Pause, Maut, Kinderkoller: Tipps für lange Autofahrten in den Urlaub

Viele Familien mit Kindern reisen im Sommer mit dem Auto und stehen früher oder später im Stau. So wird die Fahrt in den Süden ein wenig entspannter.
von  (elm/spot)
Mit ein paar praktischen Tipps kommen Familien mit dem Auto entspannter in den Sommerurlaub.
Mit ein paar praktischen Tipps kommen Familien mit dem Auto entspannter in den Sommerurlaub. © Halfpoint/iStock via Getty Images

Die schönste Zeit des Jahres beginnt für viele nicht mit Strand und Sonne, sondern mit hunderten Kilometern Asphalt. Der ADAC zählt aktuell rund 1.000 Baustellen auf deutschen Autobahnen, und mit dem gestaffelten Ferienstart der Bundesländer rollt Welle um Welle Richtung Alpen und Süden. Drei Faktoren entscheiden darüber, ob die Anreise zur Tortur wird oder schon zum ersten Urlaubstag: die richtige Startzeit, die Pausenplanung und ein realistischer Umgang mit Kindern und Kosten.

Den Stau austricksen: Wann man besser losfährt

Die Autoclubs sind sich einig: Freitagnachmittag, Samstagvormittag und Sonntagnachmittag sind die staureichsten Phasen. Wer flexibel ist, sollte besser unter der Woche am Dienstag oder Mittwoch außerhalb des Berufsverkehrs aufbrechen; wer am Wochenende los muss, idealerweise früh am Sonntagvormittag. Viele Familien schwören zudem auf die frühen Morgenstunden: Wer gerne nachts fährt, startet idealerweise zwischen drei und vier Uhr morgens - kaum Verkehr, angenehme Temperaturen, und die Kinder schlafen oft im Fahrzeug weiter. Wichtig bleibt, vor der Abfahrt Stau- und Verkehrsmeldungen im Blick zu behalten, um großräumig ausweichen zu können.

Pausen sind keine Zeitverschwendung

Faustregeln für die Familienreise: nicht mehr als 500 Kilometer am Tag und laut ADAC mindestens alle zwei Stunden beziehungsweise alle 200 Kilometer eine Pause von mindestens 15 Minuten. Diese Stopps dienen nicht nur dem Toilettengang, sondern der Bewegung: gegen Verspannungen und für eine gute Durchblutung beim Fahrer wie bei allen Mitreisenden. Ideal sind Raststätten mit Spielplatz, auf denen sich die Kinder austoben, bevor sie wieder stillsitzen müssen. Mindestens einmal sollte man länger als eine Stunde pausieren, am besten zur Mittagszeit. Danach fährt es sich meist ruhiger, weil viele Kinder einschlafen. Wichtig: Babys und Kleinkinder nie während der Fahrt wickeln, und Kleinkinder möglichst nur in den Pausen essen lassen, sonst droht Verschluckgefahr.

Gegen den Kinderkoller: Beschäftigung schlägt Bespaßung

Langeweile ist der häufigste Auslöser für schlechte Laune auf der Rückbank. Bewährt haben sich Überraschungstüten, die je nach Reisefortschritt geöffnet werden. Klassiker wie "Ich sehe was, was du nicht siehst", Wortketten oder Kennzeichen-Raten brauchen kein Zubehör. Vorsicht gilt bei Tablets und Smartphones zur Bespaßung: Sie lösen das Langeweileproblem vielleicht kurzfristig, dürften aber bei vielen Kindern für Reiseübelkeit sorgen - und damit im besten Fall zu ungeplanten Zwischenstopps, im schlimmsten Fall zur dringend notwendigen Autoreinigung führen. Beim Proviant gilt: leichte Snacks wie Obst und Gemüse, dazu Wasser, Tee und Saftschorlen ohne Kohlensäure. Und der vielleicht wichtigste Punkt: Kinder bei einer Pause nie allein im Auto zurücklassen! Im Sommer steigt die Temperatur im Fahrzeug binnen kürzester Zeit auf 40, 50 oder sogar 60 Grad.

Mautpflicht nicht erst an der Grenze bemerken

Wer in den Süden fährt, sollte die Gebühren vorab klären. In Österreich kostet die 10-Tages-Vignette 2026 12,80 Euro, die 1-Tages-Vignette 9,60 Euro. Wichtig für kurzfristig Reisende: Genau diese beiden Kurzzeitvignetten können beim Online-Kauf auch sofort gültig werden - oder im Voraus gekauft werden. Die 18-Tage-Frist des Konsumentenschutzes, wonach die digitale Vignette für Privatpersonen erst 18 Tage nach dem Kauf gilt, betrifft nur die Jahres- und die 2-Monats-Vignette. Wer eine dieser Langzeit-Varianten kurzfristig braucht, greift zur Klebevignette oder kauft an einer Verkaufsstelle (Tankstelle, ÖAMTC, ADAC) mit sofortiger Gültigkeit auch die digitale Variante. Auf A13 Brenner, A10 Tauern und weiteren Strecken wird zusätzlich Streckenmaut fällig.

Die Schweiz kennt nur die Jahresvignette zum offiziellen Preis von 40 Franken, beim ADAC oder ÖAMTC rund 44,50 Euro; Kurzzeit-Vignetten gibt es bei den Eidgenossen nicht. Italien und Kroatien rechnen weiterhin streckenabhängig an Mautstationen ab. Kroatien stellt sein Mautsystem ab Herbst 2026 schrittweise auf eine schrankenlose, weiterhin streckenabhängige E-Maut um (System "Crolibertas"); der landesweite Vollbetrieb ist aber erst für den 1. März 2027 geplant. Für die Sommersaison 2026 ändert sich damit noch nichts - bis dahin wird wie gewohnt per Ticket an der Mautstelle gezahlt.

Wer all das einplant, umgeht den Stau nicht, aber zumindest den größten Stress. Denn am Ende gilt für die Fahrt in den Süden dasselbe wie für den Urlaub selbst: Der Weg ist schon ein Stück vom Ziel.

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