Heimaturlaub: So schön kann's daheim sein!

Urlaub daheim ist gar nicht fad. Warum man nicht weit wegfahren muss – sieben deutsche Alternativen zu Kanada, Schottland und den USA.
| Rosemarie Vielreicher
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Jetlag bei Fernreisen? Nicht für denjenigen, der daheim urlaubt.
Jetlag bei Fernreisen? Nicht für denjenigen, der daheim urlaubt.

Tausende Kilometer fliegen oder mit dem Auto zurücklegen – mit auf Hochtouren laufender Klimaanlage? Das braucht’s gar nicht. Deutschland hat doch auch einiges zu bieten.

Mancherorts ist es fast so bergig wie im Grand Canyon, so malerisch wie in Kanada oder so harmonisch-ausgeglichen wie in Japan. Wo genau? Die AZ zeigt aus dem Buch "Urlaubstraum(a) Deutschland" deutsche Urlaubs-Alternativen. Die Humor-Reihe hat nicht nur skurrile Urlaubsgeschichten (von "Dschungelcamp auf Fränkisch" bis "Oans, zwoa, Selfie") gesammelt, sondern bricht auch eine Lanze fürs Urlauben daheim.

Wer zum Beispiel zocken will wie in Las Vegas, der könnte sein (Spiel-)Glück auch in Baden-Baden versuchen. Wer es romantisch und nah am Wasser wie in Venedig mag, für den könnte die Brücken-Stadt Berlin eine Alternative sein. Und fürs Kanada-Feeling eignet sich der Odenwald.


Schottland? - Harz!

Wer gern nach Irland oder Schottland fahren würde, muss fast immer das dortige Regenwetter in Kauf nehmen. Mal ehrlich: Das kann man auch daheim haben. Also warum nicht schlechte Tage nutzen und mit Gummistiefel und Regenmantel losziehen? Besonderes Schottland-Gefühl bietet der Brocken (Sachsen-Anhalt) – der höchste Berg im Norden Deutschlands. Im Örtchen Zorge gibt es auch eine Single-Malt-Whisky-Destillerie.

Japan? - Augsburg!

Harmonie der Linien, Koi-Karpfen, Oase der Ruhe – dafür braucht man nicht nach Japan reisen. Japanische Gärten sind im Trend und gibt es unter anderem in Berlin, Düsseldorf, Karlsruhe, Augsburg (Foto) – und auch Teile des Westparks in München haben asiatische Bereiche.

Grand Canyon? - Alpen!

Die Autoren des Buchs befinden: "Die Anden sind toll. Die Pyrenäen auch. Der Grand Canyon sowieso. Doch unsere guten, alten Alpen müssen sich nicht verstecken." Ihre Empfehlung: auf einem Gipfel im Chiemgau das Jodeln lernen oder sportlich einen Bergsee durchschwimmen.

Las Vegas? - Baden-Baden!

Casino, Pferderennen, Haute-Couture shoppen – das bekommt man alles auch daheim, wenn das Geld nicht für die große Reise nach Übersee reicht. Früher kamen vor allem die Russen zu der berühmten Spielbank in Baden-Baden. Dostojewski etwa verspielte dort 1867 sein Geld – und obendrauf den Ehering seiner frisch Angetrauten.

Kalifornien? - Nord- und Ostsee!

Die deutschen Strände müssen sich nicht vor Malibu verstecken. Auch hierzulande ist das Wasser sauber, die Hotelanlagen gepflegt – nur Promis trifft man hier wohl eher weniger.

Venedig? - Berlin!

Die deutsche Hauptstadt hat doppelt so viele Brücken wie Venedig (rund 1000 zu "nur" 400). Und eine Bootsfahrt auf der Spree ist sicherlich ebenso romantisch wie eine Gondelfahrt in Venedig, das seit Jahren gegen den Massentourismus kämpft.

Kanada? - Odenwald!

