Internationales Ranking: Wo die besten Hotels der Welt liegen

Am Comer See steht Europas bestes Hotel, zumindest wenn es nach dem internationalen Ranking "The 50 Best Hotels" geht, das bis zur Umbenennung in diesem Jahr "The World's 50 Best Hotels" hieß: Das Passalacqua, ein Anwesen aus dem 18. Jahrhundert mit nur 24 Zimmern, ist zum vierten Mal in Folge das höchstplatzierte europäische Haus in dem jährlichen Ranking. Es kam in der Ausgabe 2026 weltweit auf Rang fünf und holte zum dritten Mal in Folge auch den Preis für das beste Boutiquehotel.
Weltweit bleibt die Spitze des Rankings in Asien: Bei der Gala in Paris am 15. September 2026 - der vierten Auflage und der ersten außerhalb Londons - verteidigte das Rosewood Hong Kong über dem Victoria Harbour seinen Titel als bestes Hotel der Welt. Der Veranstalter hebt die elf Restaurants und Bars des 65 Etagen hohen Hauses hervor, dazu den mehrgeschossigen Asaya-Spa und den 25 Meter langen Infinity-Pool. Dahinter folgen das Capella Bangkok, das Four Seasons Bangkok at Chao Phraya River und das Atlantis The Royal in Dubai.
Europa stellt fast die Hälfte der 50 Hotels
Europa stellt mit 21 Häusern den größten Anteil des Rankings, Asien folgt mit 18, Nordamerika kommt auf sechs, Südamerika und Afrika auf je zwei, Ozeanien auf eins.
Italien und Frankreich sind mit je vier Hotels vertreten. Für Italien stehen neben dem Passalacqua das Four Seasons Firenze (12), das Bulgari Roma (32) und drei Neueinsteiger auf der Liste: das Casa Maria Luigia in Modena als höchster Neueinstieg (18), das Portrait Milano (39) und der San Domenico Palace in Taormina (50) - Letzterer war Drehort der zweiten Staffel von "The White Lotus".
In Frankreich liegen vier der gelisteten Häuser in Paris: das Hôtel de Crillon (14), das Le Bristol (19), das Cheval Blanc Paris (20) und als Neueinsteiger das Plaza Athénée (41). Dazu kommen das Hôtel du Couvent in Nizza (38), ausgezeichnet mit dem Designpreis, und das Hotel du Cap-Eden-Roc in Antibes (44), das nach einem Jahr Pause wieder aufrückt.
Vier britische Häuser, drei davon in London
Großbritannien bringt vier Hotels unter, drei davon in London: das Claridge's (13), das Raffles London at The OWO (28) und das The Connaught (49), dazu das Estelle Manor in Witney (43). Weitere europäische Vertreter sind das Four Seasons Astir Palace in Athen (27), Neueinsteiger The Peninsula Istanbul (31), der wieder aufgerückte Badrutt's Palace in St. Moritz (36) mit dem Preis für herausragende Gastlichkeit, das Hôtel de Paris Monte-Carlo (40) und das Hotel Sacher Wien (42).
So wird die Liste gewählt
Erstellt wird die Liste vom britischen Fachverlag William Reed. Abgestimmt wird von einer Akademie mit mehr als 800 Mitgliedern, aufgeteilt auf 13 Weltregionen mit je einem Vorsitzenden; die Panels bestehen zu je einem Drittel aus Reisejournalisten, Hoteliers und vielreisenden Gästen. Die Abstimmungsvorgaben sind strikt: Jedes Mitglied nennt sieben Hotels in Reihenfolge, muss dort binnen drei Jahren übernachtet haben und wird gebeten, einen Nachweis hochzuladen. Für eigene Häuser oder solche mit finanzieller Beteiligung darf nicht gestimmt werden, pro Hotelgruppe sind höchstens drei Häuser pro Wähler erlaubt, und ein Hotel braucht Stimmen aus mehr als einem Land. Die Hotels selbst können sich nicht bewerben. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte prüft das Verfahren; die Wählerinnen und Wähler bleiben anonym, ausgenommen die 13 Vorsitzenden.
Kritik am System gibt es dennoch. Feste Kriterien gibt es nicht. Das ist beim Veranstalter so vorgesehen, macht die Platzierungen aber zur Summe subjektiver Vorlieben. Die Übernachtungspflicht begünstigt nach Einschätzung von Kritikern große Häuser, in denen mehr Wähler unterkommen - dass mit dem Passalacqua ein Haus mit 24 Zimmern auf Rang fünf liegt, spricht allerdings dagegen. Dass Hoteliers mitstimmen und neun der elf Sonderpreise Sponsorennamen tragen, nährt Zweifel an der Unabhängigkeit. Der Veranstalter betont jedoch, dass weder Mitarbeiter noch Sponsoren der Akademie angehören dürfen.
Als Reiseinspiration bleibt die Liste brauchbar, als objektive Qualitätsmessung weniger: Zehn Hotels sind neu dabei, fünf rückten wieder auf, 15 andere fielen heraus. Und Europa, im Vorjahr noch mit 17 Häusern vertreten, kommt jetzt auf 21.