Flughäfen: Airport Prag bei Branchen-Award als bester gekürt
Der Flughafen der tschechischen Hauptstadt erlebt derzeit einen Höhenflug. Beim Branchenforum "Routes Europe 2026" wurde der Václav-Havel-Flughafen Prag erstmals zum Gesamtsieger der europäischen Streckenentwicklungs-Awards gekürt. Die Auszeichnung gilt in der Luftfahrtbranche als wichtiger Gradmesser für internationale Vernetzung, erfolgreiche Airline-Partnerschaften und strategisches Wachstum im europäischen Flugverkehr. Was diesen Airport besonders auszeichnet.
Die Preisverleihung im italienischen Rimini brachte Flughäfen, Airlines sowie Tourismusorganisationen aus ganz Europa zusammen. Besonders bemerkenswert: Prag setzte sich nicht nur in der Kategorie der Flughäfen mit 5 bis 20 Millionen Passagieren durch, sondern überzeugte die Jury auch als bester Flughafen Europas über alle Größenklassen hinweg.
Wachstum über Vorkrisenniveau
Die Zahlen zeigen, warum Prag derzeit als Erfolgsmodell gilt. Im Jahr 2025 fertigte der Flughafen rund 17,8 Millionen Passagiere ab. Damit liegt das Verkehrsaufkommen in etwa wieder auf dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Gleichzeitig wurden im vergangenen Jahr 46 neue Strecken sowie 24 zusätzliche Destinationen eingeführt. Zwölf neue Fluggesellschaften nahmen den Betrieb in Prag auf, wodurch inzwischen insgesamt 89 Airlines die tschechische Hauptstadt anfliegen.
Besonders stark wächst dabei das Langstreckennetz. Neue Direktverbindungen nach Seoul mit Asiana Airlines, nach Abu Dhabi mit Etihad Airways, nach Toronto mit Air Canada und nach Sharjah mit Air Arabia erweitern die internationale Reichweite deutlich. Für 2026 stehen zudem weitere Interkontinentalrouten auf dem Programm, darunter neue Direktflüge nach Philadelphia mit American Airlines sowie eine Verbindung nach Taipeh mit Starlux Airlines. Letztere ist zugleich der erste Europa-Flug der taiwanischen Airline.
Osteuropa gewinnt an Bedeutung
Der Erfolg Prags steht exemplarisch für eine größere Entwicklung im europäischen Luftverkehr. Während klassische Mega-Hubs wie London-Heathrow, Paris-Charles-de-Gaulle oder Frankfurt weiterhin dominieren, gewinnen mittelgroße Flughäfen zunehmend an Bedeutung. Reisende suchen häufiger nach direkten Verbindungen ohne langwierige Umstiege, Airlines setzen verstärkt auf flexible Punkt-zu-Punkt-Netze und touristisch attraktive Städte profitieren von neuen Streckenmodellen.
Prag gelingt dabei die Kombination aus touristischer Strahlkraft, geografischer Lage und wachsender wirtschaftlicher Bedeutung. Die Stadt positioniert sich zunehmend als Alternative zu überlasteten Drehkreuzen in Westeuropa. Für Urlauber bedeutet das vor allem mehr Direktverbindungen, kürzere Reisezeiten und eine größere Auswahl an Airlines.
Airlines und Tourismus arbeiten enger zusammen
Die "Routes Europe Awards" gelten innerhalb der Branche deshalb als besonders relevant, weil sie nicht allein nach Passagierzahlen bewertet werden. Entscheidend ist vor allem, wie erfolgreich Flughäfen mit Fluggesellschaften und Tourismusorganisationen zusammenarbeiten, um neue Strecken aufzubauen und wirtschaftlich tragfähig zu machen. Die Veranstalter heben insbesondere Marketingstrategien, Partnerschaften und langfristige Entwicklungspläne hervor.
Prag punktete laut Jury vor allem mit seiner konsequenten Expansionsstrategie und der engen Kooperation mit internationalen Airlines. Jiří Vyskoč, Direktor für Luftverkehrsentwicklung am Flughafen Prag, sprach nach der Auszeichnung von einem "bedeutenden Erfolg" in einem stark umkämpften europäischen Markt. Ziel sei es nicht nur, neue Destinationen zu erschließen, sondern bestehende Strecken durch höhere Frequenzen und zusätzliche Sitzplätze langfristig zu stärken.
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