Internationale Filmfestspiele von Cannes: Ein Trip an die Croisette

Vom 12. bis 23. Mai 2026 verwandelt sich eine Stadt an der französischen Côte d'Azur wieder zum Mittelpunkt der internationalen Filmwelt. Was Cannes rund um seine Filmfestspiele zu bieten hat.
von  (wue/spot)
Selena Gomez strahlt in Cannes im Jahr 2024.
Selena Gomez strahlt in Cannes im Jahr 2024. © imago/Bestimage

Zwischen Mitte und Ende Mai 2026 richten sich die Augen der Filmfans weltweit wieder auf einen einzigen Ort an der französischen Riviera. Vom 12. bis zum 23. Mai 2026 finden dort zum 79. Mal die Internationalen Filmfestspiele von Cannes statt. Das traditionsreiche Filmfestival an der Croisette ist ein Spektakel aus Premieren, einem roten Teppich voller Stars und mediterranem Flair.

"Jedes Jahr, während der zwölf Tage des Events, erklimmen mehr als 35.000 Branchenvertreter und Festivalbesucher die 24 Stufen des 'Palais' unter den Blicken von Millionen von Kinoliebhabern", heißt es auf der offiziellen Webseite. Was für manchen vielleicht nach einem Overstatement klingt, ist eher eine Untertreibung. Die Filmfestspiele in Cannes sind sozusagen die Oscars unter den Filmfestivals. Jedes Jahr reisen unzählige Promis vom Nachwuchssternchen bis zum Hollywoodstar an, um neue Produktionen vorzustellen oder sich auch einfach nur zu zeigen.

Was 2026 auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes geboten ist

Im Rennen um die Goldene Palme befinden sich in diesem Jahr 22 Spielfilme. Mit dabei sind Werke filmischer Schwergewichte, wie etwa "Amarga Navidad" des spanischen Regiestars Pedro Almodóvar (76) oder "Fatherland" des polnischen Regisseurs Paweł Pawlikowski (68), in dem die deutsche Vorzeigeschauspielerin Sandra Hüller (48) eine der Hauptrollen übernommen hat. Außerdem ist etwa die deutsche Filmemacherin Valeska Grisebach (58) mit "Das geträumte Abenteuer" vertreten.

Die Jury, der unter anderem Demi Moore (63) und Chloé Zhao (44) angehören, leitet der südkoreanische Regisseur Park Chan-wook (62), der unter anderem für sein Meisterwerk "Oldboy" aus dem Jahr 2003 bekannt ist. Den Auftakt macht die Tragikomödie "La Vénus électrique" von Pierre Salvadori (61) als Eröffnungsfilm, der allerdings nicht im Wettbewerb läuft. Daneben stehen auch besondere Weltpremieren an. Niemand Geringerer als John Travolta (72) soll vor Ort sein Regiedebüt "Propeller One-Way Night Coach" präsentieren. Und auch "Heimsuchung - Eine Jahrhundertgeschichte" der deutschen Regielegende Volker Schlöndorff (87) feiert seine Weltpremiere.

Für ihr Werk geehrt werden zwei ganz Große der Filmwelt: Peter Jackson (64) und Barbra Streisand (84). Einst vor allem Horrorfans ein Begriff, habe der neuseeländische Regisseur mit den "Der Herr der Ringe"-Filmen "dem Heroic-Fantasy-Genre zu Ansehen verholfen", wie Festivalpräsidentin Iris Knobloch erklärte. Hollywoodikone Streisand wurde in der Ankündigung unter anderem als "Vorbild für alle Frauen" beschrieben.

Der Schauplatz des Geschehens ist das Palais des Festivals et des Congrès. Am Boulevard de la Croisette gelegen, ist das Festspielhaus der Ort, an dem die Stars die berühmten Stufen zum Auditorium Louis Lumière, die längst ein Symbol des internationalen Kinos geworden sind, hinaufsteigen. Auf der Esplanade davor lassen sich auf dem Chemin des Étoiles die Handabdrücke zahlreicher Filmgrößen entdecken.

Ein Bummel über die Croisette

Die Croisette gehört zu den bekanntesten Promenaden und Flaniermeilen Europas. Auf rund zwei Kilometern Länge zieht sich der palmengesäumte Boulevard am Meer entlang, vorbei an luxuriösen Hotels, exklusiven Läden und einladenden Stränden. Wer ein Cannes etwas abseits der Filmfestspiele erleben möchte, begibt sich zum Altstadtviertel Le Suquet, das oberhalb des Vieux-Port thront.

Gassen führen vorbei an kleinen Ateliers und zahlreichen Restaurants, etwa zum traditionellen Marché Forville. Wer authentische Eindrücke sucht, plant einen Abstecher zu dem Markt ein, der einer der bekanntesten der Region ist. Fischer bieten hier ihren frischen Fang an. Besucherinnen und Besucher erwarten außerdem allerhand lokale Spezialitäten, saisonales Obst und Gemüse, unterschiedlichster Käse oder auch duftende Blumen. Hier zeigt sich Cannes von seiner alltäglichen, lebendigen Seite und bietet damit einen wohltuenden Kontrast zum glamourösen Treiben der Filmfestspiele.

Ein besonderer Abstecher ist das kleine Inselparadies der Îles de Lérins. Die Inselgruppe ist unweit von Cannes direkt vor der Küste gelegen. Die Überfahrt nach Saint-Honorat dauert vom Quai Max Laubeuf aus nur rund 15 Minuten. Die Insel beherbergt die im fünften Jahrhundert gegründete Abtei von Lérins, in der noch heute Zisterziensermönche leben. Auf der größeren Insel Sainte-Marguerite befindet sich das Fort Royal, das einst als Staatsgefängnis diente. Auch dieses ist tatsächlich für Filmfans interessant. Der "Mann mit der eisernen Maske" saß hier ein. Die Geschichte wurde mehrfach verfilmt, unter anderem mit Leonardo DiCaprio (51) und Jeremy Irons (77).

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