Abtauchen, Abheben, Urlaubsträume: Ein Besuch auf der "Free"

Die zehnjährige Clara Schwalbach strahlt übers ganze Gesicht. Seit ein paar Tagen ist sie alt genug, um auf der "Free" zum ersten Mal zu tauchen – ein Wunsch, auf den sie lange hingefiebert hat, erzählt ihre Mutter Katharina Schwalbach (43) am Beckenrand. Unterdessen hilft die Tauchlehrerin dem Mädchen mit der Atemmaske. Dann taucht Clara unter. Blasen steigen im türkisfarbenen Becken auf.
Die Familie kommt jedes Jahr zur Messe, wenn sie wie jetzt in die Ferien fällt. Katharina Schwalbach kennt die "Free" noch aus ihrer eigenen Kindheit. "Wenn wir hierherkommen, dann gibt es immer Action", sagt sie und lacht.
Tauchen auf der Free
Auch Claras Bruder Tim (14) taucht im Pool. Zum dritten Mal ist er beim Messetauchen dabei. Unter Wasser werfen sich die Geschwister ein gelbes Spielzeug zu, minutenlang bleiben sie unten. Als sie wieder auftauchen und aus dem Pool steigen, tropfen die Neoprenanzüge und die beiden grinsen breit. "War super", sagt Tim. Clara nickt: "Und das Wasser war richtig warm." Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht; die beiden wollen noch andere Sportarten ausprobieren.

Die "Free" ist Bayerns größte Reise- und Freizeitmesse. Seit 1970 findet sie in München statt und bietet Ideen für Urlaub und aktive Freizeit – vor allem aber jede Menge Möglichkeiten zum Mitmachen. Besucher können unter anderem paddeln, an einer Kletterwand kraxeln oder auf dem Radlparcours neue Fahrräder testen.
Radl testen und Atem anhalten
Dorthin zieht es auch Bianca Wimmer (47), Werner Rauch (62) und ihren Sohn Felix (8). An einem Stehtisch machen sie gerade Brotzeit. "Felix braucht ein größeres Radl, hier kann er gleich ausprobieren, wie es sich fährt", sagt Rauch. Später wollen sie noch in die Wasserhalle – und nebenbei Anregungen für den nächsten Urlaub sammeln, ergänzt Wimmer.

Keine fünf Meter weiter wird es laut: Bei der BMX-Show nehmen zwei Profis Anlauf, schießen über die Rampe und schweben scheinbar mühelos durch die Luft. Unter ihnen liegen vier Freiwillige aus dem Publikum. Für einen Moment hält die Menge den Atem an. Dann setzen die Fahrer punktgenau auf und die Zuschauer jubeln.

Gmiatlich und gesellig
Deutlich ruhiger geht es in den Reisehallen zu. Menschen schlendern zwischen den Ständen, lassen sich beraten, stecken Prospekte und Werbegeschenke ein. Auch Wurst, Kaffee und Aperol kann man an einigen Ständen probieren.
Beim Stand des Weinguts Elfenhof aus Österreich lassen es sich Christian (60) und Brigitte (62) Jung und Andreas (56) und Marianne (53) Guggemos bei einem Glaserl Weißwein gut gehen. Das Weingut kennen sie bereits und wollten den Stand auf der Messe besuchen, um Wein nachzukaufen. Andreas und Marianne Guggemos suchen außerdem Inspiration für einen Urlaub in Ostafrika und möchten "bisschen durchschlendern und sich's gutgehen lassen", sagt Marianne und lacht.

Prominenter Besuch
In Halle A6 füllen sich am späten Vormittag die Stuhlreihen vor der Sportbühne. Kinder rutschen unruhig hin und her und warten auf Julian Janssen, vielen bekannt als "Checker Julian" von Kika. Er erzählt von Dreharbeiten, seinem Weg zum Kinderfernsehen und lustigen Momenten hinter der Kamera und erntet zufriedenes Kichern von den Kindern.

Zur Mittagszeit füllen sich die Food-Courts mit Besuchern. Wer so viel ausprobiert, bekommt schließlich Hunger. Noch bis Sonntag gastiert die Messe in Riem und bietet an jedem Tag ein umfangreiches Rahmenprogramm für Groß und Klein.