250 Jahre altes Denkmal leidet: Diese Maßnahmen werden jetzt im Nymphenburger Schlosspark ergriffen

Ihre Krone breitet sich wie ein riesiger Schirm aus. Das sieht magisch aus. Aber jetzt leidet die alte Hängebuche im Nymphenburger Schlosspark. Was dem Baum so zusetzt, warum auch Spaziergänger schuld sind  – und wie ein Zaun bei ihrer Rettung helfen soll.
von  Irene Kleber
Schloss Nymphenburg vom Mittelkanal aus gesehen: Dahinter breitet sich der Schlosspark aus.
Schloss Nymphenburg vom Mittelkanal aus gesehen: Dahinter breitet sich der Schlosspark aus. © IMAGO/Michael Bihlmayer

Ein bisschen magisch schaut sie aus, die alte Hängebuche an der südlichen Schwanenbrücke im Nymphenburger Schlosspark. Ihre Krone breitet sich wie ein riesiger Schirm aus, sodass die Äste bis zum Boden herabhängen. Darunter entsteht eine Art Höhle, fast 200 Quadratmeter groß. Klar, dass diese botanische Sehenswürdigkeit viele Spaziergänger anzieht. Aber genau das ist nun zum Problem geworden.

Besucher treten den Boden platt

Zu viele Menschen halten sich immer wieder innerhalb der Hängebuche auf (in der Fachsprache heißt sie "Fagus sylvatica Pendula") – und treten so auf den empfindlichen Wurzelraum. Über Jahre hat sich der Boden nun stark verdichtet. "Dadurch werden die Wasseraufnahme und der lebenswichtige Gasaustausch im Wurzelbereich erheblich eingeschränkt", teilt die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung mit. Sie ist dafür zuständig, den denkmalgeschützten Schlosspark, wertvolle Gehölze und vor allem die Naturdenkmäler zu schützen.

Dichter Boden, Trockenheit und Hitze

Obwohl die Hängebuche unmittelbar an einem Gewässer steht (an der südlichen Brücke, über die man vom Hauptschloss kommend zur Badenburg und zum Großen See geht): Sie leidet sichtbar unter Wassermangel. Wegen der starken Bodenverdichtung könne das Wasser nur unzureichend in den durchwurzelten Boden eindringen. Dazu kommen die Trockenheit und die Hitze der letzten Monate. Das verschärfe die Lage und habe den Baum "sichtbar geschwächt".

Bis zum Boden reicht die Krone der Hängebuche im Schlosspark, das zieht viele Besucher an. Jetzt gilt: Betreten verboten.
Bis zum Boden reicht die Krone der Hängebuche im Schlosspark, das zieht viele Besucher an. Jetzt gilt: Betreten verboten. © Bayerische Schlösserverwaltung

Abgesperrt: Boden betreten verboten

Aber jetzt wollen die Baumfachleute der Schlösserverwaltung dem Wunderbaum helfen, sich zu erholen. Deshalb ist die Hängebuche ab sofort abgesperrt. Auf einer Fläche von 250 Quadratmetern soll die Sperrung den Boden unterhalb der Kronentraufe dauerhaft schützen. Es sind Hinweisschilder angebracht, die Besucherinnen und Besucher darüber informieren, dass es verboten ist, den Boden zu betreten. Die Schilder erklären auch den Grund dafür.

Naturdenkmäler, wie besondere alte Bäume, stehen unter speziellem Schutz.
Naturdenkmäler, wie besondere alte Bäume, stehen unter speziellem Schutz. © imago stock&people

Erdreich vorsichtig von Hand gelockert

Was die Baumexperten noch zum Schutz des besonderen Baumes gemacht haben: Sie haben die oberen Schichten des Erdreichs teilweise vorsichtig von Hand gelockert. So kann bei Regen das Wasser leichter in den Boden einsickern. Naturdenkmäler wie die Hängebuche, teilt die Verwaltung mit, "genießen einen besonderen gesetzlichen Schutz".

Als Naturdenkmäler werden Einzelschöpfungen der Natur ausgewiesen, die selten sind, eine besondere Eigenart, Schönheit oder naturgeschichtliche Bedeutung haben – und deren Schutz deshalb im Interesse der Allgemeinheit liegt. Denn sie sollen für kommende Generationen erhalten werden.

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