Ranking: Das sind die Top-Reiseländer der Welt

Das Weltwirtschaftsforum hat 110 Länder untersucht und bewertet, wie gut sie auf Touristen vorbereitet sind. Welche Länder besonders gut abschneiden, welche nicht - und was Deutschland zu einer Top-Ten-Destination macht.
von  (elm/spot)
Japan liegt im Tourismusindex des Weltwirtschaftsforums an der Spitze.
Japan liegt im Tourismusindex des Weltwirtschaftsforums an der Spitze. © Sean Pavone/ shutterstock.com

Japan ist auf Reisende aus aller Welt am besten vorbereitet. Zu diesem Ergebnis kommt das Weltwirtschaftsforum (WEF) in seiner neuen Rangliste, dem "Travel & Tourism Development Index 2026". Die Rangliste zeigt allerdings nicht, welche Länder bei Urlaubern am beliebtesten sind, sondern bewertet, wie gut die Bedingungen in einem Land sind, damit der Tourismus dort dauerhaft funktioniert und auch Krisen übersteht. Das sind die Ergebnisse.

Das WEF hat für den Index 110 Länder untersucht und dabei 102 einzelne Merkmale verglichen. Es geht zum Beispiel um Verkehrswege und Unterkünfte, um Sicherheit, Preise, Natur, Kultur und Nachhaltigkeit. Jedes Land erhält am Ende einen Wert zwischen 1 und 7. Je höher der Wert, desto besser. Japan steht mit einem Wert von 5,27 Punkten an der Spitze des Rankings und verbessert sich damit um zwei Plätze im Vergleich zum letzten Bericht von 2024. Knapp dahinter folgen die USA mit 5,23 und Spanien mit 5,22 Punkten. Spanien rutscht damit von Platz eins auf Platz drei.

Wichtig dabei: Für den Vergleich hat das WEF die Werte von 2024 neu berechnet, weil sich Daten und Berechnungsweise geändert haben. In der Rangliste, die 2024 veröffentlicht wurde, lagen noch die USA vorn.

Auf den Plätzen vier bis zehn folgen Australien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, China, die Schweiz und Italien. Es sind dieselben zehn Länder wie 2024, nur in anderer Reihenfolge. Sechs davon liegen in Europa. Europa bleibt damit laut Bericht die stärkste Region der Welt.

Deutschland auf Platz sechs

Deutschland kommt auf 5,09 Punkte und liegt auf Platz sechs, einen Platz schlechter als 2024. Besonders hebt der Bericht hervor, wie gefragt Deutschland im Internet ist. Bei Internetsuchen zu Reisen, die nicht dem Urlaub dienen, liegt Deutschland weltweit auf Platz eins. Gemeint sind etwa Reisen für die Arbeit, für ein Studium oder für eine medizinische Behandlung.

Bei Internetsuchen zu Kulturreisen belegt Deutschland Platz drei. Als Beispiel stellt der Bericht eine Datenbank der Deutschen Zentrale für Tourismus vor, den sogenannten "Knowledge Graph". Sie enthält rund 500.000 Einträge, etwa zu Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen und Unterkünften. Diese Informationen liefert sie an Suchmaschinen, Online-Plattformen und KI-Programme.

Warum Japan vorne liegt?

Die wichtigsten Gründe laut WEF: Japan ist offener für Reisende geworden, und die Gäste verteilen sich besser über das Land. Japan hat gezielt um Besucher aus neuen Herkunftsländern geworben. Außerdem hat das Land Gäste auch in kleinere Städte und Regionen gelenkt.

2025 kamen 42,7 Millionen Besucher aus dem Ausland, so viele wie nie zuvor. Im Oktober 2025 übernachteten ausländische Gäste in Regionen abseits der großen Städte 14,1 Prozent häufiger als ein Jahr zuvor. In den drei größten Großstadtregionen des Landes gab es dagegen etwas weniger Übernachtungen.

Albanien ist der große Aufsteiger

Die größte Verbesserung aller Länder schafft Albanien. Das Land auf dem Balkan steigert seinen Wert um sieben Prozent und springt um zehn Plätze nach oben auf Rang 53. Laut Bericht hat Albanien sein Angebot für Gäste ausgebaut und ist besser erreichbar geworden, etwa mit dem Flugzeug, auf der Straße und mit dem Schiff. Außerdem ist Albanien für viele eine günstige Alternative zu teureren Nachbarländern.

Auch in Asien und im Pazifikraum holen viele Länder auf. Sieben der zehn Länder mit den größten Fortschritten liegen dort, zum Beispiel Laos, Malaysia und Thailand. Den letzten Platz belegt Mali.

Reisen wird teurer

Insgesamt haben sich 92 Prozent der untersuchten Länder verbessert. Die Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen zählte 2025 rund 1,5 Milliarden Ankünfte von Reisenden aus dem Ausland. Das ist ein Rekord. Der Bericht nennt aber auch Probleme. In drei von vier Ländern ist Reisen im Vergleich teurer geworden. Vielerorts sind die Preise im Tourismus stärker gestiegen als die Preise insgesamt. Gründe sind laut Bericht vor allem höhere Kosten für Personal, Lebensmittel und Energie.

Dazu kommen überfüllte Urlaubsorte und fehlende Fachkräfte. Außerdem hat der Konflikt im Nahen Osten den Flugverkehr gestört, und in Südeuropa gab es Hitzewellen und Waldbrände. Das WEF rät den Reiseländern deshalb, künftig mehr auf Qualität zu achten als nur auf möglichst viele Gäste.

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