1:0 gewonnen: So lief das erste Treffen zwischen Söder und Krause

In der Parkstadt Schwabing hat Amazon ein riesiges neues Bürogebäude für 2500 Mitarbeiter eröffnet. Dort sind der CSU-Ministerpräsident Markus Söder und Bald-OB Dominik Krause von den Grünen zum ersten Mal aufeinandergetroffen. Wie das ablief und wofür Krause besonders viel Applaus bekam. 
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Der Ministerpräsident Markus Söder und der neue Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause können zumindest zusammen kickern. Gegen Amazon-Chef Rocco Bräuniger und Arbeitsministerin Scharf haben sie 1:0 gewonnen.
Der Ministerpräsident Markus Söder und der neue Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause können zumindest zusammen kickern. Gegen Amazon-Chef Rocco Bräuniger und Arbeitsministerin Scharf haben sie 1:0 gewonnen. © privat

Einen grünen Oberbürgermeister in München habe Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verhindern wollen, hieß es immer. So sehr, dass er dafür extra die Altersgrenze für Oberbürgermeister abschaffte. Erst dadurch konnte OB Dieter Reiter (SPD) mit 67 Jahren noch mal kandidieren.

Zugegeben hat Söder diese Strategie öffentlich freilich nie – und aufgegangen ist sie auch nicht: Dominik Krause von den Grünen wird bald Münchner Oberbürgermeister sein.

Umso spannender, wie die erste Begegnung der beiden werden würde. Wie wird Söder schauen, wenn Krause ihm beim Wiesn-Anstich die erste Maß überreicht, fragten sich viele.

Der CSU-Ministerpräsident und der designierte grüne OB trafen nun früher aufeinander: nämlich am Donnerstagvormittag bei der Eröffnung des neuen Amazon-Standorts in München in der Parkstadt Schwabing.

Amazon-Chefin Béatrice Bracklo, der designierte OB Dominik Krause, Amazon-Chef Rocco Bräuniger, Ministerpräsident Markus Söder und Arbeitsministerin Ulrike Scharf bei der Eröffnung.
Amazon-Chefin Béatrice Bracklo, der designierte OB Dominik Krause, Amazon-Chef Rocco Bräuniger, Ministerpräsident Markus Söder und Arbeitsministerin Ulrike Scharf bei der Eröffnung. © Daniel von Loeper

2500 Menschen arbeiten hier auf sechs Etagen. Es gibt elf begrünte Dachterrassen, einen Yoga-Raum, ein Kino, Kaffee-Küchen, Still- und Gebetsräume. "Bei Amazon arbeiten 50, 60 Nationen zusammen", erzählt Amazon-Chefin Katrin Kleiser bei einem Rundgang vor der Eröffnung.

Das Herzstück des neuen Gebäudes sei das Atrium, wo 600 Menschen hineinpassen. Normalerweise ist hier die Kantine. Von oben aus den Büros kann man hinunterschauen und sehen, wer dort gerade Kaffee trinkt.

Unten ist die Kantine, oben sind die Büros.
Unten ist die Kantine, oben sind die Büros. © Daniel von Loeper

Bevor sie ihre Reden halten, haben Söder und Krause schon eine Runde gekickert. Denn in den Pausen bei Amazon kann man nicht nur Yoga machen. Es gibt auch einen Kickertisch.

"Wir wurden in ein Team zusammengewürfelt. Und haben auch gleich gewonnen – überraschenderweise", erzählt Söder auf der Bühne, gut gelaunt und fröhlich. Er erwähnt auch, was er und Krause gemeinsam haben: Beide wollen Olympische Spiele nach München holen.

Später sagt der Ministerpräsident noch zur AZ, dass das erste Aufeinandertreffen mit Krause "höflich und freundlich" gewesen sei: "Die Landeshauptstadt und der Freistaat arbeiten immer gut zusammen – egal von welcher Partei."

Höflich und freundlich – so sei das erste Treffen mit Dominik Krause abgelaufen, erzählt Söder später.
Höflich und freundlich – so sei das erste Treffen mit Dominik Krause abgelaufen, erzählt Söder später. © Daniel von Loeper

Gemerkt hat er allerdings bestimmt, wie sehr die Amazon-Mitarbeiter bei der Begrüßung von Dominik Krause klatschen und jubeln. Während seiner Rede gibt es sogar Zwischen-Applaus – und zwar bei einem Seitenhieb gegen den Kanzler Friedrich Merz (CDU).

"Pauschalurteile verbieten sich"

Zuerst bedankt sich Krause bei den Paketzustellern – "die Jobs machen, die sehr anstrengend sind, aber keine Reichtümer bringen". "Deshalb will ich bitten, bei Aussagen zum Stadtbild die Worte genau abzuwägen. Wenn man sieht, wer spätabends noch die Pakete bringt, verbietet sich das ein oder andere Pauschalurteil", sagt Krause. Und der Saal klatscht fast eine halbe Minute.

Hinterher, als sich Krause das neue Elektro-Lastenrad zeigen lässt, stehen einige Mitarbeiter für Selfies an. Mit dem E-Lastenrad stellt Amazon Pakete im Münchner Osten zu. "Auch dafür brauchen wir breitere Radlwege", sagt Krause. Wie Söder das findet? Fragen kann die AZ nicht mehr, er hat da die Veranstaltung schon verlassen.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.