250 Menschen gehen in München gegen qualvolle Tiertransporte auf die Straße

Bei Temperaturen über 30 Grad protestieren am Freitagnachmittag 250 Menschen vor dem Schlachthof gegen qualvolle Tiertransporte. Was sie nun fordern.
Andre Wagner
André Wagner
|
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
1  Kommentar
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
250 Menschen haben am Freitag vor dem Münchner Schlachthof gegen die qualvollen Tiertransporte demonstriert.
250 Menschen haben am Freitag vor dem Münchner Schlachthof gegen die qualvollen Tiertransporte demonstriert. © SOKO Tierschutz

Tag für Tag rollen unzählige Viehtransporter bei hochsommerlichen Temperaturen über die deutschen Straßen in Richtung München. Am dortigen Schlachthof stehen die Tiere bei sengender Hitze in ihren Anhängern noch stundenlang und leiden qualvoll.

Diese grausamen Hitzetransporte sind der Soko Tierschutz schon seit Langem ein Dorn im Auge. Aus diesem Grund rief die Organisation am Freitagnachmittag, um 14.30 Uhr, zur Demonstration auf. 

"Hitze, Leid und Höllenfahrt": 250 Menschen protestieren vor Schlachthof

Unter dem Motto "Hitze, Leid und Höllenfahrt" versammelten sich bei Temperaturen über 30 Grad 250 Menschen vor dem Münchner Schlachthof, um auf den Leidensweg der Tiere aufmerksam zu machen.

Anlass der Protestaktion waren zum einen die Hitzetransporte am Schlachthof München. Ende Juni hatte die Organisation Soko Tierschutz deshalb Anzeige gegen mehrere Viehhändler, eine Veterinärin und die Betreibergesellschaft des Münchner Schlachthofs gestellt. Damals dokumentierten Soko-Gründer Friedrich Mülln und seine Mitstreiter, wie Rinder in der Nachmittagshitze von 39 Grad dort angeliefert wurden – in Lkw, die nur mit kleinen Ventilatoren und einem für die hohen Temperaturen unangemessenen Tränkensystem ausgestattet waren.

Klare Ansagen bei der Protestaktion der SOKO Tierschutz.
Klare Ansagen bei der Protestaktion der SOKO Tierschutz. © SOKO Tierschutz

Die Demonstranten wollten aber auch ein Zeichen gegen Hitzetransporte im Allgemeinen – und den dabei katastrophal fehlenden Tierschutz setzen.

Der Schlachthof München, vor dem die Demonstration stattfand, war als Protestort explizit gewählt. Er steht dabei symbolisch für die gesamte deutsche Fleisch- und Schlachtindustrie.

"Die Tiere befinden sich nach einem Leben der Ausbeutung auf ihrer letzten Fahrt in den Tod – und selbst auf diesem Weg lässt man sie in den Hitzetransporten nochmals besonders und länger anhaltend leiden. Stress, Angst, Enge – und die Hitze potenziert das alles. Das Leiden geht bis in den Tod und der Tierschutz wird ignoriert. Das ist unfassbar grausam und bedenklich", so Soko Tierschutz-Sprecher Friedrich Mülln. 

Demonstranten fordern Ende der Hitzetransporte

Die Redner und Rednerinnen zeigten die Probleme des Systems auf in dem Tiere Opfer von Gier und Gewalt werden. Es wurde von entsetzlichen Geflügeltransporten nach Polen und von Ungarn nach Bayern berichtet und der Unwille und die Hilflosigkeit der Behörden wurden aufgezeigt, welche die Tiere im Stich lassen. Es wurde aufgezeigt, dass die Wohlfühltemperatur von Kühen bei 17 Grad endet. Ab dieser Marke beginnt für die Tiere das Leid. 

Die 250 Teilnehmer forderten das sofortige Ende der Hitzetransporte, ein sofortiges Handeln der Politik und einen Wandel im Umgang mit den Tieren. 

Mit einer Schweigeminute für alle Tiere endete die Demonstration um 16 Uhr.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
  • Erdbeermund vor 23 Minuten / Bewertung:

    Wer solche Bilder sieht und trotzdem noch von „notwendigem“ Fleischkonsum spricht, sollte sich fragen, was dieses System eigentlich bedeutet. Tiere sind fühlende Lebewesen und keine Ware, die bei über 30 Grad stundenlang in überfüllten Transportern leiden muss.

    Hitzetransporte und qualvolle Schlachtbedingungen sind keine unvermeidbaren Naturgesetze. Wir können entscheiden, was wir unterstützen. Vegan zu leben bedeutet, diesen Kreislauf nicht länger mitzutragen und Tiere nicht als Produkte zu behandeln.

    250 Menschen haben ein wichtiges Zeichen gesetzt. Doch Veränderung beginnt nicht nur auf der Straße, sondern auch auf unseren Tellern.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.