Afghanische Flüchtlinge werden ausgeflogen: Prominente protestieren gegen Abschiebungen

Wieder werden Asylbewerber nach Afghanistan zurückgeflogen. Die Sicherheitslage ist jedoch nachweislich verheerend. Auch Prominente fordern mehr Menschlichkeit.
| Natalie Kettinger
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Eine Demonstrantin am Frankfurter Flughafen protestiert gegen Abschiebungen nach Afghanistan.
dpa Eine Demonstrantin am Frankfurter Flughafen protestiert gegen Abschiebungen nach Afghanistan.

Der Termin wurde bis zuletzt geheim gehalten, erst wenige Stunden vor dem Abflug sickerte er doch durch: Am Montagabend Abend soll erneut eine Maschine mit abgelehnten afghanischen Asylbewerbern gen Hindukusch starten. Die Behörden dort bestätigten die geplante Landung der Maschine am Dienstagmorgen in Kabul.

Währenddessen wächst der Protest gegen die Rückführungen ins Krisengebiet, auch unter Prominenten.

Viele Flüchtlinge aus Bayern sind unter den Abgeschobenen

Von den 45 Männern an Bord des Frankfurter Fliegers haben laut Bayerischem Flüchtlingsrat mindestens zwölf zuletzt im Freistaat gelebt. Mehrere Geflüchtete seien Montag unter anderem in Bamberg und Würzburg abgeholt worden, einer in München. Mindestens einer der Betroffenen sei akut suizidgefährdet.

Münchner Demo

Pro Asyl und der Paritätische Wohlfahrtsverband bezeichneten die Abschiebungen als inhuman und zynisch. Die Sicherheitslage in Afghanistan habe sich in den vergangenen Monaten drastisch verschlechtert, argumentieren sie. Das belegt auch der aktuelle Bericht des Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Darin heißt es: "Ein pauschalisierender Ansatz, der bestimmte Regionen hinsichtlich der Gefahr von Menschenrechtsverletzungen (...) als sichere und zumutbare interne Schutzalternative ansieht, ist nach Auffassung von UNHCR vor dem Hintergrund der aktuellen Situation in Afghanistan nicht möglich."

Prominente unterstützen eine Petition

Im Internet haben mehr als 37 000 Personen eine Petition der Bayerischen Ärzteinitiative für Flüchtlingsrechte unterschrieben, mit der sie gegen die "menschenrechtswidrigen Abschiebungen" protestieren. Auf der Liste der Unterzeichner finden sich zahlreiche Prominente: Schauspielerin Senta Berger und ihr Mann, der Regisseur Michael Verhoeven, Moderatorin Amelie Fried und ihr Mann, der Schriftsteller Peter Probst und der Musiker Günther Sigl ("Spider Murphy Gang"). In ihrem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel fordern sie unter anderem "dass die Bundesregierung ihre Afghanistan-Flüchtlingspolitik im Sinne der Menschenrechte neu justiert".


Fordern mehr Menschlichkeit: Senta Berger und Michael Verhoeven. Foto: dpa

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren