Sommerferien: Wann es auf Straßen, Schienen und an Flughäfen voll wird
Die große Reisewelle zum Sommer 2026 nimmt Fahrt auf. In einigen Bundesländern haben die Ferien bereits vor einigen Tagen begonnen. Den Auftakt machten Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland am 29. Juni, kurz darauf folgten Bremen und Niedersachsen am 2. Juli. An diesem Samstag, dem 4. Juli, ziehen gleich vier weitere Länder nach: In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen pausiert der Ernst des Lebens. Für Reisende bedeutet dies, dass mit besonders viel Andrang auf der Straße, am Bahnhof und am Flughafen zu rechnen ist.
Ferienstart im Staffellauf
Damit nicht alle gleichzeitig aufbrechen und genügend Unterkünfte zur Verfügung stehen, sind die Sommerferien in Deutschland gestaffelt. Berlin, Brandenburg und Hamburg folgen am 9. Juli sowie Mecklenburg-Vorpommern am 13. Juli. Nordrhein-Westfalen geht am 20. Juli in die Sommerferien, ehe Baden-Württemberg am 30. Juli und Bayern am 3. August wie gewohnt als letzte Länder folgen. Durch diese Staffelung sollen sich Ferienorte und Straßen nicht überall zur selben Zeit füllen. Dennoch müssen sich Reisende darauf einstellen, dass viel los ist.
Autobahn: An diesen Tagen droht besonders viel Stau
Für die Straße hat der ADAC die kritischen Termine benannt. Bereits am gestrigen Freitag, 3. Juli, und am heutigen Samstag, 4. Juli, sei durch den Ferienbeginn mit erhöhtem Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen in Deutschlands Osten zu rechnen.
Ein weiterer heikler Termin ist der Ferienstart in NRW: Offiziell beginnen die Ferien dort zwar erst am 20. Juli, erfahrungsgemäß rolle die Reisewelle aber schon am Freitagnachmittag los - in diesem Fall am 17. Juli. Erwartet wird, dass es insbesondere in Richtung Süden, in Ballungsgebieten und in Richtung der Niederlande zu Verkehrsbehinderungen kommen kann.
Als besonders staugefährdet gilt demzufolge auch das erste Augustwochenende, an dem die Menschen aus Baden-Württemberg und Bayern an der Reihe sind. Schon 2025 zählte dieses Wochenende zu den staureichsten des Jahres, teilt der Automobil-Club mit. Generell gelten die Freitage im August erfahrungsgemäß als besonders stauanfällig.
Wie groß die Belastung im Sommer werden kann, zeigt ein Rückblick des Vereins: In den Sommerferien 2025 zählte der ADAC auf deutschen Autobahnen mehr als 116.000 Staus mit einer Gesamtlänge von fast 204.000 Kilometern. Die zusammengerechnete Wartezeit betrug den Angaben nach rund 13,5 Jahre.
Flughafen: Millionen Reisende und ein neues Kontrollsystem
Auch an den Flughäfen wird es eng. Alleine der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport rechnet laut einer Mitteilung zwischen dem 26. Juni und dem 9. August mit etwa neun Millionen Reisenden und rund 60.000 Flugbewegungen. Schon zum ersten Ferienwochenende Ende Juni wurden nach Angaben des Betreibers gut 616.000 Passagiere am Flughafen Frankfurt erwartet.
Die Lufthansa rechnete für dasselbe Wochenende mit über 950 Abflügen und etwa 158.000 Fluggästen in Frankfurt. Bei der deutschen Airline seien in diesem Sommer vor allem südeuropäische Ziele sehr angesagt - etwa Portugal, Spanien und Italien. Daneben liege aber auch der Norden mit Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland und Island im Trend. Generell empfiehlt die Fluggesellschaft: "Lieber mit Zeitpuffer planen. Lufthansa bittet alle Gäste, ausreichend Zeit für Check-in, Sicherheitskontrolle und Boarding einzukalkulieren."
Neu ist in diesem Sommer das im Oktober 2025 gestartete europäische Einreise- und Ausreisesystem EES, das für Reisende aus Nicht-EU-Staaten vorgesehen ist. Fraport wies darauf hin, dass es dadurch in Zusammenhang mit generell erhöhtem Reiseaufkommen bei den Grenzkontrollen zu längeren Wartezeiten kommen könne. Empfohlen wurde daher Reisenden aus Nicht-EU-Staaten sowie EU-Reisenden mit Ziel außerhalb des Schengen-Raums, mindestens drei Stunden vor Abflug am Terminal zu sein. Für Flüge innerhalb des Schengen-Raums wurden rund zweieinhalb Stunden empfohlen, selbst mit reinem Handgepäck noch etwa zwei Stunden.
Bahn: Verspätungen und Wartezeiten?
Auf der Schiene bleibt die Nachfrage laut der Deutschen Bahn hoch. Schon im September 2025 wurde Personenfernverkehr-Vorstand Michael Peterson in einer Mitteilung so zitiert: "Wir bauen unseren Fahrplan mit Blick auf Nachfrage und Kapazität auf dem Schienennetz gezielt aus." Damals wurde mitgeteilt, dass sich das Netz, in dem rund halbstündlich ICEs verkehren, im Jahr 2026 von etwa 900 Kilometer auf gut 2.300 Kilometer mehr als verdopple.
Gleichzeitig gibt es in Deutschland wie eigentlich immer zahlreiche Bauarbeiten an unterschiedlichen Strecken, die den Zugverkehr ausbremsen. Ein Überblick über aktuelle Baustellen ist auf der Bahn-Webseite zu finden. So kommt es beispielsweise zu Haltausfällen oder Umleitungen und auch mit Verspätungen ist bei der Bahn leider zu rechnen.
Generell sollten Reisende Geduld mitbringen. Die DB genießt nicht unbedingt den besten Ruf, wenn es um das Thema Pünktlichkeit geht. Erst im Juni war es zu einer bundesweiten Großstörung gekommen, durch die der Zugverkehr bundesweit zum Erliegen kam. Wegen einer Störung des digitalen Bahnfunks GSM-R wurden laut der Bahn "vorläufig alle Züge an Bahnhöfen zurückgehalten". Das Problem trat spätabends auf und das Unternehmen teilte mit, Taxi- und Hotelgutscheine an Reisende auszugeben sowie Aufenthaltszüge bereitzustellen, sollte dies im jeweiligen Fall möglich sein. Glücklicherweise konnte die Störung bald behoben werden.
So lässt sich der Reisestress verringern
Wer flexibel ist, weicht dem größten Andrang am besten aus. Der ADAC empfiehlt, wenn möglich nicht am Freitagnachmittag oder an den Wochenenden sowie nicht während des Berufsverkehrs in die Sommerferien aufzubrechen. Am Flughafen können Online-Check-in, eine frühzeitige Anreise und vorab gebuchte Parkplätze für einen entspannteren Start in den Urlaub sorgen. Wer mit der Bahn unterwegs ist, benötigt vielleicht ein bisschen Glück. Im Fernverkehr lassen sich in der Regel zumindest Sitzplätze reservieren.
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