1000 Euro Prämie: BMW, Siemens und Co halten sich zurück
Wer mit dem Auto zur Arbeit fährt, kann mit Blick auf die Preistafeln der Tankstellen 1000 Euro mehr in der Tasche sicher gut gebrauchen. Ganz besonders im ohnehin schon teuren München.
Das Problem: Weil die freiwillige sowie steuer- und abgabenfreie Prämie allein von den Unternehmen geschultert werden soll, können viele sich das angesichts der fortwährenden Wirtschaftskrise nicht leisten. Schon die Inflationsausgleichprämie der Ampel-Regierung von 2022 bis 2024 wurde in erster Linie von tarifgebundenen und großen Betrieben bezahlt. Bei denen hat die AZ angeklopft. Das Ergebnis: ernüchternd.
BMW möchte Tariverhandlungen nicht vorgreifen
BMW gehört zu jenen großen Fischen, die eine Inflationsausgleichprämie von jeweils 1500 Euro im Februar 2023 und Februar 2024 auszahlte – und damit den zulässigen Maximalbetrag ausschöpfte. Ob sie auch diesmal wieder von der Prämie Gebrauch machen, ließ der Konzern offen: "Die BMW Group prüft derzeit die angekündigten gesetzlichen Rahmenbedingungen." Weiter verwies das Unternehmen darauf, dass es nicht bei der anstehenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie vorgreifen möchte. Denn Einmalzahlungen könnten Gegenstand der Gehaltsverhandlungen werden.

Ähnliche Statements erhielt die AZ auch von anderen Münchner Großkonzernen: MAN, Allianz, Infineon, Wacker Chemie und Siemens prüfen den Vorschlag, sobald die konkrete Ausgestaltung bekannt sei.
Siemens begründet das damit, dass etwa eine Ergänzung zum Einkommenssteuergesetz fehle. Statt die Spritkosten der Mitarbeiter zu bezuschussen, fördert es etwa die Anreise mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln durch einen Arbeitgeberzuschuss für das Deutschlandticket und setzt auf zwei bis drei Tage Homeoffice.
Celonis: Fokus liegt auf "attraktiven Gesamtpaket"
Das Softwareunternehmen Celonis teilt mit, dass es als "sehr international aufgestelltes Unternehmen" abwägen müsse, ob es sich dabei um ein geeignetes Instrument zur Entlastung der Mitarbeiter handle. Heißt übersetzt: Nur die Angestellten in Deutschland würden von so einer Prämie profitieren. Von der Inflationsausgleichprämie machte der Konzern zumindest Gebrauch.
"Insgesamt liegt unser Fokus jedoch darauf, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch angemessene Gehälter sowie zahlreiche Zusatzleistungen nicht nur kurzfristig, sondern dauerhaft ein attraktives Gesamtpaket zu bieten", schreibt das Unternehmen.

Der Flughafen München teilte mit, dass eine Prämienzahlung zum jetzigen Zeitpunkt aus satzungsrechtlichen Gründen für tarifgebundene kommunale Arbeitgeber nicht möglich sei.
Carsten Maschmeyer: "Einfach nur frech"
Ein prominenter Unternehmer aus München sagte zumindest die Auszahlung der Prämie zu: Carsten Maschmeyer schrieb auf X, dass alle Mitarbeiter seiner Investmentgesellschaft die 1000 Euro so schnell wie möglich bekämen.
"Gleichzeitig finde ich es einfach nur frech, wenn das Finanzministerium schreibt, ,wir entlasten’ und diese Entlastung dann den Arbeitgebern überlässt." Auch er kritisiert, dass viele Unternehmen dazu derzeit nicht in der Lage seien – und Selbstständige gar nichts davon hätten.
