So viel können Sie am Tegernsee entdecken

An einem Wochenende am Tegernsee lässt sich viel entdecken. Von alter Handwerkskunst, urigen Lokalen, unbekannten Wanderwegen bis hin zu Orten der Entspannung.
| Bettina Louise Haase
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Handdruckerin Martina Gistl.
Bettina Louise Haase 2 Handdruckerin Martina Gistl.
Hutmacher Martin Wiesner.
Bettina Louise Haase 2 Hutmacher Martin Wiesner.

An einem Wochenende am Tegernsee lässt sich viel entdecken. Von alter Handwerkskunst, urigen Lokalen, unbekannten Wanderwegen bis hin zu Orten der Entspannung.

Ein Stück malerisches Bayern findet sich zwischen München und Salzburg. Der Tegernsee liegt dort lieblich eingebettet in die sanften Bergketten des Voralpenlandes. An einem Wochenende am See gibt es einiges zu entdecken: Beginnen könnte man in Gmund, dem ersten Ort am See. In Gmund-Gasse hat Handruckerin Martina Gistl in einem alten Bauernhof ihre eigene Handdruckerei eingerichtet. Bei ihr glaubt man, Bayerns pure Idylle zu entdecken – so malerisch liegt das alte Bauernhaus, Martinas Geburtshaus und in der vierten Generation in der Familie, am Ende von Gasse in einem blühenden Bauerngarten. Freundinnen überzeugten sie, das Handwerk der Handdruckerei zu erlernen und bei sich zu Hause weiterzuführen. 2011 beschloss Martina, die dritte Handdruckerei Deutschlands zu eröffnen. Ehemann Quirin machte sich sofort an den Umbau der Tenne des Hauses, die jetzt durch ihre alten Balken ein besonders schöner Arbeitsraum ist. Unter dem Tennendach richteten beide eine Präsentationsgalerie ein, auf der heute die wunderschön bedruckten Kissen, Taschen und bedruckte Notizbücher ausgestellt werden. Man kann sich bei Martina Gistl auch einen Stoff nach eigenen Vorstellungen anfertigen lassen. Zur Stärkung geht es von Gmund aus weiter nach Tegernsee ins Bräustüberl, das weit über die Tegernseer-Tal-Grenze bekannt ist. Gegründet wurde das Bräustüberl zunächst für durstige Bräuburschen der Tegernseer Klosterbrauerei, die Brauerei zählt zu den ältesten Bayerns. Während der Regierungszeit von König Max I. Joseph, zugleich der erste Wittelsbacher Brauherr am Tegernsee, trafen Einheimische hier auf europäischen Hochadel. Heute sind es Sommerfrischler und Künstler, Schöne, Reiche, Wichtige und ganz Normale, die im „Bräu“ eine Maß Tegernsee Hell bestellen. Der Dichter Eugen Roth sagte über das Tegernseer Bräustüberl: „Wer dort nicht eine Maß – oder mehr – getrunken hat, der hat nicht einmal die niedern Weihen als Kenner bairischer Lebensart empfangen.“

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Wer sich jetzt ein bisschen die Beine vertreten will, läuft auf dem Höhenweg über den Leeberg von Tegernsee nach Rottach-Egern. Einfach vom Bräustüberl aus in Richtung Steinmetzplatz, die Karl-Stieler-Straße einschlagen und dann rechts Richtung Süden zum Stieler-Denkmal weiterwandern – der Weg lohnt vor allem wegen der spektakulären Ausblicke auf den See vom Großen Paraplui aus. Unterhalb des Riedersteins entlang führt der Weg die Riedersteinstraße hinunter und dann geradeaus ins Zentrum von Rottach.

In Rottach-Reitrain zeigt Hutmacher Martin Wiesner, dass die Kunst des Hutmachens noch immer hochaktuell ist. Zu ihm kommen bei Bedarf sämtliche Tegernseer-Tal-Promis, um Trachtenhüte zu kaufen. Seinen Einstieg ins Hutmachergeschäft fand er über die Volksmusik, er selbst spielt leidenschaftlich Basstrompete. Seit seinem dritten Lebensjahr trägt er Trachtenhüte, den ersten schenkte ihm sein Großvater. Mit zwanzig fing er im Geschäft an zu arbeiten. Trachten-Velours-Hüte gibt es bei ihm allein in zwölf verschiedenen Grüntönen. Aber auch Stohhüte sind sehr gefragt: „Die mögen vor allem die Mädels“, weiß Martin Wiesner. Fünf Stunden Arbeitszeit stecken in einem Hut, Martin hat sein kleines Hutmacheratelier direkt hinter dem Verkaufsraum mit Blick auf dem Ringberg.

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Den Abschluss der Reise um den Tegernsee könnte Bad Wiessee bilden. Dieser kleine verschlafene Kurort ist durch seine lange Uferpromenade, an der es sich vortrefflich spazieren gehen lässt, unbedingt einen Stopp wert. Hier reihen sich im Zentrum des Ortes Cafés aneinander. In Bad Wiessee ticken die Uhren langsamer, alles geht hier ganz gemächlich vor sich. In manchen Cafés, wie dem Restaurant Seegarten, lässt sich vortrefflich ein Cappuccino genießen – dieses Mal mit Blick auf den Ort Tegernsee. Wer Wellness mag, kann im nahen Terrassenhof die Saunalandschaft nutzen und sich dort ebenfalls vortrefflich entspannen.

Informationen:

Handdruckerei Martina Gistl, www.handdruckerei-gistl.de

Bräustüberl: www.braustuberl.de, ÖZ Mo-Do 9-23.30, Freitag und Samstag 9-24 Uhr, Schmankerl: Salat mit gebratenem Putensteak und Knoblauchbaguette.

Hutmacher Martin Wiesner, www.hutmacherei-wiesner.de

Hotel: Relais & Châteaux Egerner Höfe *****+, 3 Übernachtungen im Doppelzimmer, Frühstück; wenn man ein attraktives Wellness-Programm gleich hinzubucht; für Paare: Kuscheltage am Tegernsee:1 x Cleopatrabad mit 1 Glas Champagner je Person (ca. 20 Min.), 1 x Aroma-Ganzkörpermassage je Person (ca. 40 Min.) 1 x Candlelight-Dinner , p.P. ab 458,- €; Zusatzleistungen ( von Thomas Cook):- Begrüßungsgetränk, Bademantel/-schuhe bei Aufenthalt, Langschläferfrühstück bis 11 Uhr, ab 4 Nächten: 1 x Teilkörpermassage (ca. 20 Min.) p.P./Aufenthalt

Buchtipp: Auf ins blaue Land, 20 Reisen nach Bayern, ISBN: 9783844802269

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