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"23-jähriger Deutscher": Neue Details zum Tötungsdelikt in Giesing

Die Münchner Polizei und die Staatsanwaltschaft München I hat am Montag weitere Details zum Tötungsdelikt in Untergiesing genannt. Das wurde auf der Pressekonferenz bekanntgegeben.
AZ, Ralph Hub |
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Pressekonferenz zum Tötungsdelikt gegen eine  75-jährige Münchnerin im Stadtteil Giesing.
Pressekonferenz zum Tötungsdelikt gegen eine 75-jährige Münchnerin im Stadtteil Giesing. © Ralph Hub

Update, 12.08 Uhr: Die Münchner Polizei und die Staatsanwaltschaft München I haben am Montag weitere Details zum Tötungsdelikt in München Untergiesing vom 7. Februar genannt.

Tötungsdelikt in Untergiesing: Mehrere Stichwunden mit Messer

Bei dem Tatverdächtigen handele es sich um einen psychisch kranken 23-jährigen Deutschen, der in München wohne und "einen familiären Bezug in diese Nachbarschaft" habe, so die Polizei. Aufgefallen war der Mann immer wieder wegen wahnhaften Verhaltens. Doch um ihn wegen Fremd- oder Eigengefährdung dauerhaft in der Psychiatrie unterzubringen, fehlten juristisch die Möglichkeiten.

Laut Obduktionsergebnis starb die 75-Jährige durch mehrere Messerstiche, die ihr der Täter an der Haustüre zufügte. Anschließend drang er ins Haus ein. Erst als die Polizei am Tatort eintraf, floh der 23-Jährige nach Angaben der Mordkommission aus dem Haus der Rentnerin. Festgenommen wurde er von Polizisten im Garten eines Nachbarn.  

Opfer und Tatverdächtiger: "Es gab eine nachbarschaftliche Beziehung"

Die 75-Jährige dürfte den mutmaßlichen Täter seit Kindesbeinen gekannt haben. Dessen Eltern leben ganz in der Nähe ihres Reihenhauses in der Pistorinistraße. Der 23-Jährige wuchs in Untergiesing auf. Zuletzt lebte er eigenständig in einer Wohnung in München.

"Der Tatverdächtige und das Opfer kannten sich. Es gab eine nachbarschaftliche Beziehung", sagte Armin Ritterswürden, der Chef der Mordkommission. Von eventuellen früheren Konflikten oder einem aktuellen Streit sei nach derzeitigem Stand der Ermittlungen nichts bekannt.

Staatsanwaltschaft München I spricht von Totschlag

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 23-Jährigen vollendeten Totschlag vor. "Hinweise auf Mordmerkmale liegen derzeit nicht vor", sagte Juliane Grotz, Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I.

Der Münchner hat inzwischen einen Pflichtverteidiger an seiner Seite. Der Verdächtige mache derzeit keine Angaben, sagte der Chef der Mordkommission. Über die Hintergründe der Bluttat und das Motiv lässt sich daher immer noch nichts sagen.

Geschlossene Abteilung: Tatverdächtiger in psychiatrische Klinik eingewiesen

Der 23-Jährige ist strafrechtlich früher nicht aufgefallen. Wohl aber war er der Polizei bereits vorher wegen seiner psychischen Probleme bekannt. Öfter musste die Polizei bereits eingreifen und helfen.

Eine erste psychiatrische Begutachtung durch einen Sachverständigen am Sonntag bestätigte den Verdacht einer psychischen Erkrankung bei dem 23-Jährigen. Er wurde deshalb auf richterlichen Beschluss nicht in U-Haft in die JVA Stadelheim gebracht, sondern in eine psychiatrische Klinik auf eine geschlossene Abteilung eingewiesen.  

