22 Luxusräder geklaut: Münchnerin stellt Seriendieben mithilfe der Polizei eine Falle

Eine 35-Jährige sucht bei Kleinanzeigen nach ihrem gestohlenen Pedelec und wird tatsächlich fündig. Zusammen mit der Polizei stellt sie dem Verkäufer eine Falle: Mehr als zwei Dutzend gestohlene Fahrräder werden gefunden. 
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Ein Paar aus München soll mehrere Dutzend Fahrräder in der Stadt gestohlen haben. Jetzt wurden beide erwischt. Die Kripo ermittelt. (Symbolbild)
Ein Paar aus München soll mehrere Dutzend Fahrräder in der Stadt gestohlen haben. Jetzt wurden beide erwischt. Die Kripo ermittelt. (Symbolbild) © Andreas Gebert

Rund 6000 Fahrräder werden im Schnitt jedes Jahr in München gestohlen. Die wenigsten von ihnen tauchen jemals wieder auf und auch von den Dieben werden nur wenige erwischt. Ein besonders fleißiges Radldieb-Pärchen ging jetzt der Polizei mithilfe einer 35-Jährigen ins Netz.

Durch Zufall findet sie ihr Rad wieder

Der Münchnerin war vor wenigen Tagen ihr Pedelec gestohlen worden. Die 35-Jährige stöberte daher im Internet bei diversen Verkaufsplattformen herum, in der Hoffnung, eine Spur von ihrem Radl zu finden. Die Frau hatte Glück: Auf Kleinanzeigen sah sie ihr Pedelec, das ein Mann zum Kauf anbot.

35-Jährige geht zum Schein auf Angebot ein

Die Münchnerin vereinbarte mit dem Verkäufer einen Termin. Vorher informierte sie aber auch die Polizei. Zusammen mit Beamten machte sich die 35-Jährige auf den Weg zu der vereinbarten Adresse, einem Mehrfamilienhaus in der Nähe des Laimer Platzes.

Verkäufer in Erklärungsnot

Der 31-jährige Verkäufer hatte natürlich keine Ahnung, dass er eben dabei war, der ursprünglichen Besitzerin ihr geklautes Rad anzudrehen. Als die Begleiter der 35-Jährigen einen Kaufvertrag oder einen Besitznachweis von dem 31-Jährigen sehen wollten, kam der ordentlich ins Stottern. Die Männer gaben sich als Polizisten zu erkennen.

Mehr als zwei Dutzend gestohlene Räder werden gefunden

Die Beamten durchsuchten die Wohnung, den Keller des Anwesens sowie die Umgebung. Dabei fanden sie geschickt verteilt 22 offenbar gestohlene Räder. "Bei allen handelt es sich um teure Modelle", sagte am Freitag eine Polizeisprecherin. Die geklauten Räder waren so geschickt verteilt, dass niemand aus der Nachbarschaft auffiel, dass der 31-Jährige einen schwunghaften Handel betrieb.

Freundin platzt in Polizeikontrolle

Noch während die Polizisten in der Wohnung des 31-Jährigen waren, tauchte zufällig auch dessen Freundin (26) auf. Auch sie hatte etliche Schlüssel für nagelneue Fahrradschlösser in der Tasche. Die Münchnerin wurde ebenfalls festgenommen. Der 31-Jährige hatte eine eigene Wohnung im Bereich Ramersdorf-Perlach. An der Adresse wurde ebenfalls ein hochwertiges, gestohlenes Fahrrad gefunden. Zwei weitere, ebenfalls über das Verkaufsportal angebotene Fahrräder, wurden anschließend im Keller sichergestellt, so die Polizeisprecherin.

Münchner droht U-Haft

Der 31-Jährige wurde nach Beendigung der Sachbearbeitung der Haftanstalt des Polizeipräsidiums München überstellt. E wird dem Haftrichter vorgeführt, der darüber entscheidet, ob der Verdächtige in U-Haft geht. Der Mann ist bereits einschlägig bei der Polizei wegen Eigentumsdelikten und Radldiebstahls bekannt. Die 26-Jährige ist inzwischen wieder frei. Beide Tatverdächtigen wurden wegen besonders schweren Diebstahls angezeigt. Das Kommissariat K 53 ermittelt inzwischen.

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30 Kommentare
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  • gubr am 03.01.2026 06:56 Uhr / Bewertung:

    Ea geht leider im Artikel unter aber mich beschäftigt der Nebensatz "Auch sie hatte etliche Schlüssel für nagelneue Fahrradschlösser...". Kann das sein, dass es bei den "sicheren" Fahrradschlössern nur eine begrenzte Anzahl von Schlüsselvarianten gibt? Da hätten die Gauner wirklich leichtes Spiel, denn sie müssen ja nur genug Fahrradschlösser kaufen um an viele Schlüssel zu gelangen mit denen sie sich nach try and error an die geparkten Fahrräder ranmachen könnten. Irgendein Schlüssel würde dann schon mal passen.

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  • Knoedel am 03.01.2026 08:10 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von gubr

    Ich bevorzuge Zahlenschlösser.
    Damit fällt die ganze Schlüsselproblematik weg.
    Mein Schloß ist fünfstellig und hat somit 100.000 verschiedene Kombinationen. Das reicht für mein Sicherheitsgefühl.

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  • marshal am 03.01.2026 10:12 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Knoedel

    Ich habe letztlich ein altes Zahlenschloss gefunden, bei dem ich die Kombination nicht mehr wusste. Brauchte keine 25 Minuten. Seitdem haben Zahlenschlösser für mich an Sicherheit eingebüßt.

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