Kroatien führt digitale Maut auf Autobahnen ein

Stop-and-go vor der Mautstation, lange Autoschlangen in der Sommerhitze und hektisches Kramen nach Bargeld oder Kreditkarte: Für viele Kroatien-Reisende gehört das bislang zur Anreise in das beliebte Urlaubsland dazu. Doch genau das soll sich in den kommenden Jahren grundlegend ändern.
Kroatien modernisiert sein Mautsystem und setzt künftig vollständig auf digitale Erfassung. Für Reisende bedeutet das vor allem eines: weniger Wartezeiten auf den Autobahnen - besonders in der Hauptreisezeit Richtung Adria.
So funktioniert die neue digitale Maut in Kroatien
Ab dem 1. März 2027 ersetzt das neue System "Crolibertas" die bisherigen Mautstationen auf kroatischen Autobahnen. Schranken und Kassenhäuschen sollen verschwinden, stattdessen wird die Maut automatisch digital erfasst. Dafür entstehen laut ADAC landesweit 212 Mautportale mit insgesamt 1744 Kameras. Diese erfassen Fahrzeuge beim Auffahren und Verlassen der Autobahn. Die Abrechnung erfolgt streckenabhängig - ähnlich wie bisher, aber ohne Anhalten.
Die vollständige Umstellung erfolgt dabei nicht von einem Tag auf den anderen. Bereits ab September 2026 werden die klassischen Mautstellen sukzessive abgelöst, begonnen wird auf der Autobahn A3 zwischen Zagreb und Lipovac. Bis Ende August 2026 kann die Maut hier also noch wie gewohnt direkt an den Stationen mit Karte oder in bar bezahlt werden. Wer also im Sommer in Richtung Adria fährt, muss noch nichts ändern - auf den Herbst sollte man sich aber schon jetzt vorbereiten.
Reisende können künftig zwischen zwei Varianten wählen. Die erste Möglichkeit ist die digitale Kennzeichenregistrierung. Sie gilt für Motorräder und Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Vor der Fahrt wird das Kennzeichen online registriert und mit einer Bezahlfunktion verknüpft. Kameras scannen anschließend das Nummernschild automatisch, die Maut wird direkt abgebucht.
Wer sich nicht vorab registriert hat, soll trotzdem flexibel bleiben: Auf den Autobahnen werden zusätzliche Schnellregistrierungsspuren eingerichtet. Dort kann das Kennzeichen kurzfristig per Scan erfasst und eine Zahlungsmethode hinterlegt werden.
Alternativ können Autofahrer eine elektronische Mautbox, ein sogenanntes ENC-Gerät, nutzen. Diese wird im Fahrzeug installiert und übernimmt die automatische Abrechnung. Für Lkw, Busse und andere Fahrzeuge über 3,5 Tonnen wird die Mautbox verpflichtend.
Bis Ende Februar 2027 bleibt das bisherige System mit klassischen Mautstationen auf den meisten Strecken bestehen. Erst danach erfolgt die vollständige Umstellung.
Das Ziel der Reform ist vor allem die Entlastung der Autobahnen. Besonders während der Ferienzeiten entstehen an den Mautstationen regelmäßig kilometerlange Staus. Durch die schrankenlose digitale Erfassung sollen Reisende künftig schneller und stressfreier ans Ziel gelangen.
Keine Vignette mehr: Auch in Österreich stehen Maut-Änderungen an
Auch in Österreich steht eine wichtige Änderung bevor. Dort wird ab dem 1. Februar 2027 die klassische Klebevignette abgeschafft. Stattdessen gilt nur noch die Digitale Vignette, die direkt an das Kennzeichen gebunden ist. Erhältlich ist sie unter anderem online über den ASFINAG-Mautshop sowie an Tankstellen. Für das Vignettenjahr 2026 wird die klassische Klebevignette letztmals angeboten.