530.000 Pendler: Warum Münchens ÖPNV an seine Grenzen stößt

Etwa eine halbe Million Menschen pendeln zum Arbeiten nach München. Viele von ihnen kommen mit den Öffentlichen - und erleben täglich Frust. Was kann die Stadt tun, um die Situation zu verbessern? Die AZ hat einen Experten gefragt. 
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30 Prozent der Pendler kommen mit den Öffentlichen – viele davon mit der S-Bahn.
30 Prozent der Pendler kommen mit den Öffentlichen – viele davon mit der S-Bahn. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber

In keine andere Stadt pendeln so viele Menschen zum Arbeiten ein wie nach München: Rund 530.000 Menschen wohnen woanders und haben hier ihren Arbeitsplatz. 30 Prozent der Pendler kommen mit dem Auto, 17 Prozent mit dem Rad oder E-Bike und 44 Prozent mit Öffis. Das sind Zahlen des Landesamts für Statistik.

Die AZ hat Daniel Gromotka vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München gefragt, was sich tun muss, damit mehr Menschen auf den ÖPNV umsteigen.

Zuerst schickt er vorweg: Die Pendler-Statistik erfasse nur, dass sich der Arbeitsplatz in einer anderen Kommune befindet – nicht, ob sich die Menschen tatsächlich dort hinbewegen. Heißt: Krankheit, Homeoffice, Urlaub sind nicht mit eingerechnet.

ÖPNV am Anschlag – zweite Stammstrecke soll Abhilfe schaffen

Doch so oder so. Aus seiner Sicht ist der ÖPNV in München am Anschlag. Und wirklich besser werde es aus seiner Sicht erst, wenn die Zweite Stammstrecke fertig sei. Also frühestens 2036.

Verbesserungen erwartet er aber auch, wenn die U5-Verlängerung nach Pasing fertig ist. Und: die Verlängerung der U6 Richtung Martinsried.

Das Ganze ist ein Projekt der Gemeinde Planegg, deshalb ist es selten im Rathaus Thema. Aber schon nächstes Jahr soll der "Brain Train" rollen. Das U-Bahn-Projekt wird so genannt, weil es zwei Wissenschaftsstandorte verbindet: den Hochschul-Campus in Garching und den Wissenschaftsstandort in Martinsried.

"Eigene Busspuren wären wichtig"

Wichtig wäre aus seiner Sicht außerdem, mehr Busverbindungen zu schaffen. "Eigene Busspuren wären wichtig, damit die Busse nicht mit dem Rest des Verkehrs im Stau stehen", sagt er. Auch der Betriebsablauf bei Störungen oder Unfällen könne aus seiner Sicht optimiert werden.

Außerdem hält er es für richtig, dass an der Poccistraße ein neuer Regionalzughalt entsteht. Das Projekt soll rund 96 Millionen Euro kosten und in den 2030er Jahren fertig sein. Profitieren werden davon vor allem Reisende aus Rosenheim, dem Chiemgau und Mühldorf.

Auch eine bessere Anbindung des Flughafens wünscht sich Gromatka. "Momentan dauert der Weg dorthin viel zu lange", sagt er. Es gibt Ideen, am Flughafen einen ICE-Halt zu schaffen. Ausgereift ist der Plan noch nicht.

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  • gubr vor 14 Minuten / Bewertung:

    Es scheitert sowieso alles am Geld und der Ideologie in Verbindung mit dem unerklärlich langen Bauzeiten, die ein Vielfaches der ursprünglichen Kosten zur Folge haben.
    So wird eine Westtangente da gebaut wo die Busse den üblichen Bedarf problemlos decken konnten, nur weil man unbedingt die Fürstenriederstraße für den Autoverkehr unattraktiv machen wollte. Dafür bleiben neue U-Bahn Linien wie die U9 aber auf der Strecke.
    Und nochmal zur Westtangente: wenn schon, dann hätte es da eine U-Bahn gebraucht, denn die hätte zusätzlich zum aktuellen Bedarf, die Hälfte des U-Bahn Bedarfs abzweigen können. Da hätte man sich überlegen können ob man zur U5, oder zur U2 übers Sendlinger Tor oder über die Tangente die U-Bahn nimmt. Bei einer Schnecken-Tempo Tram wird das niemand machen.

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  • Newi83 vor 43 Minuten / Bewertung:

    Sehr schönes Blabla um Themen für die 2030er Jahre. Hat man mal errechnet wie sich München entwickelt hat bis 2036 wenn die Stammstrecke in Betrieb gehen soll? Ich prognostiziere mal das dann die Überlastung bereits schon wieder da ist.

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  • kartoffelsalat vor 18 Minuten / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Newi83

    Das war ja schon immer klar, dass ohne Nord/Südring und Tangentialverbindungen das alles nicht ausreichen wird. Das will die CSU aber alles nicht. Die will neue Betonmonster.

    Bis die zweite Stammstrecke da ist, steht dann für die erste Stammstrecke bald die nächste Kernsanierung an.

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