527,4 Millionen Gewinn – aber höhere Fahrpreise für MVV

Die Stadtwerke, zu denen die MVG gehört, retten den Haushaltder Stadt. Warum Fahrgäste trotzdem mehr zahlen sollen
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Die Preise für U-Bahn, Bus und Tram klettern weiter
Grafik Diehl Die Preise für U-Bahn, Bus und Tram klettern weiter

MÜNCHEN - Die Stadtwerke, zu denen die MVG gehört, retten den Haushaltder Stadt. Warum Fahrgäste trotzdem mehr zahlen sollen

Die Stadtwerke sind wichtig für die Münchner. Strom, Gas, Verkehrsmittel. Am wichtigsten sind die Betriebe aber womöglich für die Stadt und den Kämmerer, der jetzt den Nachtragshaushalt vorlegt: Da retten ihn wieder die sprudelnden Gewinne der Stadtwerke. Dieses Jahr liegen die Einnahmen des ersten Halbjahres 114 Millionen Euro über dem Plan – nach Steuern.

Das darf man profitabel nennen. Genauso darf sich der Fahrgast in München fragen, warum er angesichts solcher Riesengewinne noch mehr für seine Fahrkarte zahlen muss: Im Dezember steigen die MVV-Preise um 2,8 Prozent.

Neben den Verkehrsbetrieben der Stadtwerke (MVG) gehören zur Dachorganisation MVV auch die S-Bahn und die privaten Bus- und Bahnunternehmen in den acht Landkreisen. Die wollen mehr Geld – für steigende Gehaltskosten und nötige Investitionen. Im vorigen Jahr nahmen die MVG 364,3 Millionen Euro ein. Dazu heißt es bei den Stadtwerken: „Im Unternehmensbereich Verkehr schreiben die SWM deutlich rote Zahlen.“ Deshalb seien „Preisanpassungen“ nötig.

Für dieses Jahr kalkulierten die SWM mit einem Jahresgewinn von 259 Millionen Euro nach Steuern. Doch bis Juli nahmen sie schon mehr ein und korrigierten deshalb die Jahreseinnahmen um 114 Millionen Euro nach oben: auf 373,1 Millionen – nach Steuern. Vor Steuern sind das 527,4 Millionen Euro. Dabei sind die Verkaufserlöse für Strom um 175 Millionen auf auf 1,27 Milliarden Euro zurückgegangen (minus 12,1 Prozent). Dafür gab es plus 14,1 Prozent bei der Fernwärme (270 Millionen). Der dickste Einnahmebrocken steckt hinter dem sperrigen Begriff „Aktivierung von U-Bahnbauwerken“: 71,1 Millionen Euro. Dahinter verbirgt sich auch ein gewonnener Prozess am Bundesfinanzhof, der erheblich Steuern spart.

Die Einnahmen sind gewaltig, aber kein Rekord. 2009 verdienten die SWM sogar 392,5 Millionen Euro. Da schlägt die Krise durch, so die SWM. Die Stadt verdient daran mit und bekommt dieses Jahr rund 270 Millionen von den Stadtwerken. Mit den Gewinnen, die bei den Stadtwerken verbleiben, sollen Milliarden-Investitionen in Erneuerbare Energien finanziert oder Bäder subventioniert werden. „Es ist für die Münchner unverständlich, warum sie hohe Strom- und Gasgebühren zahlen und trotz dieser Gewinne der MVV teurer wird“, so CSU-Stadtrat Hans Podiuk.

Willi Bock

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