61-Jährige im Wohnheim vergewaltigt? Angeklagter streitet alles ab

Die Wahrheitsfindung wird schwierig: Der 22-jährige Angeklagte und sein mutmaßliches Opfer widersprechen sich stark.
| John Schneider
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Der Angeklagte mit Dolmetscherin und Anwalt Roland Autenrieth.
jot Der Angeklagte mit Dolmetscherin und Anwalt Roland Autenrieth.

München - Wer lügt? Amtsrichter Jürgen Hanselmann ist in dem Prozess um eine angebliche Vergewaltigung in einer Riemer Unterkunft für Wohnungslose um seine Aufgabe nicht zu beneiden.

Sowohl der mutmaßliche Täter (22) als auch die 61-jährige Frau, die ihn der Vergewaltigung beschuldigt, haben sich am Donnerstag bei ihren Aussagen vor Gericht in viele Widersprüche verstrickt und damit Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit genährt.

Während der junge Mann einen anderen Hergang der Tatnacht vom Pfingstsonntag 2017 schildert, als er auf Videoaufnahmen dokumentiert wurde, scheint das Opfer zwei verschiedene Vorfälle in der Erinnerung vermischt zu haben. Als ihr der Richter ihre Aussage bei der Polizei vorhält, ist sie überrascht. Denn darin schildert sie, dass sie vom Täter unter dem Vorwand, dort gemeinsam eine Flasche Wein zu trinken, in sein Zimmer gelockt wurde. Vor Gericht berichtet die Schmerzpatientin - die wegen ihrer starken Kopfschmerzen die Sonnenbrille aufbehalten darf - aber ganz anderes. "Da habe ich wohl zwei Vorfälle vermischt", erklärt sie.

Richtig sei, dass der Mann sie in ihrem Zimmer auf die Matratze geschubst habe und dort begann, ihr an die Brust und in den Intimbereich zu greifen. Dabei sei er auch in sie eingedrungen.

Ihre Hilfeschreie habe niemand gehört. Sie habe sich selbst befreien können, sei mit ihrem Handy rausgerannt, habe sich in der Nachbarschaft versteckt und habe dann per Telefon die Polizei alarmiert.

Der Angeklagte (dessen DNA am Körper der Frau gefunden wurde) erklärt dagegen, dass er der Betrunkenen nur geholfen habe, in ihr Zimmer zu kommen. Mehr sei nicht passiert.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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