Abzocke auf Münchner Tierpark-Parkplatz: Jetzt reagiert die CSU
Für eine Landshuter Familie endete der Tierpark-Besuch ärgerlich: Im Nachhinein sollte sie fast 50 Euro für den Parkplatz an der Siebenbrunner Straße zahlen – obwohl sie dort nie geparkt hatte.
Die Familie war auf den Parkplatz gefahren, kurvte dort 17 Minuten umher, fand aber letztlich keine Lücke und fuhr wieder heraus. So schilderte es der Vater, Marcus Mittendorfer, der eigentlich anders heißt, der AZ.
Das Problem: Die Betreiber-Firma Mobility Hub Parkservice GmbH (MHP) registriert das Kennzeichen automatisch bei der Einfahrt. Nur 15 Minuten sind kostenlos, die Familie Mittendorfer brauchte zwei Minuten länger, um wieder herauszufahren. Wenn man die Tagesgebühr von sechs Euro nicht gleich am Automaten zahlt, wird eine Strafe von 47 Euro plus Bearbeitungsgebühr fällig.

Die AZ hat groß über diesen Fall berichtet. Die Firma hat die Rechnung der Familie Mittendorfer inzwischen storniert. Doch viele AZ-Leser regen sich über das Vorgehen auf.
Der Tierpark bestätigte auf Anfrage der AZ, dass es vor allem in den Osterferien vereinzelt zu Problemen gekommen sei und "Parkplatzsuchende nach Überschreitung der Karenzzeit eine Rechnung erhielten". Marcus Mittendorfer ist also nicht der Einzige, der Ärger mit dem Tierpark-Parkplatz hatte. Deshalb reagiert jetzt die CSU im Münchner Rathaus.
So will die CSU das Problem lösen
"Total ärgerlich", nennt CSU-Stadträtin Veronika Mirlach den Vorfall. Sie ist in der Fraktion für Verkehrspolitik zuständig und hat eine Idee, wie die Stadt solche Vorfälle vermeiden könnte: Schon bevor man auf den Parkplatz fährt, müsste angezeigt werden, wie voll er ist.
Eine solche digitale Anzeige gibt es zum Beispiel für die Opern-Parkgarage. Bevor man in die Maximilianstraße reinfährt, sieht man, wie viele Parkplätze in der Tiefgarage am Max-Joseph-Platz noch frei sind.
"So ein digitales Parkleitsystem braucht der Tierpark auch. Das könnte viel Ärger ersparen", sagt Mirlach. Auch Park-Such-Verkehr könne so verringert werden.
Mirlach beantragt am Dienstag, dass die Stadt eine Anzeige beim Parkplatz am Flamingo-Eingang errichtet, die die Auslastung des Parkplatzes anzeigt. Wenn nötig, soll dies in Zusammenarbeit mit dem Betreiber geschehen.

Am besten wäre es, so sieht es Mirlach, wenn schon weiter vorn an der Straße eine Anzeige stehen würde, dass die Autofahrer sich gar nicht erst auf den Weg zum Parkplatz machen. Eine zweite müsste direkt am Parkplatz-Eingang stehen, sagt sie.
Außerdem appelliert die CSUlerin an den Betreiber: "Gerade in der Ferienzeit sollte er mehr Kulanz walten lassen", sagt Mirlach. Denn schließlich sei bekannt, dass dann besonders viel auf dem Parkplatz los ist.
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