Prognose: So verändert sich der Deutschlandtourismus bis 2036
In deutschen Städten dürfte künftig öfter Mandarin, Koreanisch oder Arabisch zu hören sein. Die meisten ausländischen Touristen in Deutschland kommen zwar weiter aus den direkten Nachbarländern, prozentual legen aber vor allem Reisende aus Asien und dem Nahen Osten zu. Das geht aus einer Prognose hervor, die das Analysehaus Tourism Economics im Auftrag der Hotelgruppe Accor erstellt hat.
Dem Bericht nach sollen die Übernachtungen ausländischer Gäste in Deutschland von 2026 bis 2036 um 29 Prozent zunehmen, die von Inlandsgästen um 22 Prozent, insgesamt um 24 Prozent. Europaweit liegen die Werte höher: plus 42 Prozent bei Auslandsgästen, plus 32 Prozent insgesamt.
Starkes Plus aus China
Besonders deutlich sollen die Ankünfte aus China zulegen: um 178 Prozent, allerdings von niedrigem Niveau aus. Laut der Deutschen Zentrale für Tourismus gab es 2025 rund 865.000 Ankünfte und 1,85 Millionen Übernachtungen aus China. Das sind gut zwei Prozent aller Auslandsübernachtungen und knapp zwei Drittel des Werts von 2019.
Auch die Ankünfte aus Südkorea, Japan und Indien sollen stark steigen, um 94, 92 und 84 Prozent. Für den Nahen Osten nennt die Pressemitteilung 112 Prozent mehr Nachfrage. Als Gründe führt die Accor steigende Einkommen, neue Flugverbindungen und eine bessere Infrastruktur an.
Nachbarn bleiben die wichtigsten Gäste
Bei den Übernachtungen lagen 2025 die Niederlande vor den USA und der Schweiz. Für 2036 sieht die Studie die Niederlande und die Schweiz vorn, dahinter die USA und das Vereinigte Königreich; China könnte auf Platz fünf aufrücken. Verhaltener fällt die Prognose bei Geschäftsreisen aus: plus 25 Prozent in Deutschland, plus 50 Prozent europaweit. Frankreich würde demnach Deutschland als größten Geschäftsreisemarkt Europas ablösen.
Ausgaben sollen kräftig steigen
Stärker als die Übernachtungen sollen die Ausgaben wachsen: 2036 würden internationale Gäste in Deutschland 75 Prozent mehr ausgeben als 2026, so die Prognose. Ob der Wert inflationsbereinigt ist, erläutert Accor nicht. Erwartet werden plus 88 Prozent für Transport, 79 Prozent für Freizeit, Kultur und Sport, 78 Prozent für Gastronomie und 72 Prozent für den Einzelhandel.
Weniger bekannte Ziele dürften aufholen
Die höchsten Zuwächse bei Auslandsgästen erwartet der Bericht europaweit bei kleineren und mittelgroßen Zielen; Russland, die Ukraine und Belarus sind ausgeklammert. Spitzenreiter ist Aserbaidschan mit plus 116 Prozent, gefolgt von Lettland, Rumänien und Ungarn mit 80 bis 83 Prozent. Accor verweist auf bessere Verbindungen, vergleichsweise günstige Preise und das Interesse an weniger bekannten Zielen.
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