Ab Dienstag: Neues jüdisches Gymnasium in München

In Bayern geht ab Dienstag die Schule wieder los, und erstmals seit 65 Jahren werden Kinder in München auch wieder ein jüdisches Gymnasium besuchen. Die israelitische Kultusgemeinde eröffnet am St.-Jakobs-Platz eine neue Schule.
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Die israelitische Kultusgemeinde mit der Synagoge am St.Jakobs-Platz.
Andreas Gregor Die israelitische Kultusgemeinde mit der Synagoge am St.Jakobs-Platz.

München - Wenn am kommenden Dienstag in Bayern nach den Sommerferien wieder der Unterricht beginnt, werden erstmals seit 65 Jahren Kinder auch wieder ein jüdisches Gymnasium besuchen: Am 13. September startet das Jüdische Gymnasium München – mit einer fünften Klasse im Jüdischen Gemeindezentrum am St.-Jakobs-Platz.

Knobloch: "Wichtiges Signal für München und Deutschland"

Damit schließt die israelitische Kultusgemeinde ihre letzte Lücke im Bildungsangebot, bisher gibt es eine Grippe, einen Kindergarten und eine Grundschule. Jetzt kann auch das Abitur abgelegt werden. Das Jüdische Gymnasium München ist ein staatlich genehmigtes, gebundenes Ganztages-Gymnasium mit mathematisch-naturwissenschaftlich-technologischer Ausrichtung.

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Für die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, Charlotte Knobloch, ist die Schule ein wichtiger Schritt: "Von dem Jüdischen Gymnasium geht das Signal aus: Die Münchner jüdische Gemeinde ist auf Dauer ein fest verwurzelter, selbstverständlicher Bestandteil unserer Stadt. München ist für junge jüdische Familien und ihre Kinder eine Heimat mit Zukunft. Das ist ein wichtiges Signal für München und Deutschland!"

Die Schule steht auch nicht-jüdischen Kindern offen

Das jüdische Profil des Konfessionsgymnasiums kommt in den Fächern "Israelitische Religionslehre", "Hebräisch" und "Jüdische Literatur und Geschichte", insbesondere jedoch in den gelebten Werten und Traditionen der jüdischen Kultur und Religion zum Tragen.

Geleitet wird das Gymnasium von Dr. Miriam Geldmacher, Gymnasiallehrerin für Deutsch, Geschichte und Sozialkunde und Akademische Oberrätin am Lehrstuhl für die Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur der Ludwig-Maximilians-Universität München und Marcus Schroll, der – wie auch an der Sinai-Grundschule – für den jüdischen Bereich verantwortlich zeichnet.

Das Jüdische Gymnasium München steht – wie übrigens alle Bildungseinrichtungen der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (Kindergarten, Sinai-Grundschule) – auch nicht-jüdischen Kindern offen.

Lange Tradition

München hatte schon einmal ein jüdisches Gymnasium: 1946 eröffnete in der in der Neuberghauserstraße 11 eine Schule, doch mit den großen Abwanderungswellen zu Beginn der 50er-Jahre gingen die Mitgliederzahlen der Münchner Kultusgemeinde so  zurück, dass das Jüdische Gymnasium geschlossen wurde.

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Heute hat München die zweitgrößte jüdische Gemeinde in Deutschland - die Zeit für eine Schule ist also reif.

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