Hundert-Euro-Familienticket: Bahn macht Sommerangebot zur Dauerlösung

Die Deutsche Bahn nimmt ihr Familienticket dauerhaft ins Sortiment. Für 99,99 Euro fahren bis zu fünf Personen im Fernverkehr hin und zurück, die Sitzplatzreservierung ist inklusive. Die wichtigsten Infos für Bahnreisende.
(elm/spot) |
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Die Sitzplatzreservierung ist im Familienticket enthalten.
Die Sitzplatzreservierung ist im Familienticket enthalten. © g-stockstudio/iStock via Getty Images

Die Deutsche Bahn nimmt ihr Familienticket dauerhaft ins Sortiment. Vom 26. Oktober an ist das Pauschalangebot für den Fernverkehr wieder buchbar, erster möglicher Reisetag ist der 1. November. Für 99,99 Euro fahren bis zu fünf Personen in der 2. Klasse innerhalb Deutschlands hin und zurück, die einfache Fahrt kostet 59,99 Euro. Die Sitzplatzreservierung ist im Preis enthalten.

Eingeführt hatte die Bahn das Ticket zunächst befristet für die Sommerferien. Dass es bleibt, kündigte Bahn-Chefin Evelyn Palla in einem Interview mit der "Bild am Sonntag" an. Wie der Konzern in seinem Newsblog mitteilte, waren im Sommer mehr als 800.000 Menschen damit unterwegs. Insgesamt reisten fast 100.000 Familien mehr mit der Bahn als im Vorjahreszeitraum. Der Verkaufsstart komme rechtzeitig für die Reiseplanung rund um Weihnachten und die Winterferien, so der Konzern, und begründete das Angebot auch damit, dass gerade Familien von den hohen und schwankenden Preisen für Benzin und Flugreisen betroffen seien.

Wer mitfahren darf

Einen Nachweis über ein Verwandtschaftsverhältnis verlangt die Bahn nicht, auch Großeltern mit Enkeln oder Patchworkfamilien können demnach das Ticket nutzen. Erlaubt sind generell bis zu zwei Erwachsene ab 15 Jahren und bis zu vier Kinder, insgesamt jedoch höchstens fünf Personen. Mindestens ein Kind muss mitreisen.

Zugbindung und begrenztes Kontingent

Das Angebot hat jedoch einige Einschränkungen: Es gilt nur für den gebuchten Zug und ist kontingentiert. Die Bahn will es laut Newsblog nur anbieten, wenn ausreichend Sitzplätze für Familien frei sind. Auf stark ausgelasteten Verbindungen dürfte das Ticket deshalb schnell vergriffen sein. Wer zusätzlich Nahverkehrszüge braucht, zahlt einen Aufpreis.

Im Sommer waren das 22 Euro pro Richtung, die Hin- und Rückfahrt kostete damit 143,99 Euro. Stornieren ließ sich das Ticket bis einen Tag vor dem ersten Geltungstag gegen zehn Euro Gebühr, erstattet wurde ein Gutschein. Palla zufolge bleiben diese Konditionen unverändert. Fahrten ins Ausland sind nicht eingeschlossen. Ein vergleichbares Angebot dafür hatte Pro-Bahn-Chef Lukas Iffländer schon im Mai gegenüber der Nachrichtenagentur "dts" gefordert.

Für wen sich das Ticket rechnet

Kinder bis 14 Jahre fahren im Fernverkehr in Begleitung Erwachsener ohnehin kostenlos. Der Pauschalpreis deckt also faktisch die Fahrkarten der Erwachsenen und die Reservierungen ab. Seit die Bahn im Juni 2025 die günstige Familienreservierung abgeschafft hat, kostet jeder Platz einzeln, in der 2. Klasse 5,50 Euro.

Für eine vierköpfige Familie sind das 44 Euro für Hin- und Rückfahrt. Am meisten sparen daher zwei Erwachsene mit Kindern auf langen Strecken, vor allem bei kurzfristiger Buchung, wenn günstige Sparpreise vergriffen sind. Ein Elternteil mit einem Kind oder Frühbucher können mit einem Super-Sparpreis, den es ab 6,99 Euro gibt, günstiger fahren.

Pünktlichkeit bleibt die Schwachstelle

Ein Problem löst der Festpreis allerdings nicht: Im September kam im Fernverkehr nur gut jeder zweite Zug pünktlich an, die Quote lag laut Bahn bei 52,4 Prozent. Palla dämpfte in der "Bild am Sonntag" die Erwartungen. Es werde "keinen schnellen Sprung bei der Pünktlichkeit" geben, die Sanierung des Schienennetzes dauere mindestens zehn Jahre. Familien, die mit Zugbindung reisen und umsteigen müssen, sollten deshalb Puffer einplanen.

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