5.000 Münchner Jugendliche sind arbeitslos

Doppelt so viele Münchner Jugendliche wie vor einem Jahr haben keine Arbeit. Die Linkspartei fürchtet, dass Corona zu viele Azubi-Plätze vernichtet.
| Irene Kleber
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Immer mehr Jugendliche in München müssen den Gang zum Jobcenter antreten. (Symbolbild)
Julian Stratenschulte/dpa/dpa 2 Immer mehr Jugendliche in München müssen den Gang zum Jobcenter antreten. (Symbolbild)

München – Keine schöne Zahl: 4.946 Münchner Jugendliche von 15 bis 25 Jahren waren im August arbeitslos gemeldet. 2.400 mehr als vor einem Jahr, allein im Juli war die Zahl um 626 gestiegen. Damit liegt die Jugendarbeitslosenquote aktuell bei 4,8 Prozent.

Viele davon dürften auf Lehrstellensuche sein, und hier klaffen Angebot und Lehrwünsche mitunter recht auseinander. Eigentlich gäbe es Ausbildungsplätze: 3.014 waren im August noch frei, meldet das Jobcenter. Trotzdem haben 2.336 Bewerberinnen und Bewerber bis Juli keine Lehrstelle gefunden - doppelt so viele wie noch vor gut zehn Jahren. 1.605 waren noch aktiv auf der Suche.

Was auch auffällt: Es sinkt die Zahl der Lehrstellen in München überhaupt. In diesem August waren 10.826 gemeldet. Das waren 1.532 weniger als letzten Sommer - und sogar 2.565 weniger als vor zehn Jahren.

Die Zahl der Azubi-Bewerber sinkt in München - aber noch mehr sinkt die Zahl der Lehrstellen.
Die Zahl der Azubi-Bewerber sinkt in München - aber noch mehr sinkt die Zahl der Lehrstellen. © Grafik: Jobcenter

Die Linkspartei im Stadtrat äußert sich besorgt darüber. "Auch dieses Jahr drohen wieder viele junge Menschen in München am Ausbildungsmarkt leer auszugehen", sagt Linke-Stadtrat Stefan Jagel, der im Wirtschaftsausschuss sitzt. "Wegen Corona könnten es leider noch mehr als in den Vorjahren werden. Dies muss unbedingt verhindert werden."

Gerade jetzt, in Zeiten der Corona-Pandemie, sollten Arbeitgeber, die dazu in der Lage sind, die jungen Menschen "nicht im Stich lassen und auch über den eigenen Bedarf hinaus ausbilden. Es ist ja nicht zu erwarten, dass der Bedarf an Fachkräften insbesondere in München zukünftig nachlassen wird." Wie die Lage am Ausbildungsmarkt aktuell genau ist, will sich die Stadtratsfraktion deshalb von Experten von der Stadt, Handwerks- und Handelskammer, Gewerkschaften und Berufsschulen erklären lassen. Dazu soll der nächsten Wirtschaftsausschuss am 22. September einem Dringlichkeitsantrag zustimmen.

Die Agentur für Arbeit weist darauf hin, dass es sich für junge Leute weiter lohnt, sich noch zu bewerben. Auch nach dem Lehrjahresstart am 1. September könnten Verträge abgeschlossen werden.

Von 21.- 25. September steigt die digitale Ausbildungsmesse "Last-Week" der Stadt. Dort können sich Jugendliche von Beratern bei der Suche helfen lassen.
Telefonische Berufsberatung im Jobcenter: Tel. 51 54 55 55

 

 

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