkung verbietet. Sie gilt vorerst bis 1. August, kann aber bei anhaltender Trockenheit verlängert werden.
Stadt reagiert auf Wassermangel: Allgemeinverfügung verbietet bestimmte Zwecke
Oberbürgermeister Dominik Krause: "Der Wasserverbrauch ist in den vergangenen Tagen wieder deutlich angestiegen. Nach einem außergewöhnlich trockenen Winter und Frühling sind die vorhandenen Ressourcen der Wasserversorgung Münchens derzeit äußerst strapaziert. Ich habe deshalb in Abstimmung mit den SWM und dem RKU entschieden, weitergehende, verpflichtende Sparmaßnahmen zu ergreifen. Ich bitte alle Münchnerinnen und Münchner, sich an die Regeln zu halten, damit sich die Grundwasserpegel erholen. Wasser ist unser kostbarstes Lebensmittel, lassen Sie uns damit sorgsam umgehen."
Ab sofort gilt in München:
- Die Entnahme von Wasser zum Befüllen und zum Betrieb von privaten Pools und sonstigen Badebecken, privaten Springbrunnen, Wasserspielanlagen, Wasserbehältern (z. B. Tonnen) und ähnlichen Einrichtungen ist verboten.
- Die Bewässerung, das Gießen und die Beregnung von Haus- und Kleingärten oder Schrebergärten (z. B. Gehölze, Hecken, Stauden, Beete, Zierpflanzen u. ä.) in der Zeit von 9:00 Uhr bis 19:00 Uhr ist verboten, soweit diese nicht einer gewerblichen oder öffentlichen Nutzung dienen. Ausgenommen von dieser zeitlichen Beschränkung ist die Bewässerung und Beregnung mit wassersparender Tröpfchenbewässerung. Ebenso sind ausgenommen land- und forstwirtschaftliche Flächen und Friedhöfe.
- Die Bewässerung, das Gießen und die Beregnung von Rasenflächen und sonstigen Grünflächen ist verboten, soweit diese nicht einer gewerblichen oder öffentlichen Nutzung dienen. Ausgenommen von dieser Beschränkung sind insbesondere Sportplätze.
- Das Waschen von Fahrzeugen außerhalb gewerblicher Waschanlagen ist verboten, soweit dies nicht aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erforderlich ist (z. B. Einsatzfahrzeuge).
- Das Befeuchten von Baustraßen und Baustellen zur Verminderung von Staubentwicklung ist verboten, soweit dies nicht durch behördliche Vorgaben vorgeschrieben ist.
- Das Abspritzen oder Bewässern (z. B. mit Hochdruckreinigern, Bürsten) von Terrassen, Wänden, Straßen, Hof- und Wegflächen, Dächern und nicht gewerblich genutzten technischen Anlagen durch Privatpersonen ist verboten.
- Die Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässern im Stadtgebiet der Landeshauptstadt München für die oben genannten Zwecke wird vollständig untersagt. Ausgenommen von diesem Verbot ist der Gemeingebrauch nach Art. 18 BayWG (wie z. B. das Schöpfen mit Handgefäßen), die Entnahme zum Tränken von Vieh und für den Bedarf in der Landwirtschaft sowie Entnahmen, bei denen das entnommene Wasser vollständig wieder in das Gewässer zurückgeleitet wird (insbesondere thermische Nutzungen).
Bei Zuwiderhandlungen droht ein Bußgeld
Die Landeshauptstadt München weist darauf hin, dass Zuwiderhandlungen gemäß Wasserhaushaltsgesetz mit Geldbußen von bis zu 50.000 Euro geahndet werden können.
Normalerweise gilt der Süden Bayerns als niederschlagsreiche Region und die Wasserversorgung entsprechend sicher. Dass die Stadt München nun via Allgemeinverfügung Notmaßnahmen ergreift, ist daher als deutliches Alarmzeichen zu werten.
Bereits in jüngster Vergangenheit haben Krause und die Stadtwerke (SWM) an die Münchner Einwohner appelliert, sparsamer mit dem Trinkwasser umzugehen, die Wirkung scheint nicht ausreichend gewesen sein.

Wasserverbrauch in München enorm gestiegen
Im langjährigen Schnitt werden in München 300 bis 350 Millionen Liter Trinkwasser verbraucht. Vor zwei Wochen teilten die Stadtwerke mit, dass der Wasserverbrauch während der extremen Hitzeperiode im Juni pro Tag auf mehr als 400 Millionen Liter angestiegen sei.
Nach dem Sparappell ging der Verbrauch, auch witterungsbedingt, in den ersten Juli-Tagen wieder auf 330 Millionen Liter zurück, seitdem ist er aber wieder stetig angestiegen auf derzeit 370 Millionen Liter pro Tag.
Um Wasser zu sparen: Zahlreiche Brunnen in München abgestellt
Um Wasser zu sparen, hat die Stadt München bereits Anfang Juli erste Maßnahmen ergriffen, so wurden die zehn Zierbrunnen, die am meisten Wasser benötigen, darunter auch der Fischbrunnen am Marienplatz, abgeschaltet. 56 weitere Brunnen laufen täglich vier Stunden weniger. Diese Brunnen sollen den Menschen weiter zur Abkühlung zur heißen Tageszeit dienen.
Die Bewässerung von städtischen Grünanlagen wurde reduziert oder ganz eingestellt. Die Bewässerung von städtischen Sportanlagen wurde ebenfalls reduziert. Der Wasserverbrauch von Schulschwimmbädern soll auf "ein Minimum“ heruntergefahren werden, so die Stadt. Fenster in städtischen Gebäuden werden vorerst nicht mehr gereinigt. Dies gilt auch für die Autos der Stadt. Laut Mitteilung wird "temporär“ auf das Waschen des Fuhrparks verzichtet. Das betrifft auch Feuerwehrautos. "Wasserintensive Übungen“ sollten außerdem auch erstmal ausgesetzt werden.
- Themen:
- Dominik Krause
- München
- Stadtwerke München