Die Ruhe der Wälder und der Natur zieht viele Urlauber nach Kanada. Doch auch hierzulande finden sich malerische Wälder. Beispiele: Oden-, Schwarz- und Darßer Küstenwald (Mecklenburg-Vorpommern. Nicht zu vergessen natürlich der Bayerische Wald.


Jetlag bei Fernreisen? Nicht für denjenigen, der daheim urlaubt.
Jetlag bei Fernreisen? Nicht für denjenigen, der daheim urlaubt.

Jetlag bei Fernreisen? Nicht für denjenigen, der daheim urlaubt. Foto: dpa

Immer noch nicht überzeugt von der Schönheit eines Urlaubs in Deutschland? Acht starke Argumente.

1. Die Pause vom Alltag: Was ist das Wichtigste im Urlaub? Genau: Raus aus dem Alltag. Aber dazu muss man gar nicht ans andere Ende der Welt fliegen. Echter Urlaub beginnt im Kopf. Der Tipp von "Urlaubstraum(a) Deutschland": "Schalten Sie mal Ihr Handy ab und fahren Sie los. Viele schöne Flecken Erde warten ganz in Ihrer Nähe auf Sie."

2. Die Sprache: Träumt nicht jeder davon, mit aufgefrischtem Spanisch oder Französisch nach Hause zu kommen? Bien sûr! Aus dem Vorsatz wird aber oft nix. Wer’s exotisch mag, dem raten die Autoren einen Besuch in Gegenden, "etwa im Vogtland oder in Unterfranken". Da könnte es dann wohl auch ein bisserl hapern mit der Verständigung.

3. Jede Menge Genuss: Im Urlaub wollen viele schlemmen und genießen. Aber: "Kriegen wir in der All-inclusive-Unterkunft auch wirklich das Essen vorgesetzt, das wir gern hätten?" Fazit: "Klarer Pluspunkt für die heimische Küche – (meistens) weiß man, was man kriegt. Und wo es herkommt."

4. Die Kultur: Sehenswürdigkeiten und fremde Kulturen besuchen, steht hoch im Kurs. Im Buch heißt es: "Daher verwundert es nicht, dass viele besser über kretische Höhlen Bescheid wissen als über die Sehenswürdigkeiten der eigenen Region." Auch in heimischen Museen und Ruinen gibt es so einiges zu entdecken.

5. Das gewohnte Klima: Sauwetter daheim, ab in die Karibik! "Das kann Tücken haben, vom Sonnenbrand bis zum klimaanlagenbedingten Schnupfen." Da hat das eigene Wetter zu Hause den Vorteil, dass wir daran gewöhnt sind.

6. Jetlag, nein danke! Die Faustregel bei Fernreisen: je weiter die Reise, desto größer der Stress. Das gilt, "wenn man mit dem Nachtflug in einer Zeitzone landet, die einen gefühlt neun Stunden zurückwirft." Dies kann im eigenen Land nicht passieren.

7. Von wegen Abenteuer: Abenteuer erleben – davon träumen viele. Die Autoren werfen die Frage auf: "Wie viele Regionen Deutschlands kennen Sie wirklich?" Deswegen empfehlen sie: "Setzen Sie sich doch mal in Ihr Auto und machen Sie einen ziellosen Roadtrip." Klingt nach Abenteuer.

8. Reisen, um zu berichten: Was wäre der Urlaub, ohne danach davon zu berichten? "Je exotischer die Reise, desto größer der Erzählerstolz." Aber beim Erholen geht es doch nicht ums Angeben. Deswegen: "Tun Sie also, was Ihnen Spaß macht. Dann wird jeder Urlaub toll."


Das Buch – Gründe für Heimaturlaub

Das Buch "Urlaubstraum(a) Deutschland" enthält 24 Geschichten über Urlaube in Deutschland sowie unter anderem (gute) Gründe für den Urlaub daheim.

Abidi; Koeseling: "Urlaubstraum(a) Deutschland: Wellen, Berge, Bauernhof – warum es zu Hause doch am schrägsten ist", Taschenbuch, 9,95 Euro

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