"Es ist in solchen Fällen gängige Praxis, ein ausführliches psychiatrisches Gutachten erstellen zu lassen", sagte Staatsanwältin Juliane Grotz. Dabei wird es auch um die Frage gehen, ob der 23-Jährige überhaupt schuldfähig sei, also in der Lage sei, das Unrecht seiner Tat einzusehen.

Sollte am Ende bei der psychiatrischen Untersuchung feststehen, dass eine krankhafte seelische Störung oder eine zumindest zur Tatzeit aufgehobene Schuldfähigkeit vorliege, hätte das erhebliche Auswirkungen auf den Ausgang eines Prozesses.

Totschlag wird in Deutschland nach Paragraf 212 Strafgesetzbuch mit einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren bis zu 15 Jahren geahndet. Denkbar wäre, dass der 23-Jährige nach einer Verurteilung erst wieder in die Psychiatrie kommt und im Anschluss eine befristete Freiheitsstrafe verbüßen wird. 

Update, 9. Februar, 10.13 Uhr: Nachdem am vergangenen Samstag (7. Februar) in Untergiesing eine 75-jährige Frau bei einem Tötungsdelikt ums Leben gekommen ist, hat die Münchner Polizei einen 23-jährigen Mann als Tatverdächtigen  festnehmen können.

Am heutigen Montag äußern sich Kriminalrat Armin Ritterswürden, der Leiter des Kommissariats 11, und Juliane Grotz, Staatsanwältin als Gruppenleiterin bei der Staatsanwaltschaft München I, zu dem Fall. Die Pressekonferenz im Medienzentrum des Polizeipräsidiums München wird ab 11.30 Uhr live auf Facebook und X übertragen.

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Update, 8. Februar, 17.55 Uhr: Der 23-Jährige wurde am Sonntagnachmittag von einem Gutachter psychiatrisch untersucht. Das Ergebnis war eindeutig: Der Experte riet dazu, den Verdächtigen auf der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Klinik unterzubringen. Der Ermittlungsrichter erließ im Anschluss am Abend einen entsprechenden Beschluss.

Ursprünglicher Artikel, veröffentlicht am 8. Februar, 9.09 Uhr: In Untergiesing ist am Samstagabend eine 75-jährige Frau bei einem Tötungsdelikt ums Leben gekommen. Das teilte die Polizei mit.

Gegen 22.15 Uhr hatte der Nachbar der Rentnerin einen "lautstarken Streit", so ein Polizeisprecher, in dem Haus, das der Rentnerin gehört. Als die erste Polizeistreife eintraf, zeigte die Frau keine Lebenszeichen mehr. Die Tote lag im Haus im Bereich hinter der Eingangstür. Der Körper der Frau wies tödliche Verletzungen auf. Ob es sich um Stichwunden oder stumpfe Gewalt handelt, sagte die Polizei nicht.

Polizeibeamte sichern Spuren vor einem Reihenhaus in der Pistorinistraße in München-Untergiesing, wo am Samstagabend eine 75-jährige Frau tödlich verletzt aufgefunden wurde.
Polizeibeamte sichern Spuren vor einem Reihenhaus in der Pistorinistraße in München-Untergiesing, wo am Samstagabend eine 75-jährige Frau tödlich verletzt aufgefunden wurde. © Thomas Gaulke

Der mutmaßliche Täter wurde im Garten eines Nachbargrundstücks von Polizisten gestellt. Der Mann ließ sich widerstandslos festnehmen. Er wird noch im Lauf des Sonntags dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Der wird entscheiden, ob der Verdächtige in einer psychiatrischen Klinik oder in einer Justizvollzugsanstalt untergebracht wird. Vorher soll ein Gutachter den 23-Jährigen untersuchen.

Der Mann leidet offenbar unter psychischen Problemen. Der Mann wohnt in der näheren Umgebung des Tatorts. Zwischen ihm und dem Opfer habe es keine Vorbeziehung gegeben, sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmittag. Die 75-Jährige lebte ganz alleine in dem Reihenhaus in der Pistorinistraße. 

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