Ältere Bankkunden als Ziel: Trickbetrug mit EC-Karten

Prozess am Landgericht: Ein 24-Jähriger soll ältere Bankkunden bestohlen haben.
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Der Angeklagte mit seinem Anwalt.
Petra Schramek Der Angeklagte mit seinem Anwalt.

München - Wenn Sie jemand höflich darauf aufmerksam macht, dass der Geldautomat nicht funktioniert, oder ihnen bei der Abhebung von Bargeld helfen will, kann das stimmen. Muss aber nicht. Manchmal versuchen sich Trickbetrüger mit diesem Vorwand, Zugang zum Girokonto der angesprochenen, meist älteren Bankkunden zu verschaffen. Eine vielköpfige Bande von Betrügern, die familiär verbunden ist, trieb im Winter 2015/2016 ihr Unwesen von Kiel bis München.

Hier waren unter anderem Bankfilialen in der Wörthstraße, in der Oberföhringer und der Cosimastraße betroffen. Einer der Täter ist laut Anklage der 24-jährige Pierre T. (Name geändert). So ging die Bande vor: Pierre T. ging mit wechselnden Komplizen in Bankfilialen und suchte dort gezielt ältere Kunden aus. Leichte(re) Opfer für Trickbetrug, so das Kalkül. Um sich den Anschein typischer Bankkunden zu geben, kauften die Bandenmitglieder Prepaid-Kreditkarten und setzten diese anschließend zum Schein in den Bankfilialen an Geldautomaten oder Kontoauszugsdruckern ein.

Während des Aufenthalts in der Bankfiliale näherten sie sich dann einem älteren Bankkunden, während dieser mit seiner EC-Karte Geld abheben wollte oder Kontoauszüge ausdrucken ließ und erspähten so seine PIN. Anschließend wurde der Bankkunde — wiederum durch eine oder zwei Personen aus der Gruppierung — angesprochen. Dem ausgespähten älteren Bankkunden wurde hierbei entweder vorgetäuscht, dass der Automat defekt sei oder dass man ihm bei der Abhebung helfen wolle.

Die konfuse Situation wurde dann genutzt, um die Karte zu stehlen und damit Geld abzuheben. 65 Vorfälle listet die Staatsanwältin auf. Die Verlesung der Anklage nimmt gestern den ganzen Vormittag in Anspruch. Der Schaden: über 91 000 Euro. Der Prozess wird fortgesetzt.

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