Kurztrip: Schnell mal nach Hamburg

Mit "Tarzan" nach New York und zurück: Ein Musical-Wochenende in der Elbestadt gerät zum unterhaltsamen Schnelltrip um den Globus.
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Udo Jürgens
PR Udo Jürgens

Hamburg - Mit "Tarzan" nach New York und zurück: Ein Musical-Wochenende in der Elbestadt gerät zum unterhaltsamen Schnelltrip um den Globus.

"Marina, Marina, Mariina - du bist ja die Schööönste derrr Welt!" Raue Männerstimmen, die nostalgische Seemanns-Lieder vortragen, von Liebe und Fernweh künden. Genau so hat sich Hafen-Nostalgie auf Hamburgisch anzuhören - zumindest für eine Landratte aus dem Süden. Die drei Musiker tun den Besuchern ihrer Stadt den Gefallen: Mit braun gebrannten Gesichtern und Kapitänsmützen auf dem Kopf haben sie noch mehr musikalische Touristenklischees auf Lager: "What shall we do with the drunken sailor", schallt es über den Landungssteg des Hamburger Hafens, gefolgt von einem leidenschaftlich intonierten "Keine Frau der Welt ist so schön wie die Freiheit..." In der Luft liegt der Duft von Diesel, Salz - und der großen, weiten Welt.

Ein Stück weite Welt auf den Bühnen der Stadt

Ein Stück weite Welt kann der Hamburg-Besucher auch auf den Bühnen der Stadt erleben - etwa im Musical "Tarzan" im Theater Neue Flora, wo der Urwald inklusive seiner archaischen Wildheit an der Elbe zum Leben erwacht: Den ewigen Kampf des Guten gegen das triebhaft Böse erzählen die Darsteller, indem sie akrobatische Höchstleistungen vollbringen. Sie stoßen sich an Bungee-Seilen hängend immer wieder von der safarigrünen Bühnenbild-Konstruktion ab und schwingen hoch über den Köpfen der Zuschauer durch das Theater. Dumpfe Urwaldtrommeln und die eingängige Musik von Phil Collins lassen den Zuseher vollends eintauchen in die wild-romantische Liebesgeschichte um den Affenmenschen Tarzan und seine Jane, die sich auch in der Hansestadt am Ende für den unkonventionellen Weg entscheidet.

Besuch im Maritimen Museum

Eher am Rande befasst sich dagegen das Internationale Maritime Museum mit dem Leben ungewöhnlicher Frauen: Ende des 17. Jahrhunderts verbreiteten mit Anne Bonny und Mary Read auch Piratinnen - in Männerkleidern - Angst und Schrecken auf den Meeren der Karibik. Dies ist allerdings nur ein interessantes Detail am Rande, denn in der Hauptsache gilt es in dem Schifffahrtsmuseum die größte maritime Privatsammlung der Welt von Peter Tamm mit 36000 Miniaturschiffsmodellen zu bewundern. Neben dem weltweit einzigen Modellschiff aus Gold ist hier eine Miniatur des Kreuzfahrtschiffs Queen Mary 2 ausgestellt, das aus einer Million Lego-Bausteinen besteht. Wer abends noch nicht genug hat von Schiffen, geht am besten im TUI Operettenhaus an Bord eines Luxus-Kreuzers mit Kurs auf die Neue Welt im Musical "Ich war noch niemals in New York". Die Passage begleiten 21 Hits von Udo Jürgens wie "Aber bitte mit Sahne", "Mit 66 Jahren" bis hin zu "Buenos Dias, Argentina".

Auf zur Großen Hafenrundfahrt

"Große Haaaaff'nrundfaaaht - Faaaahrkartn hier, Härrschaftn!" An der Waterkant des Hamburger Hafens schreit die kräftige Männerstimme nicht gegen den Wind auf hoher See, sondern gegen das Quietschen der Bremsen der nahen U-Bahn U3, das gemächliche Tuckern eines Kleinflugzeugs und das Knattern von Barkassen-Dieselmotoren an. Längst prägen hier auch nicht mehr breitbeinige Matrosen auf Landgang, die nach leichten Mädchen Ausschau halten, das Bild, sondern Touristen: Jungfamilien mit quengelnden Kleinkindern, kichernde Teenager, die Currywurst und Fischfrikadelle verdrücken.

"Früher bestimmten Ebbe und Flut den Rhythmus der Stadt, dann kam die Zeit, in der nur noch jene den Hafen wahrnahmen, die hier arbeiteten", erzählt die Hamburgerin. Heute fahren kaum mehr Deutsche zur See. "Hauptsächlich Asiaten heuern als Seeleute auf den Schiffen an, einheimische Arbeitskräfte gelten als zu teuer."

Neuer Stadtteil Hafen-City

So gesehen mag es den Besucher kaum verwundern, dass mit der HafenCity in einem Mega-Bauprojekt ein neuer Stadtteil aus dem Boden gestampft wird, der nach dem Motto "Ships and Chips" eine Verbindung von Arbeiten, Wohnen und Einkaufen schaffen und den "maritimen Charakter" der Hansestadt hervor heben soll. Eines der größten innerstädtischen Bauprojekte Europas soll einen der größten Häfen der Welt wieder ins Stadtleben integrieren.

Das bedeutet für so manchen Besucher aus dem Landesinneren eine harte Landung auf dem Boden der Tatsachen. Davon lassen sich die Musiker auf dem Landungssteg aber nicht beirren. Sie schmettern ihre musikalischen Häppchen Hafennostalgie über die Elbe: Ein inbrünstiges "Marina, Marina, Mariina - du bist ja die Schööönste derrr Welt!" auf Hamburg, das sich als Deutschlands Hafen zur Welt immer wieder neu erfindet und sich auch als kosmopolitische Musicalstadt treu bleibt - wie der Seemann seiner Geliebten daheim.

Maria Zamut

Weitere Informationen:

Hamburg Tourismus, Steinstraße 7, 20095 Hamburg. Tel. 040/30051300, www.hamburg-tourism.de, Musicalinfo: Stage Entertainment, www.stage-entertainment.de, www.musicals.de

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